Anpassungs­qualifizierung: Instand­haltung

Ich möchte in meinem Berufsleben nicht an einem Punkt hängen bleiben.

Auf Fehlersuche

Simon Yanar (29) wartet Stadtbahnen und kümmert sich darum, dass sie jederzeit einsatzbereit sind. Dank einer Schulung kennt er sich auch mit den entsprechenden Klimaanlagen aus.

Sich weiterzubilden war für Simon Yanar von Beginn seiner beruflichen Laufbahn an selbstverständlich. Der Industriemechaniker arbeitet in der Instandhaltung von Triebfahrzeugen und besuchte schon während der Ausbildung zusätzliche Seminare. Als sein Arbeitgeber, die Stuttgarter Straßenbahnen AG,die Wartung der Klimaanlagen in den Fahrzeugen an seine Abteilung übergeben wollte, war klar: Er wollte sich für diese Aufgabe qualifizieren.

Kühlschrank als Beispiel

Um die Wartung der Klimaanlagen durchführen zu dürfen, müssen die Angestellten eine Schulung nachweisen. Diese organisierte der Arbeitgeber selbst und übernahm auch die Kosten. Der Kurs war in einen theoretischen und einen praktischen Teil gegliedert. Zunächst belegte Simon Yanar einen zweiwöchigen Lehrgang bei einem externen Experten in Karlsruhe. Den Teilnehmern wurden dabei die grundlegenden Funktionszusammenhänge von Klimaanlagen vermittelt. Am Beispiel eines Kühlschranks lernten sie den Aufbau eines Kühlsystems kennen. Zudem beschäftigten sie sich mit der Fehlersuche an Geräten, die für diesen Zweck speziell präpariert waren. Die Fehler mussten mithilfe von Schaltplänen gefunden und behoben werden. Die Teilnehmer entwickelten einen Blick für wichtige Details – etwa dafür, dass ein falsch eingestelltes Expansionsventil reichen kann, um die Werte zu verändern und die Klimaanlage nicht mehr richtig kühlen zu lassen.

Im Anschluss an den Theorieteil musste er eine schriftliche Prüfung bestehen und erhielt ein Zertifikat. Der Praxisteil fand direkt bei seinem Arbeitgeber statt. Simon Yanar beschäftigte sich damit, wie die Klimaanlagen in den Stadtbahnen funktionieren. Er half bei der Wartung mit und lernte so direkt am Fahrzeug, Schäden zu erkennen und zu beheben. Nach der Schulung gaben die Kollegen noch ein halbes Jahr lang Hilfestellung, dann übernahm Simon Yanars Abteilung die Wartung.

In der Werkstatt und vor Ort

Einmal die Woche kommen Züge zur Klimawartung in die Werkstatt. Simon Yanar überprüft sowohl die Fahrgast- als auch die Fahrerklimaanlage. Das erledigt er zusammen mit zwei Kollegen und ist damit meist einen ganzen Tag beschäftigt. Gemeinsam tauschen sie Filter aus und kontrollieren, ob die Werte für Ober- und Unterdruck im Toleranzbereich liegen. Wenn das nicht der Fall ist, wird der Druck neu eingestellt oder es werden die betroffenen Teile ausgetauscht. Mittels eines speziellen Diagnoseprogramms wird überprüft, ob die Anlagen vorschriftsmäßig funktionieren. Das Programm simuliert eine bestimmte Außentemperatur und kontrolliert, ob die Klimaanlage entsprechend reagiert und das Fahrzeug herunterkühlt oder beheizt. Bei akuten Problemen wird das Fahrzeug auch vor Ort begutachtet.

Der 29-Jährige kümmert sich aber nicht nur um Klimaanlagen, sondern ist für alle Instandhaltungsarbeiten an den Triebfahrzeugen zuständig. Er tauscht Luftfilter aus, wechselt das Getriebeöl, überprüft die Bremszangen und führt Sichtprüfungen an den Fahrzeugen durch, um Schäden zu lokalisieren. Wenn eine Bahn repariert ist, fährt er sie Probe. Auch hierfür hat er sich schulen lassen.

Ich möchte in meinem Berufsleben nicht an einem Punkt hängen bleiben, sondern immer wieder neue Kenntnisse erlangen“, sagt er. „Dank der unterschiedlichen Qualifizierungen kann ich viele verschiedene Tätigkeiten durchführen.“

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