Betriebs­wirt (Fach­schule) – allg. Betriebs­wirt­schaft

Meine Erkenntnisse konnte ich direkt auf unsere Marketingstrategie übertragen.

Online vermarkten

Als Verantwortlicher für das Social-Media-Marketing eines Reiseveranstalters spürt Benedikt Fritz (33) alpine Reiseziele auf und vermarktet sie. Mit einer Weiterbildung zum Betriebswirt bereitete er sich auf seine heutigen Aufgaben vor.

Nach zwölf Jahren als Zeitsoldat wollte sich Benedikt Fritz beruflich verändern. Vor seiner Tätigkeit bei der Bundeswehr hatte der ausgebildete Einzelhandelskaufmann als stellvertretender Filialleiter bei einer großen Lebensmittelkette gearbeitet. „Ich suchte einen Job, der mir mehr Abwechslung bot“, sagt der 33-Jährige. Eine Vollzeit-Weiterbildung zum staatlich geprüften Betriebswirt an der Fachakademie für Wirtschaft der Fachhochschule des Mittelstands München erschien ihm als gutes Karriere­sprungbrett. Zudem eröffnete ihm das damit verbundene Fach­abitur die Option eines Studiums.

Lernen für die Praxis

Zwei Jahre lang pendelte er zum täglichen Unterricht von Bischofswiesen nach München. „Da die Schule um 8 Uhr begann, saß ich bereits vor 6 Uhr im Zug“, erzählt er. „Die Hin- und Rückfahrt habe ich zum Lernen genutzt.“ Neben Pflichtfächern wie Betriebs- und Volkswirtschaft, Rechnungswesen und Recht wählen die Teilnehmer im Laufe der Weiterbildung zusätzliche Fachgebiete. Benedikt Fritz entschied sich für Wirtschaftsenglisch sowie Marketing und Vertrieb – auch aus pragmatischen Gründen: Er jobbte bereits als Praktikant in der Marketingabteilung seines heutigen Arbeitgebers, dem DAV Summit Club in München, einem auf alpine Touren ausgerichteten Reiseveranstalter. Er wollte das Fachwissen vertiefen, das er für seine Tätigkeit dort brauchte.

Die Weiterbildung nahm viel Zeit in Anspruch, für seine Hobbys blieb Benedikt Fritz in den zwei Jahren wenig Zeit. „Familie und Freunde halfen mir aber, durchzuhalten“, sagt er. Sie unterstützten ihn etwa beim Lernen und fragten ihn mittels Karteikarten ab. Alle zwei Wochen standen Klausuren an, deren Noten in die Endnote einflossen. Die Kosten der Weiterbildung, rund 7.500 Euro, übernahm zu zwei Dritteln der Berufsförderungsdienst der Bundeswehr. Den Rest zahlte Benedikt Fritz aus eigener Tasche.

Projekte im Social-Media-Marketing

Nach bestandener Prüfung fing Benedikt Fritz als Projektmanager bei seinem heutigen Arbeitgeber an. Er ist dort Spezialist für Social-Media-Aktivitäten. „In meinem Abschlussprojekt an der Akademie habe ich mich mit dem effizienten Einsatz von Social-Media-Marketing beschäftigt“, erzählt er. „Meine Erkenntnisse konnte ich direkt auf unsere Marketingstrategie übertragen."

Im Büro betreut er die Unternehmensauftritte auf sozialen Medien wie Facebook, Twitter und Google+ inhaltlich und redaktionell; er nimmt Anregungen der User auf und beantwortet Fragen von Kunden – und agiert entsprechend immer kommunikativ und serviceorientiert. Um Marketing-Projekte zu koordinieren, muss er oft zu den jeweiligen Urlaubsorten reisen. „Vor Ort kann ich den Reiz neuer Urlaubsgebiete für Touristen kompetent sondieren und gut einschätzen."

Bevor er entscheidet, ob und auf welchen Online-Kanälen welche Werbefilme oder Fotostrecken erscheinen sollen und was sie kosten dürfen, untersucht Benedikt Fritz Zielgruppen und Märkte mithilfe von Online-Statistiken. „Actionreiche Gipfelstürmer-Bilder sprechen beispielsweise die Senioren weniger an“, sagt er. „Da braucht man ein feines Gespür und muss die Zahlen präzise auswerten können."

Da sich die Social-Media-Tools rasant weiterentwickeln, muss Benedikt Fritz immer auf dem neuesten technischen Stand sein und Trends in seine Überlegungen einbeziehen. Die Umsetzung von Mobile-Marketing-Maßnahmen ist seine nächste Herausforderung.

Informationen

Weitere Infos zu diesem Beruf finden Sie im BERUFENET:

http://bfi.plus/9737