Betriebs­wirtin (Fach­schule) – Steuern

Fundierte Kenntnisse sind in meinem Job grundlegend.

Aufstieg in der Finanzbuchhaltung

Sina Hagemeier (28) arbeitet in verantwortungsvoller Position in der Buchhaltung eines weltweit tätigen Konzerns. Grundlage dafür war unter anderem ihre Weiterbildung zur Betriebswirtin.

Erst vor wenigen Jahren hat Sina Hagemeier ihren Arbeitsplatz bei einem Steuerbüro mit regionalem Kundenkreis gegen eine Stelle bei Royal Canin in Köln getauscht, einem weltweit tätigen Hersteller und Vertreiber von Tiernahrungsmitteln. Dort begann sie als Finanzbuchhalterin, war bald für Gehaltsabrechnungen und Überweisungen zuständig und leitete Inkassoverfahren ein. Heute kümmert sie sich als Senior Account um die Buchhaltung des österreichischen Firmenanteils. „Mich reizen berufliche Herausforderungen“, sagt die 28-Jährige. „Deshalb – und wegen der Entwicklungschancen – habe ich frühzeitig eine Laufbahn in einem großen Unternehmen angestrebt."

Weiterlernen fürs Weiterkommen

Als Türöffner für ihre neue Karriere erwies sich die Weiterbildung zur staatlich geprüften Betriebswirtin für die Finanzwirtschaft am Erich Gutenberg Berufskolleg in Köln. Mit der Qualifizierung hatte sie direkt nach ihrer Ausbildung zur Steuerfachangestellten begonnen. Sie entschied sich für die berufsbegleitende Variante, um ihren Lebensunterhalt verdienen und bei ihrem Ausbildungsbetrieb Berufserfahrung sammeln zu können.

Über einen Zeitraum von drei Jahren besuchte sie montags, dienstags und donnerstags nach Feierabend von 17.30 Uhr bis 20.30 Uhr den Unterricht. Sie beschäftigte sich mit Investitions- und Finanzierungskonzepten, Controlling und Kennzahlsystemen. Zudem wiederholte und vertiefte sie ihr Wissen über verschiedene Steuerarten, von der Umsatz- über die Gewerbe- bis hin zur Körperschaftssteuer. Gebühren fielen nicht an, bis auf einen Kostenbeitrag in Höhe von 50 Euro für Kopien.

„Von den rund 20 Teilnehmern waren drei Steuerfachangestellte“, erzählt sie. „Wir haben für die Abschlusspräsentation eine Projektgruppe gebildet und in unserer Freizeit eine Unternehmensanalyse erarbeitet."

Rechnungen und Berichte

Die Qualifizierung zahlte sich für Sina Hagemeier schnell aus: Wenige Monate nach dem Abschluss und nach einer kurzen Bewerbungsphase trat sie ihren neuen Arbeitsplatz an. In ihrer Abteilung, „Service & Finance“, organisiert sie heute die Aufgaben ihres achtköpfigen Finanzbuchhalter-Teams.

Zu Beginn ihres Arbeitstags, morgens um 7 Uhr, prüft sie als Erstes ihre Termine und Fristen für anstehende Geschäftsberichte und beantwortet Fragen, die sie aus anderen Abteilungen erreichen – etwa wenn die Beschaffung wissen möchte, auf welches Konto die Rechnungen eines neuen Lieferanten gebucht werden sollen.

Neben dem Alltagsgeschäft – Rechnungen buchen, steuerliche Meldungen und Zahlungsfristen prüfen – erstellt sie für die Geschäftsführung jeden Monat einen sogenannten Periodenabschlussbericht für ihren Verantwortungsbereich, den sie in ein internes Portal lädt. Zudem tauscht sie sich regelmäßig per E-Mail und in Telefonkonferenzen mit Kollegen im Ausland aus. Dabei profitiert sie von ihrem guten Wirtschaftsenglisch.

„Natürlich sind in meinem Job fundierte Kenntnisse in Steuerrecht und Rechnungswesen grundlegend, die ich auch ständig aktualisieren muss“, sagt sie. „Zudem sind Führungskompetenzen im Hinblick auf die Teamleitung und ein Gespür für die Sorgen und Wünsche von Mitarbeitern wichtig. Auf diesem Gebiet möchte ich mich in Zukunft noch weiterentwickeln.“

Informationen

Weitere Infos zu diesem Beruf finden Sie im BERUFENET:

http://bfi.plus/9735