Fachkaufmann – Außen­wirtschaft

In meinem Job darf man nicht schüchtern sein.

Fachkaufmann für den Export

Michael Tiedeken (42) sorgt dafür, dass die Produkte seines Arbeitgebers pünktlich bei Kunden im Ausland ankommen. Durch eine Weiterbildung konnte er sich dafür zusätzliches Wissen aneignen.

Nach seiner Ausbildung zum Industriekaufmann sammelte Michael Tiedeken über Jahre Erfahrung in der Logistik- und der Telekommunikationsbranche. Nach und nach reifte dann der Wunsch, eine Weiterbildung zu absolvieren, die ihm in seinem internationalen Arbeitsfeld das Weiterkommen ermöglichen würde. Durch einen Arbeitgeberwechsel ergab sich die Möglichkeit dazu. Sein neuer Arbeitgeber, die ENO Telecom GmbH, unterstützte ihn bei dem Vorhaben, sich weiterzubilden, und übernahm die Lehrgangsgebühren in Höhe von rund 2.500 Euro. Der zweifache Vater musste lediglich noch die Übernachtungskosten und die Kosten für die Verpflegung schultern.

Wissen für neue Märkte

Michael Tiedeken entschied sich für die nebenberufliche Form der Qualifizierung, um weiterhin in Vollzeit arbeiten zu können. An der IHK-Akademie Ostwestfalen fand der Unterricht jeweils freitagabends und an den Samstagen statt. Über einen Zeitraum von zwei Jahren fuhr er jeden Freitag nach der Arbeit in die Nachbarstadt Bielefeld und saß dort von 18 Uhr bis kurz vor 22 Uhr im Unterricht. An den Samstagen begann der Unterricht um acht Uhr und endete um 16 Uhr. Die Doppelbelastung aus Arbeit und Weiterbildung war für ihn durchaus fordernd; mit dem festen Willen, sein Ziel zu erreichen, meisterte er sie aber.

Die Schwerpunkte der Weiterbildung lagen auf den Bereichen Volkswirtschaft und Internationales Marketing. Unter Anleitung der Dozenten erarbeiteten sich die Teilnehmer etwa, wie neue Märkte erschlossen werden können und wie man im Ausland unter Beachtung der örtlichen Gegebenheiten eine Unternehmensniederlassung gründet. Auf dem Lehrplan standen Themen wie Außenwirtschaftsrecht, Controlling, Kalkulation, Betriebswirtschaft, Projektmanagement und Zollbestimmungen. Darüber hinaus wurden interkulturelle Kommunikation und Mitarbeiterführung behandelt.

Ansprechpartner für Außenwirtschaft

Die Kenntnisse aus der Weiterbildung nutzt Michael Tiedeken heute für die Bewältigung seiner Aufgaben. Inzwischen ist er bei der Hammelmann GmbH tätig, einem international agierenden Hersteller von industriellen Pumpensystemen und Werkzeugen für die Wasserstrahltechnik. Als Shipping Manager organisiert er gemeinsam mit den Kollegen den gesamten Exportversandvorgang – vom Verpacken bis zur Auslieferung der Ware. Er klärt Fragen zur Transportabwicklung und hat mittlerweile die Position des stellvertretenden Außenwirtschaftsbeauftragten inne. Als solcher ist er Ansprechpartner für Fragen rund um die aktuellen Zollvorschriften. Immer häufiger binden ihn seine Vorgesetzten auch in die Planung von internationalen Projekten ein.

„In meinem Job darf man nicht schüchtern sein“, betont der Fachkaufmann. „Und man muss, wenn nötig, auch mal hartnäckig sein.“ Diese Eigenschaften brauche er zum Beispiel dann, wenn es gelte, Problemstellungen mit Behörden zu diskutieren und gemeinsam nach einer Lösung zu suchen. Wichtig sind zudem Sorgfalt, etwa im Hinblick auf die Erstellung von benötigten Frachtdokumenten, sowie kaufmännisches Denken. Selbstverständliche Grundlage ist mündliches wie schriftliches Ausdrucksvermögen – nicht nur in Deutsch, sondern auch in Englisch.

Michael Tiedeken kann sich gut vorstellen, künftig im Unternehmen noch mehr Verantwortung zu übernehmen. Er ist außerdem überzeugt: „Mein Titel würde mich mit einer ganz anderen Verhandlungsbasis ausstatten, wenn ich den Job wechseln würde.“ Aber das hat er angesichts der sehr guten Arbeitsbedingungen gar nicht vor.

Informationen

Weitere Infos zu diesem Beruf finden Sie im BERUFENET:

http://bfi.plus/6553