CNC-Dreherin

Um schwierige Werkstücke fertigen zu können, muss man einfach sehr viel üben.

Präzisionsteile fertigen

Saskia Wiesekerl (28) ist Spezialistin für Düsen, Bolzen, Schrauben und viele weitere Bauteile aus Metall. Bereits in ihrer Ausbildung zur Feinwerkmechanikerin war klar, dass sie sich später auf das CNC-Drehen spezialisieren würde.

Obwohl 13 CNC-Dreh- und -Fräsmaschinen im Zweischichtbetrieb laufen, herrscht in der rund 1.200 Quadratmeter großen Produktionshalle ein angenehmes Raumklima: „Aufgrund der modernen Lüftungsanlage liegt kaum Maschinenabrieb in der Luft“, erklärt die CNC-Dreherin Saskia Wiesekerl. Sie ist eine von 20 Angestellten der Lars Saffe Zerspanungstechnik GmbH, die in einer Produktionshalle am Standort Martfeld südlich von Bremen tätig sind. Hier werden mittelgroße Bauteile in Kleinserien produziert, darunter Bolzen, kleine Düsen mit winzigen Bohrungen und Schrauben mit wenigen Millimetern Durchmesser.

Sorgfalt und ständige Kontrollen

Jedes Teil verlangt Präzisionsarbeit. Die 28-Jährige arbeitet an zwei verschiedenen CNC-Drehzentren, die sie mit Drehköpfen und Werkzeugen bestückt, programmiert und einfährt. Sorgfältiges Vorbereiten der Werkzeuge sowie ständige Kontrollen sind Voraussetzung für einen störungs- und fehlerfreien Produktionsverlauf. „Das Werkstück sollte so präzise gearbeitet sein, dass man es am Ende möglichst nicht noch einmal in die Hand nehmen muss.“ Je besser ihre Programmierung, umso weniger muss sie nacharbeiten.

Kraftaufwendig ist Saskia Wiesekerls Tätigkeit nicht: Den Transport größerer Metallblöcke übernehmen Kräne. Die Befüllung der Maschinen etwa läuft über Stangenlader, die das Material selbstständig nachschieben. Anstrengend ist vor allem das lange Stehen. Aber das macht ihr nichts aus, im Gegenteil: „Den ganzen Tag zu sitzen, das wäre nichts für mich.“

Die CNC-Dreherin arbeitet nach technischen Zeichnungen, wobei die Vorgaben oft nur Richtwerte enthalten. Für welche Schnittdaten, Drehzahl und Vorschub sie sich entscheidet, ist zum Großteil Erfahrungssache. Während beim Fräsen die Schnittbewegung durch Rotation des Schneidewerkzeuges auf dem fest eingespannten Werkstück erzeugt wird, bewegt sich beim Drehen das Werkstück selbst; es führt die Hauptschnittbewegung mit seiner Rotation aus.

Für das Drehen hatte sich Saskia Wiesekerl schon während ihrer Ausbildung entschieden: „Das hat mir einfach am meisten Spaß gemacht. Durch die modernen CNC-Bearbeitungszentren wachsen Drehen und Fräsen aber immer stärker zusammen. Ein Drehzentrum kann heute meist mehrere Achsen verfahren, sodass auch Fräsen möglich ist.“

CNC in Theorie und Praxis

Als Feinwerkmechanikerin hatte sie im Rahmen ihrer Ausbildung die Metallbearbeitung sowohl mit der Feile als auch an den computergesteuerten Maschinen gelernt. Um noch fitter in der CNC-Programmierung zu werden, belegte sie zwei Fachkurse an der Handwerkskammer, die sich an Fachkräfte aus dem Bereich der Metallbearbeitung richteten und Grundlagenkenntnisse vermittelten – etwa wie man Vorgaben aus technischen Zeichnungen in Funktionsfolgen umsetzt. „Das Programmieren von aufwendigeren CNC-Programmen und die Wahl der richtigen Bearbeitungswerkzeuge habe ich im Berufsalltag gelernt. Um schwierige Werkstücke fertigen zu können, muss man einfach sehr viel üben.“ Auch wie man die Simulationssoftware anwendet, Werkzeugkorrekturen durchführt oder Bearbeitungszyklen einstellt, lernte sie in der Praxis.

Auch in Zukunft will Saskia Wiesekerl ihr Wissen erweitern und vertiefen: „Da immer neue Bauteile, Werkstoffe und Werkzeuge hinzukommen und sich auch die Programmiermöglichkeiten weiterentwickeln, lernt man ständig dazu. Stehen bleibt man sicher nicht.“

Informationen

Weitere Infos zu diesem Beruf finden Sie im BERUFENET:

http://bfi.plus/1795