Anpassungs­qualifizierung: Personal­management

In der Personalauswahl sind Empathie und Menschenkenntnisse unerlässlich.

Neue Kenntnisse, neue Aufgaben

Ein Lehrgang machte Sylke Falkenberg (42) fit für neue Aufgaben im Personal­bereich. Gefragt sind dort vor allem Wissen im Hinblick auf das Arbeitsrecht und Menschenkenntnis.

Sylke Falkenberg absolvierte eine Ausbildung zur Bauzeichnerin und arbeitete einige Jahre in diesem Beruf. Mit der Zeit stellte sie fest, dass ihr die Tätigkeiten im Büro mehr lagen als die Arbeit auf Baustellen, und wechselte den Bereich. Zunächst war sie bei einem Ingenieurbüro für Straßen- und Tiefbau in der Assistenz tätig, bevor sie eine Stelle als Assistentin der Geschäftsführung bei ihrem heutigen Arbeitgeber, der Helmstedter Revier GmbH, bekam. Über etliche Jahre sammelte sie dann in dieser Position Berufserfahrung. Schließlich wuchs der Wunsch, sich noch einmal beruflich zu verändern: Sie wollte in den Personalbereich wechseln. Es stellte sich heraus, dass der Abteilungs­wechsel kurzfristig möglich wäre. Nun galt es, sich schnell das nötige Know-how anzueignen.

Lehrgang qualifiziert für Job

Sie entschied sich für einen Lehrgang im Bereich Personalsachbearbeitung bei der Deutschen Gesellschaft für Personalführung in Stuttgart. Für den zehntägigen Kurs wurde Sylke Falkenberg freigestellt. Sie beschäftigte sich mit Inhalten aus den Bereichen Arbeitsrecht und Sozialpartnerschaft, Personalmarketing und -auswahl, Personal­betreuung und Mitarbeiterbindung sowie Leistungs- und Vergütungsmanagement. „Dies beinhaltete das Verfassen von Anforderungsprofilen und Stellenanzeigen, die Vorauswahl von Bewerbern sowie die Vorbereitung von Einstellungs­interviews und Arbeitsverträgen.“ Die Teilnehmer simulierten auch typische Gesprächssituationen: „Wir bekamen die Aufgabe, einen Mitarbeiter einzustellen, und übten dafür alle Schritte vom Verfassen der Stellenanzeige bis hin zum Auswahlgespräch."

Sie absolvierte eine schriftliche Prüfung und hielt einen Kurzvortrag zu einem spezifischen Fachthema. Nach dem Abschluss erhielt sie das Zertifikat einer „DGFP-zertifizierten Personalsachbearbeiterin“. Die Kosten in Höhe von 3.200 Euro übernahm ihr Arbeitgeber.

Von Bewerbung bis Urlaubsantrag

Zusammen mit einer weiteren Kollegin übernimmt Sylke Falkenberg nun Aufgaben in der Personalsachbearbeitung. Sie bearbeitet Weiterbildungs- und Urlaubsanträge, führt Mitarbeitergespräche und erledigt Vertragsarbeit in Zusammenhang mit Vorruhestandsregelungen, Umstrukturierungen oder Wiedereingliederung von Mitarbeitern. „Dabei muss geprüft werden, wie belastbar derjenige noch ist, und es muss das weitere Vorgehen mit dem Betriebsrat und dem direkten Vorgesetzten besprochen werden.“ Aufgaben rund um die Personalgewinnung wie Stellenanzeigen erstellen, Bewerbungen sichten, Bewerber einladen und im Gespräch eine Vorauswahl treffen, übernimmt sie ebenfalls. Sie erstellt Arbeitsverträge und legt elektronische Mitarbeiterakten an.

Um die Mitarbeiter professionell betreuen zu können, seien Kenntnisse im Bereich des Betriebsverfassungs- und des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes sowie arbeitsrechtliche Grundkenntnisse unverzichtbar. „In der Personalauswahl sind außerdem Empathie und Menschenkenntnis unerlässlich“, erläutert die 42-Jährige. „Im Auswahlgespräch sollte man persönliche und teilweise auch fachliche Kompetenzen einschätzen können. Später geht es darum, den Arbeitnehmer zum beiderseitigen Vorteil weiterzuentwickeln.“ Was die Zusammenarbeit mit Betriebsrat und anderen Gremien betrifft, sei eine gute Portion Konfliktfähigkeit von Vorteil. Loyalität gegenüber dem Arbeitgeber und Verschwiegenheit seien ebenso wichtig. Außerdem müsse man die Bereitschaft mitbringen, seine Kenntnisse immer wieder aufzufrischen und zu erweitern: „In Sachen Personalrecruiting würde ich mich gern noch weiterbilden.“

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