Betriebs­wirtin (Fach­schule) – Kraft­fahr­zeuge

Man versteht die betriebswirtschaftlichen Zusammenhänge viel besser.

Führungsaufgaben im Kfz-Gewerbe

Seit ihrer Qualifizierung zur Betriebswirtin im Kraftfahrzeuggewerbe übernimmt Jessica Burian (32) in der Geschäftsleitung eines Autohauses leitende Aufgaben – und bereitet sich auf die Betriebsübernahme vor.

Beim Autohaus Burian südlich von Celle arbeiten an zwei Standorten rund 30 Mitarbeiter. Zum Leistungsspektrum des Unternehmens gehören Neuwagen, Zubehör, Finanzierung, Leasing, Garantieleistungen, Wartung, Pflege und Reparatur. Jessica Burian sorgt dafür, dass der Betrieb läuft – sie ist dabei, das Unternehmen von ihrem Vater zu übernehmen und arbeitet mit ihm zusammen in der Geschäftsleitung: „Das ist bei Weitem kein reiner Schreibtischjob“, betont die 32-Jährige. Sie kontrolliert Unternehmenszahlen, führt Mitarbeitergespräche, betreut Kunden und fährt bei Bedarf auch mal ein Fahrzeug zum TÜV.

Dass sie den elterlichen Betrieb übernehmen würde, stand nicht von Anfang an fest. Ihre kaufmännische Ausbildung absolvierte sie in einem Unternehmen für Gasmotoren, arbeitete dann in einem Ingenieurbüro, bevor sie als Kundenbetreuerin schließlich in die Automobilbranche wechselte: „Ich habe ein Faible für Technik, mag aber auch die menschliche Komponente“, sagt sie. „Schließlich ist das Auto auch ein sehr emotionales Thema.“

Ziel: ein guter Abschluss

Um genau einschätzen zu können, welche Schritte für die Entwicklung des Betriebes sinnvoll sind, absolvierte Jessica Burian die Weiterbildung zur Betriebswirtin im Kraftfahrzeuggewerbe – an der Bundesfachschule für Betriebswirtschaft im Kraftfahrzeuggewerbe. In den elf Monaten in Vollzeit beschäftigte sie sich mit Inhalten aus der Volkswirtschaftslehre, der Betriebswirtschaftslehre, aus Arbeits- und Steuerrecht, Marketing, Personalführung und Rechnungswesen – alles auf die Branche zugeschnitten. Hinzu kam eine Vertiefungsrichtung, zum Beispiel „Sales“, „After Sales“ oder „Backoffice“. Sie entschied sich für die Vertiefung „Studium Generale“ – also ein Modul, das inhaltlich alle Themenbereichen behandelt. Das habe am besten zu ihren vielfältigen Aufgaben gepasst, erklärt Jessica Burian. Mit ihr besuchten Kfz-Meister, Mechatroniker und Kaufleute die Weiterbildung.

Mit dem Unterricht war es aber nicht getan. „Ich wollte einen guten Abschluss machen und habe deshalb auch die Wochenenden mit Lernen verbracht“, erzählt sie. „Man muss eine bestimmte Punktzahl erreichen, um zur Abschlussprüfung zugelassen zu werden – und es werden viele Klausuren geschrieben.“ Durch ihre Berufserfahrung konnte sie die Theorie mit der Praxis verbinden: „Das hat das Lernen vereinfacht.“

Was Stellschrauben bewirken

Grund-, Anmelde- und Prüfungsgebühr summieren sich in der Regel auf 7.060 Euro, hinzu kommen die Lebenshaltungskosten bei gleichzeitigem Verdienstausfall. Weil Jessica Burian wie geplant gut abschnitt, wurde ihr ein Teil der Gebühren erlassen. Durch das Meister-BAföG konnte sie ihre Ausgaben zusätzlich abfedern.

„Gelohnt hat sich diese Investition auf jeden Fall“, sagt Jessica Burian, die nach ihrem Abschluss zunächst bei einer Servicebank für die Automobilbranche arbeitete. Auch nach dem Wechsel in den elterlichen Betrieb kommt ihr das Wissen zugute: „Man versteht einfach die betriebswirtschaftlichen Zusammenhänge viel besser“, sagt sie. „Wenn man an einer Stellschraube dreht, kann man einschätzen, was das an anderer Stelle für Folgen hat. Durch das Fachwissen bin ich zudem in der Lage, in Verhandlungen kompetent zu argumentieren.“

Mitnehmen aus der Weiterbildung kann man aber nicht nur das Fachwissen: „Da die Dozenten aus der Wirtschaft kommen, kann man sich ein wertvolles Netzwerk aufbauen.“

Informationen

Weitere Infos zu diesem Beruf finden Sie im BERUFENET:

http://bfi.plus/6536