Anpassungs­qualifizierung: Sicher­heits­beauftragte in Luft­verkehrs­unternehmen

Ich bin genau da, wo ich sein möchte.

Gefahrgut erkennen

Nachdem sie jahrelang für eine Spedition gearbeitet hatte, entschied sich Margareta Schmid (57), einen neuen beruflichen Weg einzuschlagen. Heute ist sie Sicherheitsbeauftragte in einem großen Luftfrachtunternehmen.

Zu ihrer heutigen Tätigkeit kam Margareta Schmid über Umwege. Die heute 57-Jährige absolvierte zunächst eine Ausbildung zur Großhandelskauffrau, was der heutigen „Kauffrau im Groß- und Außenhandel der Fachrichtung Großhandel“ entspricht. Später arbeitete sie bei einer Speditionsfirma, wo sie für den Einkauf, für die Überwachung der Logistikkette sowie für die Überprüfung der Warenbestände zuständig war. Nachdem ihr damaliger Arbeitgeber Konkurs anmeldete, wollte sie sich beruflich verändern. Sie wechselte in ein Unternehmen, das auf Luft- und Seefracht spezialisiert war. „Am Anfang war es nicht leicht – ich kannte mich im Bereich Luftfracht ja überhaupt nicht aus“, erklärt sie. Ihre grundsätzliche Bereitschaft, immer wieder dazuzulernen, war in dieser Phase sehr hilfreich.

Heute arbeitet Margareta Schmid bei der DHL Global Forwarding GmbH in Nürnberg als Sicherheitsbeauftragte; darüber hinaus ist sie Mitglied des Betriebsrats. Um ihr Wissen im Bereich Sicherheit zu vertiefen, nahm sie an verschiedenen Schulungen teil. Eine davon beschäftigte sich mit dem Thema Gefahren bei Luftfrachtsendungen.

Gefahrenquellen erkennen

Das Seminar dauerte drei Tage, die Kosten in Höhe von etwa 1.200 Euro übernahm ihr Arbeitgeber. Während der Schulung bekamen die Teilnehmer einen Überblick über Gefährdungspotenziale und Sicherheitsrisiken, die an einem Flughafen gegeben sein können – beispielsweise Waffen- oder Drogenschmuggel oder ein terroristischer Anschlag. Die Teilnehmer wurden geschult, Gefahrenquellen frühzeitig zu erkennen und deeskalierend einzuschreiten. Außerdem lernten sie, welche Vorschriften und Gesetze in Gefahrensituationen zu beachten sind.

„Wenn die Gefahr anrollt, dann ist sie schon im Flughafen. Es ist wichtig, dass man dann schnell und richtig reagiert“, betont Margareta Schmid. Während des Seminars lernte sie, worauf sie achten muss, um beispielsweise auch kleinere Gegenstände im Gepäck nicht zu übersehen. Entscheidend sei, sich nicht täuschen zu lassen und Verbotenes zielsicher zu entlarven.

Auch um Ladungskontrolle ging es im Rahmen des Seminars. So müssen Versandgüter ebenso wie Gefahrengüter bei Auffälligkeiten überprüft werden. Falls nötig, kommen außerdem Spür- und Sprengstoffhunde zum Einsatz, um eine Gefahrenquelle aufzudecken. „Bei stark auffälligen Ladungen dürfen diese ebenfalls geöffnet und kontrolliert werden“, erklärt Margareta Schmid. Ein Thema im Seminar waren auch die Sicherheitsbereiche am Flughafen – hier dürfen sich nur Personen mit entsprechender Berechtigung aufhalten. Was in diesem Zusammenhang zu beachten ist und wie in unterschiedlichen Situationen agiert werden muss, wurde genau dargelegt.

Sicherheit steht an erster Stelle

Die Schulung sensibilisierte Margareta Schmid. „Heute achte ich viel mehr auf Kleinigkeiten“, sagt sie. Die 57-Jährige ist mittlerweile eine sehr gute Beobachterin – eine wichtige Voraussetzung, um Unstimmigkeiten und mögliche Gefahren zu erkennen.

Als Sicherheitsbeauftragte besteht ihre Aufgabe heute darin, Gefahrgutunterlagen zu prüfen. Sie ist am firmeninternen Arbeitssicherheitsausschuss beteiligt und organisiert Schulungen für die Mitarbeiter: „Es ist wichtig, sich fortzubilden und immer Neues zu lernen“, betont sie. „Für mich hat sich der Quereinstieg gelohnt: Ich bin genau da, wo ich sein möchte.“

Informationen

Finden Sie Bildungsangebote in Ihrer Nähe im KURSNET:

http://bfi.plus/6552