Fachwirt – Bestattung

Menschenkenntnis und Durchsetzungsvermögen sind sehr wichtig.

Hilfe in schweren Stunden

Wo es um den pietätvollen Umgang mit Trauernden geht und zugleich viel Organisatorisches zu bewältigen ist, sind besondere Kompetenzen gefragt. Das nötige Wissen eignete sich Olaf Schnur (46) unter anderem im Rahmen einer Weiterbildung an.

Mit kaufmännischen Aufgaben hatte Olaf Schnur bereits während seiner Ausbildung zum Bürokaufmann in einer Reha-Einrichtung zu tun. Später fand er dann eine Anstellung in einem Bestattungsinstitut. Sechs Jahre lang war er dort tätig. Während dieser Zeit wuchs nach und nach der Wunsch, sich beruflich weiterzuentwickeln. „Mein Ziel war eine leitende Tätigkeit, zugleich wollte ich neue Möglichkeiten ausloten und mein Wissen erweitern.“ Als er sich über mögliche Weiterbildungen informierte, weckte die Qualifizierung zum Bestattungsfachwirt sein Interesse. Die Weiterbildung wurde vom Verband Deutscher Bestattungsunternehmen in Kooperation mit der Industrie- und Handelskammer zu Berlin angeboten. Voraussetzung ist in der Regel die Abschlussprüfung in einem anerkannten Ausbildungsberuf, etwa im kaufmännischen oder verwaltenden Bereich, sowie Berufspraxis im Bestattungswesen. Sein Arbeitgeber unterstützte ihn bei seinem Vorhaben und übernahm die Kosten in Höhe von rund 7.000 Euro.

Berufsbegleitend zum Ziel

Eine Woche pro Monat saß Olaf Schnur nun täglich von 8 bis 17 Uhr im Unterricht. Insgesamt acht Wochen dauerte der berufsbegleitende Lehrgang. Für den Unterricht wurde er von seinem Arbeitgeber jeweils freigestellt, sodass er keinen Urlaub nehmen musste. Auch mit der zusätzlichen Arbeitsbelastung, die sich durch die Weiterbildung ergab, kam er gut zurecht. So nutzte er etwa die tägliche Stunde Fahrtzeit in der Straßenbahn auf dem Weg zur Arbeit und zurück, um zu lernen.

Im fachspezifischen Teil wurden etwa Themen aus den Bereichen Beratungstechniken, Floristik, Aufbau von Trauerfeiern sowie neue Bestattungsformen behandelt. Auch Kenntnisse über verschiedene Religionen sowie über die historische Entwicklung der Bestattungsformen wurden den Teilnehmern vermittelt. Den kaufmännischen Teil absolvierte Olaf Schnur im Rahmen eines Fernlehrgangs des Instituts für Lernsysteme.

Der Sprung in die Führungsposition

Die investierte Zeit zahlte sich für Olaf Schnur aus. „Ich habe meine Ziele erreicht und bin damit sehr zufrieden“, sagt der Bestattungsfachwirt. Nach dem Abschluss sammelte er zunächst weitere Berufserfahrung, schließlich übernahm er die Geschäftsleitung des Bremer Beerdigungsinstituts Bohlken und Engelhardt – Am Riensberg. Neben der Vorbereitung der Aufbahrung übernimmt das Institut auch alle anderen notwendigen Schritte, etwa die Meldung des Sterbefalls beim zuständigen Standesamt oder die Abholung des Totenscheins. Bei der Arbeit müssen die jeweiligen Vorschriften –etwa die Bestattungsordnung und die Friedhofssatzung – genau beachtet werden.

Olaf Schnur koordiniert nicht nur die Arbeitsabläufe, sondern ist auch Ansprechpartner für die Kunden. Er berät sie beispielsweise zu Themen wie Sterbebegleitung, weiterführende Trauerarbeit oder den Möglichkeiten der Bestattungsvorsorge einschließlich finanzieller Vorsorge. „Außerdem gehören auch kaufmännische Aufgaben wie die Buchhaltung zu den Aufgaben“, ergänzt er. Er steht in Kontakt mit den jeweils zuständigen Ämtern und kümmert sich um die Bereitstellung der Arbeitsmaterialien.

„Menschenkenntnis und Durchsetzungsvermögen sind sehr wichtig, ebenso eine klare Linie bei der Personalführung“, sagt er über die Anforderungen. Zudem achtet er auf ein gepflegtes Äußeres sowie auf angemessene Kleidung – Anzug und Krawatte sind für ihn Pflicht im Berufsalltag.

Informationen

Weitere Infos zu diesem Beruf finden Sie im BERUFENET:

http://bfi.plus/15029