Anpassungs­qualifizierung: Gas­anlagen

Grundwissen wird vorausgesetzt, ich habe das vorher über eine E-Learning-Plattform erworben.

Sicher Gas geben

Kraftfahrzeugtechnikermeister Lothar Surges (56) bietet in seiner Werkstatt neben dem Standardrepertoire auch Gasumbauten und die entsprechenden Prüfungen an. Mit einer Schulung hat er sich für diese Tätigkeiten qualifiziert.

Seine Leidenschaft für schwere amerikanischen Autos hat Lothar Surges schon in den Achtzigerjahren zum Beruf gemacht und seinen Kfz-Meisterbetrieb in Kesseling in der Eifel auf US-Fahrzeuge ausgerichtet. Ein weiterer Schwerpunkt seiner Werkstatt liegt auf Gasumbauten: „Gas ist wesentlich günstiger als Benzin. Damit kann man auch diese Fahrzeuge zum normalen Pkw-Preis fahren“, sagt er.

Kfz-Werkstätten, die – wie diejenige von Lothar Surges – entsprechende Umbauten anbieten, müssen spezielle Anforderunger erfüllen: Vorgeschrieben sind die Gassystemeinbauprüfung (GSP) und die immer wiederkehrenden Gasanlagenprüfungen (GAP). Die Anerkennung als GAP-Werkstatt erteilt in der Regel die Kfz-Innung. Die Schulungen für die verantwortlichen Personen und Fachkräfte werden von den Bildungszentren der Handwerkskammern angeboten – genau so eine Schulung hat auch Lothar Surges absolviert. „Es gibt aber auch Fahrzeug- und Nachrüstanlagenhersteller, die selbst solche Schulungen durchführen“, sagt er.

Umgang mit dem Leckspürgerät

Die viertägige Erstschulung kostete 1.280 Euro, die er aus eigener Tasche bezahlte. „Dabei wird ein Grundwissen vorausgesetzt, das ich vorher über eine E-Learning-Plattform erworben hatte“, erzählt er. Neben rechtlichen Grundlagen lernte er in der Erstschulung die Technik der Gasanlagen kennen und machte sich mit den nötigen Sicherheitsmaßnahmen vertraut. Er erfuhr, wie man Gasanlagen in Kraftfahrzeuge einbaut und wie man spezielle Prüfgeräte wie das Leckspürgerät oder das Lecksuchspray handhabt.

Teil des Kurses war die GAP-Schulung, die auch gesondert als Tagesseminar angeboten wird, und bei der es „nur“ um die Gasanlagenprüfung geht. Sowohl für die GSP als auch für die GAP sind alle drei Jahre Wiederholungsschulungen vorgeschrieben: „Das ist auch sinnvoll, weil es immer wieder Neuerungen gibt, sowohl was die Technik als auch was die rechtlichen Bestimmungen betrifft“, erläutert er. „Darum wird auch verlangt, dass man sich zum Beispiel mithilfe von Fachmagazinen auf dem Laufenden hält.“ Wer die Prüfung versäumt, muss wieder in die Erstschulung.

Qualifiziertes Prüfpersonal

Wenn ein Kunde eine Gasanlage in sein Fahrzeug einbauen lässt, ist anschließend auf jeden Fall eine GSP erforderlich: „Die GSP darf dabei nur eine verantwortliche Person durchführen – etwa ein Kraftfahrzeugtechnikermeister oder ein anerkannter Prüfingenieur, aber kein Geselle.“ Die GAP hingegen könne zwar von einem Gesellen durchgeführt werden, „unterschriftberechtigt“ bleibe aber nur die jeweils verantwortliche Person: „Das ist nicht unwichtig, denn im Falle eines Schadens kann man zur Verantwortung gezogen werden, wenn man nicht nachweisen kann, dass qualifiziertes Personal am Werk war.“

Wann genau eine GAP fällig wird und was dort gemacht werden muss, ist vorgeschrieben. „Die Nachrüstanlagenhersteller legen den Wartungsturnus fest.“ Dabei nimmt Lothar Surges unter anderem eine Sichtprüfung vor, identifiziert die Bauteile nach bestimmten Vorgaben und prüft verschiedene Funktionen und die Dichtheit.

Als Meister bildet Lothar Surges in seiner Werkstatt aus, ist im Prüfungsausschuss der Kfz-Innung aktiv und als offizieller Kfz-Sachverständiger tätig. Qualifizierung ist für ihn und sein Team eine Selbstverständlichkeit.

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