Anpassungs­qualifi­zierung: Reinigung von Raum­luft­tech­nischen Anlagen

Die Fortbildung hat mir geholfen, noch bessere Aufklärungsarbeit zu leisten.“

Für eine saubere Luft

Raumlufttechnische Anlagen sollen in Gebäuden die Luft hygienisch rein halten, temperieren und teilweise sogar optimal befeuchten. Damit sie diese Aufgabe zuverlässig erfüllen, müssen sie regelmäßig gereinigt werden. Wie das geht, weiß Jessica Kawasch-Barth (30).

Jessica Kawasch-Barth hat bereits einige Weiterbildungen erfolgreich abgeschlossen. Nach ihrer Ausbildung zur Gebäudereinigerin in Metzingen hängte sie den Meister an, später folgten Kurse zur Schädlingsbekämpfung sowie Raumdesinfektion. 2016 nahm sie an einer eintägigen Schulung zur Reinigung von Raumlufttechnischen Anlagen (RLT-Anlagen) teil und frischte ihr Wissen 2020 erneut auf. „In der Ausbildung wird dieses Thema nicht groß angesprochen, obwohl es sehr wichtig ist“, begründet die 30-Jährige ihre Entscheidung für diese Qualifizierung.

Zuerst die Grundlagen dann die Praxis

Die eintägige Schulung an der Fachakademie für Gebäudemanagement und Dienstleistung in Stuttgart richtet sich in erster Linie an technische Führungskräfte in der Gebäudereinigung – wie Jessica Kawasch-Barth, die als Technische Leiterin im mittelständischen Familienbetrieb ihres Vaters arbeitet. Doch auch weitere Mitarbeiter*innen des Unternehmens nutzen diese Anpassungsqualifizierung, um einen Einblick in diese Reinigungsarbeit zu erhalten. 

Zu Beginn des sechsstündigen Kurses setzten sich die Teilnehmer*innen mit allgemeinen Aufgaben einer RLT-Anlage auseinander, betrachteten einzelne Anlagenkomponenten und befassten sich mit Arbeitsstättenverordnungen sowie Richtlinien. Bereits in der Einführung betonte der Dozent, dass die Anlagen, um ihre Funktionen zu erhalten und die Gesundheit der Objektnutzer*innen zu schützen regelmäßig gepflegt werden müssen. „Problematische Luftinhaltsstoffe wie Schimmelsporen, Bakterien, Viren oder Aerosole werden durch die Anlage nicht gefiltert“, sagt Jessica Kawasch-Barth. Das sei in Zeiten von Corona besonders gefährlich, da die Anlagen meistens automatisch in der Umluft-Funktion betrieben werden, solange genügend Sauerstoff vorhanden ist. „Dadurch kann es passieren, dass die Viren nur umgewälzt und in einem anderen Bereich wieder ausgeblasen werden. Deshalb empfehlen wir zur jetzigen Zeit die Anlagen immer mit Außenluft zu betreiben.“ 

Im zweiten Teil der Schulung befassten sich die Teilnehmer*innen mit verschiedenen Reinigungsverfahren und Geräten, die für die jeweiligen Anlagen genutzt werden können. „Da gibt es zum Beispiel die Trockeneismethode oder das Wirbelvibrationsverfahren, eine Reinigungsmethode mit Druckluftpeitschen“, erklärt Jessica Kawasch-Barth. „Wenn die Anlagen leicht verschmutzt sind, kann man die trocken-feucht-Methode anwenden: absaugen abkehren , abwischen. Bei Küchenanlagen werden alle zugänglichen Kanäle abmontiert und anschließend alles mit einem Schaumgerät und alkalischem Reiniger gereinigt um das Fett zu lösen.“ 

Selbstbewusst im Kundenkontakt

Das erworbene Wissen ist für Jessica Kawasch-Barth eine wichtige Basis in der Kundenkommunikation. „Die Fortbildung hat mir geholfen, noch bessere Aufklärungsarbeit zu leisten. Viele Kunden wissen gar nicht, dass die Wartung ihrer Anlage keine Reinigung beinhaltet.“ Bei Reinigungsangeboten weist die Expertin ihre Kund*innen deshalb mittlerweile routiniert darauf hin, dass RLT-Anlagen mit Befeuchter alle zwei Jahre, Anlagen ohne Befeuchter alle drei Jahre nach der Richtlinie VDI 6022 eine Hygieneinspektion durchführen sollten. „Am Ende bekommt der Kunde eine Dokumentation mit Bildern sowie einen Bericht mit einer Bewertung. Anhand dessen sieht er, welche Teile mikrobiologische, mechanische oder physikalische Mängel aufweisen können.“

Informationen

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