Anpassungs­qualifizierung: Sach­kundiger für kraft­betriebene Regal­anlagen

Wir können uns nur geringe Ausfallzeiten erlauben.

Der Regalinspekteur

Bei seinem Arbeitgeber ist Matthias Dossow (49) der Spezialist für das kraftbetriebene Regalsystem eines Elektrolagers. Durch die entsprechende Fortbildung hat er sich neue Aufgaben erschlossen.

Als vor einigen Jahren der Grundstein für eine neue, hochmoderne Lagerhalle des Logistikzentrums der Busch-Jaeger Elektro GmbH in Lüdenscheid gelegt wurde, war Matthias Dossow dabei. Der 49-Jährige ist der Experte für die komplexen logistischen Anlagen des Lagers. 55.000 Behälter verteilten sich über mehrere Regalkilometer hinweg, hinzu kommen noch einmal 8.000 Paletten-Plätze, wie der Lagerfachmann erklärt. „Ich bin nach und nach in die elektrischen und mechanischen Arbeiten der Lagerhallen hineingewachsen“, sagt Matthias Dossow, der eigentlich aus einem ganz anderen Berufsbereich kommt.

Zunächst absolvierte er eine Ausbildung zum Betriebsschlosser, was heute in etwa dem Berufsbild des Anlagenmechanikers entspricht. Er blieb zunächst bei seinem Ausbildungsunternehmen, jedoch meldete dieses Konkurs an. Daraufhin wechselte er in das Logistikzentrum seines heutigen Arbeitgebers, wo er auf einen inzwischen 30-jährigen beruflichen Werdegang zurückblicken kann. Mittlerweile ist er als Servicetechniker für die störungsfreien Abläufe im Lager und an der Warenausgabe zuständig. Zudem ist er für die Arbeitssicherheit der rund 50 Mitarbeiter mitverantwortlich. Gerüstet hat er sich für diese Aufgaben durch mehrere Schulungen, unter anderem durch die Qualifizierung zum Sachkundigen für kraftbetriebene Regalsysteme.

Anlage und Inspektion

Ein Vorgesetzter legte dem Lagerspezialisten den entsprechenden Lehrgang beim TÜV Rheinland nahe. In dem eintägigen Kurs befassten sich die Teilnehmer unter anderem mit den Sicherheitsvorkehrungen, die beim Betrieb von automatisierten Regalanlagen nötig sind. Sie lernten zum Beispiel, welche DIN-Normen solche Anlagen erfüllen müssen. Auch die sichere Montage und die dabei zu beachtenden statischen Voraussetzungen waren Teil der Fortbildung. Für Matthias Dossow besonders interessant waren die Abschnitte, mit denen er sich für die Inspektionen der Anlagen qualifizierte. Die Kosten des Kurses übernahm sein Arbeitgeber, der ihn zudem dafür freistellte.

Alles, nur kein Stillstand

Der Servicetechniker führt unter anderem die gesetzlich vorgeschriebenen Prüfungen an den Regaleinrichtungen durch. Dank der Qualifizierung konnte er sich also einen neuen Arbeitsbereich erschließen: „Früher hat das eine externe Firma übernommen. Heute ist es mein Aufgabenbereich. Dadurch werden jährlich Kosten eingespart.“ Als Teil eines Zweimann-Serviceteams ist er zudem tagtäglich auf Abruf, um bei Bedarf Störungen und Probleme im Zusammenhang mit der Regalanlage zu beheben. Einen Teil seiner Arbeitszeit verbringt er im Büro. Hier füllt er zum Beispiel Reparaturaufträge aus oder bereitet die nächste Inspektion vor. Zudem laufen hier die gesamten Informationen des Überwachungssystems der Anlage zusammen. Auf einer Anzeige werden Regalsysteme, Flurförderfahrzeuge sowie die vollautomatische Paletten-Anlage angezeigt und Fehlerfälle markiert. Dann gilt es für ihn und seinen Kollegen, schnell zu handeln und den Defekt zu beheben: „Wir können uns nur geringe Ausfallzeiten erlauben: Wenn bei uns das Lager steht, stehen mit ihm 50 Mitarbeiter – und viele angeschlossene logistische Prozesse."

Die Teilnahme an der Schulung hat sich für Matthias Dossow in jeder Hinsicht ausgezahlt: „Mein Aufgabengebiet ist immer weiter gewachsen. Ich bin der Einzige, der die ortsfesten und kraftbetriebenen Regale prüfen kann.“

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