Assistent – Controlling

Durch das Seminar verstehe ich Controlling-Abläufe deutlich besser.

Von Kostenstellen und Planzahlen

In welchem Bereich er arbeiten wollte, das wusste Stefan Kienast (23) schon bald: Controlling. Um sich die nötigen Kenntnisse dafür anzueignen, entschied er sich zu einer zusätzlichen Qualifizierung.

Während seiner Ausbildung zum Industriekaufmann bei der Fassmer GmbH & Co. KG entdeckte Stefan Kienast sein Interesse am Controlling. Weil er in diesem Bereich tätig werden wollte, entschied er sich dazu, seine Kenntnisse zu vertiefen. Er meldete sich für eine Weiterbildung im Bereich Controlling an der Industrie- und Handelskammer Oldenburg an. „Die IHK kannte ich bereits über die Berufsausbildung“, sagt er. „Zudem fand der Lehrgang ganz in der Nähe statt und war berufsbegleitend – so wie ich es mir vorstellte."

Mehr Fachwissen in sechs Monaten

Der Kurs dauerte rund sechs Monate und umfasste 152 Unterrichtsstunden. Unterrichtet wurde an zwei Abenden pro Woche von 18 Uhr bis 21.15 Uhr. „Den Unterrichtsbesuch konnte ich gut organisieren, da meine Kernarbeitszeit um 15.30 Uhr endet“, sagt Stefan Kienast. Geeignet ist das Seminar für Menschen mit kaufmännischer Ausbildung und Vorkenntnissen im Rechnungswesen und Controlling.

Vermittelt wurden Inhalte aus unterschiedlichen Teilgebieten, etwa Buchführung. Hierzu gehörten Gewinn- und Verlustrechnung, Kosten- und Leistungsrechnung und Jahresabschluss. Außerdem ging es darum, Kennzahlen zu ermitteln, um Kapitalflussrechnung sowie um Aufbaukenntnisse im Bereich Controlling – von den Funktionen bis hin zu den Instrumenten wie Kostenstellen-, Kostenträgerrechnung und Investitionsrechnungen. Der Lernaufwand habe sich bei ihm in Grenzen gehalten, wie Stefan Kienast sagt. „So blieb mir trotz Arbeit und Weiterbildung genügend Freizeit.“ Die Lehrgangskosten von aktuell 1.290 Euro übernahm sein Arbeitgeber.

Controlling anwenden

Im Büro ist Stefan Kienast mittlerweile für das Kostenstel-lencontrolling zuständig. Zusammen mit den Abteilungs-leitern, die für die Kostenstellen verantwortlich sind, erar-beitet er die Planzahlen. Anhand von Ist-Zahlen aus der Buchhaltung erstellt er regelmäßig Soll-Ist-Vergleiche, erfasst die Abweichungen und bespricht sie mit den Verantwortlichen. „Am meisten Spaß an meiner Arbeit macht mir die Vielfalt der Aufgaben und die Zusammenarbeit mit den Kollegen“, sagt Stefan Kienast. „Wir analysieren gemeinsam Abweichungen und entwickeln Möglichkeiten für eine verbesserte Planung.“ Eine weitere Aufgabe ist die Betriebswirtschaftliche Auswertung, die der 23-Jährige quartalsweise erstellt. Sie basiert auf Zahlen der Finanzbuchhaltung und gibt Auskunft über die Ertragslage des Unternehmens. Die Vorlage hierfür kommt in Form einer Datei vom Steuerprüfer, der die Jahresabschlüsse erstellt. Zudem unterstützt er seinen Vorgesetzten bei der Bearbeitung des Betriebsabrechnungsbogens, einem Kalkulationsschema für die interne Verrechnung von Kosten, die sich nicht direkt zurechnen lassen, etwa Verwaltungskosten.

„Durch das Seminar verstehe ich die Controlling-Abläufe deutlich besser und habe neue Instrumente – zum Beispiel für Auswertungen – kennengelernt“, sagt Stefan Kienast. Da Controlling teils auch eine Beratungsfunktion mit sich bringt, fungiert er oft als Schnittstelle zwischen der Geschäftsleitung und den Abteilungen: „Hier ist manchmal Diplomatie gefragt“, sagt er. „Außerdem muss man darauf achten, immer neutral zu bleiben.“ Ausgeprägte Kommunikationsfähigkeiten sind somit unverzichtbar, ebenso analytisches Denken und Zahlenverständnis.

Stefan Kienast möchte sich noch zusätzliche Kenntnisse in seinem Tätigkeitsbereich aneignen: „Ich könnte mir ein weiterführendes Seminar vorstellen oder ein duales BWL-Studium mit dem Schwerpunkt Finanzen und Controlling.“

Informationen

Weitere Infos zu diesem Beruf finden Sie im BERUFENET:

http://bfi.plus/15018