Betriebs­wirt (Fach­schule) – Verwaltung

Die Dozenten gingen auf jeden individuell ein, während wir Fälle aus der Praxis besprachen.

Erklären und entscheiden

Mathias Brocker (28) ist Verwaltungsbetriebswirt. An der Hochschule des Saarlandes berät er Studierende in finanziellen Angelegenheiten und entscheidet über ihre Ausbildungsförderung.

Zwei Möglichkeiten hatte Mathias Brocker, um im Verwaltungsdienst des Saarlandes beruflich aufzusteigen: Der ausgebildete Verwaltungsfachangestellte konnte entweder den zweiten Angestelltenlehrgang an der Saarländischen Verwaltungsschule absolvieren. Oder er konnte eine berufsbegleitende Weiterbildung zum Verwaltungsbetriebswirt an der Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie (VWA) Saarland in Saarbrücken machen. Er entschied sich für die Weiterbildung – auch, weil er den Angestelltenlehrgang frühestens vier Jahre nach seiner Ausbildung hätte angehen können. „So lange wollte ich nicht warten“, erklärt der 28-Jährige. 90 Euro kostete die Weiterbildung pro Monat; die Kosten bestritt Mathias Brocker aus eigener Tasche.

Lerngruppen in familiärer Atmosphäre

Drei Jahre lang fuhr er jeden Dienstag, Mittwoch und Donnerstag direkt nach der Arbeit zum Hörsaal der VWA. Im Unterricht von 18 Uhr bis 21.15 Uhr erhielt er fundierte Einblicke in Betriebswirtschafts-, Verwaltungsbetriebswirtschafts- und Volkswirtschaftslehre, in das Privatrecht des Bürgerlichen Gesetzbuchs und in Öffentliches Recht – von Staats- über Kommunal- bis hin zu Baurecht.

Theorielastige Vorlesungen wechselten sich ab mit kleineren Kursen zu Rechnungswesen oder Kostenrechnung in der Kommunalverwaltung, in denen kaum mehr als zehn Teilnehmer saßen. „Die Dozenten gingen hier auf jeden individuell ein, während wir Fälle aus der Praxis besprachen“, erzählt Mathias Brocker. Gemeinsam mit seinen Mitschülern organisierte er sich in einer kleinen Lerngruppe. „Wir haben uns gegenseitig in einer familiären Atmosphäre angespornt“, berichtet er. Um konzentriert auf die Abschlussprüfungen zu lernen, nahm er sich zwei Wochen Urlaub.

Beratung und Bearbeitung von Anträgen

Bereits während seiner Weiterbildung wechselte Mathias Brocker in seine heutige Position im Studentenwerk des Saarlands auf dem Hochschulcampus in Saarbrücken. Als Sachbearbeiter des Amts für Ausbildungsförderung ist er hier zuständig für die finanzielle Betreuung der Studierenden und bearbeitet ihre Anträge auf BAföG. Seine Kenntnisse aus der Qualifizierung kommen ihm nun in seinem Arbeitsalltag zugute – bei verwaltungsrechtlichen Fragen, Einkommens- und Vermögensberechnungen sowie bei der Fallbearbeitung und im direkten Beratungsgespräch.

„Im Umgang mit den Studierenden muss ich einerseits feinfühlig vorgehen, andererseits muss ich ihnen die komplexe rechtliche Lage in einfachen Worten erklären können“, erläutert er. Bevor er Studierende am Telefon oder in seinem Büro berät, bearbeitet er ab 7 Uhr morgens schriftliche Anträge, die er – noch – in Papierform ablegen muss. Dabei berechnet er computergestützt die finanzielle Situation der Antragsteller und beurteilt sie nach der geltenden Rechtslage. Wenn ihm Lücken in den Formularen auffallen oder Belege fehlen, schreibt er die Antragsteller an.

Sein umfangreiches Fachwissen beschränkt sich nicht nur auf das BAföG, sondern umfasst auch das Einkommensteuer-, Rentenversicherungs- und Verwaltungsrecht. Auch besitzt er Kenntnisse über die breite Palette an Bankprodukten, etwa KfW-Kredite. In diesen Gebieten ändern sich regelmäßig Details bei den zugrunde liegenden Bestimmungen. Mathias Brocker hält sich über diese Veränderungen auf dem Laufenden.

Informationen

Weitere Infos zu diesem Beruf finden Sie im BERUFENET:

http://bfi.plus/7648