Anpassungs­qualifizierung: Ladungs­sicherung

Ladungssicherung ist kompliziert, aber nicht kraftaufwendig.

Ladung sichern – aber richtig

Stefanie Krieg (39) bringt Ware quer durch Deutschland pünktlich zum Ziel. Dabei gewährleistet sie die Sicherheit – für sich selbst und für alle anderen Verkehrsteilnehmer.

Oft ist der Lkw der Firma Speralux GmbH am Freitag gegen Abend bereits beladen, sodass Stefanie Krieg am Montag frühmorgens starten kann. Ist sie am Bestimmungsort angekommen, kümmert sich der Kunde um die weiteren Abläufe. Aber dafür, dass die Ware pünktlich und sicher transportiert wird, ist die 39-Jährige verantwortlich: „Ladungssicherung ist kompliziert, aber nicht kraftaufwendig“, sagt sie. „Für eine Frau ist das gut machbar.“ Da ihre Spedition unter anderem Stahl und Draht in großen Rollen transportiert, muss sie mit Ketten sichern – und diese Ketten müssen halten.

„Zuerst legen wir Antirutschmatten zwischen die Ladefläche und das Ladegut. Und dann muss die Ware für den Fall eines Auffahrunfalls nach hinten abgesichert werden – und für den Fall, dass ich einmal scharf bremsen muss, auch nach vorne. Wenn ich mit Gurten sichere, kommt es auf die Belastbarkeit des Gurtes an und auf die Größe der Ratsche, mit der er angezogen wird. Mithilfe von Formeln berechnen wir diese Größen, dazu gehören auch die Reibwerte der Unterlage.“

Die Fernfahrerin besucht regelmäßig Seminare zum Thema Ladungssicherheit am Bildungszentrum für Logistik und Verkehr – BECKER GmbH. „Ich habe Glück, weil mein Arbeitgeber das finanziert“, sagt Stefanie Krieg. Für den Lkw-Führerschein müssen die Fahrer alle fünf Jahre fünf Module belegen und einen Sehtest absolvieren, ebenso eine Prüfung, die die körperliche Fitness bestätigt. Die fünf Module umfassen neben der Ladungssicherung die Themen „Lenk- und Ruhezeiten“, „Recht und Dokumente“, „Sicherheit“ und „Wirtschaftlichkeit“. Das Modul zur Ladungssicherung dauert einen Tag, inhaltlich beschäftigen sich die Teilnehmer dabei unter anderem mit rechtlichen und physikalischen Grundlagen, Anforderungen an das Transportfahrzeug und Arten der Ladungssicherung. Das Gelernte wird in praktischen Übungen angewandt.

Der Weg zum Ziel

Der Weg in ihre heutige Tätigkeit führte für Stefanie Krieg über Umwege. Zunächst absolvierte sie eine Ausbildung zur Industriemechanikerin in Erfurt und arbeitete anschließend im Rhein-Main-Gebiet. Doch wollte sie zurück nach Thüringen und kündigte deshalb ihre Anstellung. Als Industriemechanikerin fand sie hier allerdings keinen Arbeitsplatz und hatte in der Folge unterschiedliche Jobs. Dann brachte sie ihr damaliger Freund, selbst Fernfahrer, auf die Idee, den Lkw-Führerschein zu machen. Seitdem sitzt sie jeweils von montags bis freitags hinter dem Steuer. Wenn die Ruhezeiten es erfordern, nächtigt sie im Lkw an einem Parkplatz auf der Strecke. Manchmal sei es schwierig, abends, wenn es spät wird, einen Stehplatz zu finden: „Aber wenn man lange genug fährt, weiß man, wo man stehen kann.“

Hohe Anforderungen, schöne Seiten

„Bei meiner Firma stimmen die Lenk- und Ruhezeiten“, sagt Stefanie Krieg. Neun Stunden Lenkzeit sind in einer 15-Stunden-Schicht enthalten, zu der auch noch Pausen, Laden und Entladen gehören. Trotz der hohen Anforderungen in ihrem Beruf, etwa Konzentrationsfähigkeit, Verantwortungsbewusstsein und Stressresistenz, kann sie ihrer Arbeit bis heute eine schöne Seite abgewinnen: Unterwegs sein, immer wieder Neues sehen. „Ich liebe es vor allem, übers Land zu fahren, weil man da so viel von der Welt sieht.

Das war nicht immer so: Vor zehn Jahren hatte Stefanie Krieg eine Krise und wusste nicht, ob das Fahren wirklich der richtige Job für sie ist. „Ich hatte viel Zeit zum Grübeln, aber ich bin nicht darauf gekommen, was ich lieber machen würde.“ Sie ist also wohl genau richtig dort, wo sie ist.

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