Fachkrankenpflegerin – Hygiene

Als Hygienefachkraft muss ich immer den aktuellen Empfehlungen entsprechend handeln.

Im Dienst der Hygiene

Hygiene ist in Krankenhäusern ein absolutes Muss. Katrin Hübler-Lang (36) sorgt dafür, dass die gesetzlichen Vorgaben zur Patientensicherheit eingehalten und Maßnahmen zum Infektionsschutz permanent optimiert werden.

In den letzten Monaten war Katrin Hübler-Lang besonders stark gefragt. „Zu Beginn der Covid-19-Pandemie war ich sehr viel auf den Stationen unterwegs und habe meine Kollegen im Umgang mit den neuen Hygienevorschriften geschult. Vor allem dort, wo sie mit Corona-Patienten in Kontakt kommen konnten“, erinnert sich die Fachgesundheits- und Krankenpflegerin für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention, kurz Hygienefachkraft. „Es ging auch darum, wie die verbindliche Schutzausrüstung angelegt wird. Viel musste neu sortiert werden. Jetzt hat sich alles zum Glück ein bisschen stabilisiert.“

Weiterbildung in neuer Position

Seit zwei Jahren arbeitet die 36-Jährige am Klinikum Nürnberg in dieser Position. Nach ihrer Elternzeit wollte sie sich beruflich weiterentwickeln und wurde durch eine öffentliche Stellenausschreibung des Hauses auf diese Weiterbildung aufmerksam. Die Weiterbildung zum*r Fachkrankenpfleger*in für Hygiene ist eine landesrechtlich bzw. durch die zuständigen Landespflegekammern geregelte berufliche Weiterbildung an staatlich anerkannten Bildungseinrichtungen des Gesundheitswesens. Sie bewarb sich und wurde bereits für die Fortbildung in der Hygieneabteilung als Vollzeitkraft eingestellt.

Für den Theorieteil besuchte Katrin Hübler-Lang jeden Monat für eine Woche das Centrum für Kommunikation, Information und Bildung Klinikum Nürnberg (CEKIB). Dort wurden unter anderem Inhalte zur Erstellung von Reinigungs- und Desinfektionsplänen, Sterilisation sowie Lebensmittelhygiene vermittelt. „Außerdem haben wir uns mit Ausbruchsmanagement, Mikrobiologie und der Erfassung von nosokomialen Infektionen, also Infektionen, die während des Aufenthalts oder der Behandlung im Krankenhaus auftreten, beschäftigt.“ Nicht zuletzt setzte sie sich mit diversen Vorschriften, Vorgaben und Gesetzen auseinander: „Als Hygienefachkraft muss ich immer den aktuellen Empfehlungen entsprechend handeln, die beispielsweise von der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention, KRINKO, kommen.“ Weitere Regelwerke sind unter anderem das Infektionsschutzgesetz, die Medizinhygieneverordnung, die Lebensmittelhygieneverordnung oder die Technischen Regeln für Biologische Arbeitsstoffe im Gesundheitswesen.

Von Anfang an auf Station

Den Großteil der Weiterbildung machten mit 1.155 Stunden die praktischen Einheiten aus. In diesen Phasen begleitete Katrin Hübler-Lang erfahrene Hygienefachkräfte auf verschiedenen Stationen im eigenen Klinikum und absolvierte externe Praktika beim Gesundheitsamt Nürnberg, der Charité Berlin und dem Klinikum Konstanz. Sie beobachtete hygienische Abläufe, dokumentierte diese anschließend im Büro und entwickelte daraus Verbesserungsvorschläge. „Ich bin auch mit hygienebeauftragten Ärzten durch die Stationen gelaufen und habe besprochen, ob es beispielsweise nosokomiale Infektionen gibt. Für deren Dokumentation nutzen wir das Krankenhaus-Infektions-Surveillance-System KISS. Wenn man derartige Infektionsgeschehen jahrelang erfasst und bewertet, hat man irgendwann einen guten Vergleich und kann direkt gegensteuern, wenn die Infektionszahlen steigen.“

Nach der Abschlussprüfung, die aus einer mündlichen Prüfung, einer Stationsbegehung und einer Facharbeit bestand, übernahm Katrin Hübler-Lang direkt eigene Stationen als Hygienefachkraft. Ihr gefällt, dass sie sehr flexibel arbeiten und sich ihren Arbeitstag selbst einteilen kann. Außerdem ist sie nun nicht mehr im Schichtdienst tätig. So lässt sich die neue Position auch besser mit der Familie vereinbaren.

Informationen

Weitere Infos zu diesem Beruf finden Sie im BERUFENET:

http://bfi.plus/14462