Betriebs­wirtin (Fach­schule) – Ab­satz/Marketing

Eine Kundenbeziehung gestalten und pflegen zu können ist ein Erfolgsfaktor.

Die Marketing-Expertin

Vertrieb und Marketing beherrschte Claudia Potschigmann (39) zwar praktisch, doch fehlte ihr die Theorie. Berufsbegleitend bildete sie sich weiter, mittlerweile führt sie ihr eigenes Unternehmen.

Nach ihrer Ausbildung zur Kauffrau im Groß- und Außenhandel und einer zusätzlichen Qualifizierung zur Handelsfachwirtin baute Claudia Potschigmann als Assistentin der Geschäftsleitung bei ihrem damaligen Arbeitgeber die Abteilung Marketing auf.

Weil sie sich in der Folge zu ihrer praktischen Berufserfahrung auch einen fundierten theoretischen Hintergrund wünschte, suchte sie nach einer geeigneten Weiterbildung. Sie entschied sich für die berufsbegleitende Qualifizierung zur Marketing- und Vertriebsmanagerin an der Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie Ostbayern in Regensburg. „Marketingmanager/in“ ist auch eine übliche Bezeichnung für den Abschluss „Betriebswirt/in für Absatz und Marketing“.

Sofort vom Fachwissen profitiert

„In der Weiterbildung habe ich mir nicht nur Marketing-, sondern auch Vertriebs- und Produktmanagementwissen angeeignet“, sagt die 39-Jährige. Das kam ihr bei der täglichen Arbeit unmittelbar zugute: „Im Marketing habe ich genau zwischen Produktmanagement und Vertrieb gearbeitet und hatte auch selbst oft Kundenkontakt."

Die Weiterbildung läuft über drei Semester und deckt Vertriebs- und Marketingfächer ab: Vertriebs- und Verkaufsmanagement, Marketingkommunikation und Neue Medien werden durchgängig unterrichtet. Dazu kommen Inhalte aus Bereichen wie Recht sowie Marketing- und Vertriebscontrolling. Gelehrt wird an einem bis zwei Abenden pro Woche sowie an vier bis fünf Samstagen pro Halbjahr. Und natürlich musste Claudia Potschigmann Zeit aufwenden, um den Lernstoff nachzubereiten und für Klausuren und die Abschlussprüfung zu lernen. „Ich fand das Lernen nicht belastend, weil mich das Thema sehr interessierte und ich mich aus freien Stücken dazu entschieden hatte“, sagt sie. „Eine zeitliche Herausforderung war es trotzdem – hier haben mir feste Lernzeiten und ein angenehmes Lernumfeld zu Hause geholfen.“ Dass sie ihr Wissen im Arbeitsalltag sofort anwenden konnte, motivierte sie zusätzlich. Die Kosten für die Weiterbildung – aktuell liegen sie bei 495 Euro pro Semester, dazu kommen 100 Euro für die Anmeldung und 400 Euro für die Abschlussprüfung – übernahm ihr damaliger Arbeitgeber.

Kommunikation und Kundenbeziehung

Die klassischen Aufgaben von Betriebswirten/-wirtinnen für Absatz und Marketing sind vielseitig. Dazu zählen etwa die Entwicklung von Verkaufszielen, die Preiskalkulation, die Produktpräsentation, die Erstellung von Marktanalysen und Marketingkonzepten sowie die Durchführung von Werbeaktionen. „Mein Schwerpunkt war die Marketingkommunikation“, sagt Claudia Potschigmann. „Ich habe in diesem Rahmen auch Events organisiert, Pressemitteilungen verfasst und Unternehmensmedien wie die Webseite und den Newsletter betreut.

Auf der Grundlage ihrer umfangreichen fachlichen Kenntnisse und ihrer praktischen Erfahrung entschloss sie sich nach einiger Zeit, sich mit einem eigenen Dienstleistungsunternehmen selbstständig zu machen. In Amberg ist sie als Coach und Trainerin mit dem Schwerpunkt Auftrittscoaching und Selbstwerttraining tätig. Ihr Marketing- und Vertriebswissen kann sie hier gleich doppelt anwenden: „Einerseits will ich mein eigenes Unternehmen vermarkten, auf- und ausbauen“, sagt sie. Andererseits bringt sie ihren Kunden bei, wie sie sich selbst vermarkten können. Ein besonderes Augenmerk legt sie dabei auf ein gutes Beziehungsmarketing: „Eine Kundenbeziehung gestalten und pflegen zu können ist einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren für Betriebe“, sagt sie.

Informationen

Weitere Infos zu diesem Beruf finden Sie im BERUFENET:

http://bfi.plus/58558