Anpassungs­qualifizierung: Digital Publishing

Ich muss bei der Gestaltung im Hinterkopf haben, wie man digital liest und wie ich die Inhalte aufbauen und animieren muss.

Auf allen Kanälen

Wie bereitet man Medieninhalte für die digitale Publikation auf? In einem Workshop zum Thema „Digital Publishing“ vertiefte die Mediengestalterin Judith Wittmann (30) ihr Wissen auf dem Gebiet.

Ob Logo, Buchcover, Webseite, Flyer, Anzeige oder der Aufbau einer neuen Marke: Judith Wittmann deckt für ihre Kunden ein breites Leistungsspektrum ab. Die dafür nötigen, breit gefächerten Kenntnisse eignete sie sich in verschiedenen Tätigkeitsbereichen der Medienbranche an. Ihre Ausbildung zur Mediengestalterin Digital und Print absolvierte Judith Wittmann in einer Druckerei, in einem Verlag gestaltete sie später Magazine und Bücher, in einer Werbeagentur arbeitete sie dann stärker konzeptionell und lernte, wie man gemeinsam mit einem Kunden eine Marke aufbaut.

Den Schritt in die Selbstständigkeit überlegte sich die heute30-Jährige gut. Ihre Arbeitstage sind dadurch tendenziell länger geworden. Wichtig ist ihr neben der Arbeit, das eigene Fachwissen immer mehr zu vertiefen und kreativen Trends auf der Spur zu bleiben. „Die Medienwelt ist so schnelllebig. Ständig passiert etwas Neues. Man muss sich für das Neue begeistern können, ansonsten bleibt man stehen“, sagt sie.

Im Print- und Onlinemodus denken

In Zeiten, in denen das digitale Publizieren etwa für Smartphones und Tablets immer bedeutsamer wird, erscheint stetige Fortbildung für Judith Wittmann unverzichtbar: „Ich möchte den Überblick über die verschiedenen Medienkanäle behalten.“ Für ihre Kunden muss sie sowohl im Print- als auch im Onlinemodus denken, etwa wenn eine Broschüre auch digital publiziert werden soll: „Ich muss bei der Gestaltung im Hinterkopf haben, wie man digital liest und wie ich die Inhalte aufbauen und animieren muss.“ Bei der Gestaltungsarbeit nutzt sie Plug-ins, also spezielle Software-Module in den gängigen Grafikprogrammen, um beispielsweise Artikel für Kundenmagazine oder Geschäftsberichte für digitale Medienkanäle aufzubereiten. Erfordert ein Auftrag Programmierarbeiten, dann arbeitet sie mit entsprechenden Spezialisten zusammen. „Ich kenne meine Stärken –und die liegen in der direkten Mediengestaltung.“

Schritt für Schritt zum digitalen Magazin

Ihre Kenntnisse im Bereich „Digital Publishing“ vertiefte die Mediengestalterin im Rahmen eines Workshops der TypeSchool in Düsseldorf, der speziell für Fachleute aus der Praxis konzipiert war. Die Schulung dauerte zwei Tage, die Teilnehmerzahl war auf acht beschränkt. Jedem Teilnehmer stand ein Rechner mit entsprechender Software zur Verfügung. So konnten die Teilnehmer die vermittelten Kenntnisse direkt in der Praxis erproben. „Was ich einmal selbst gemacht habe, kann ich mir viel besser merken und abrufen“, erläutert Judith Wittmann.

Auf dem Programm stand die schrittweise Gestaltung eines digitalen Magazins: Die Teilnehmer lernten etwa die Besonderheiten der Tablet-Typografie kennen und beschäftigten sich damit, wie man Inhalte speziell für die App-Produktion optimiert oder Layouts für die Anzeige auf digitalen Geräten gestaltet. Zudem ging es darum, worauf bei der Prüfung des Ergebnisses am Bildschirm zu achten ist. Die Kosten für den Workshop beliefen sich auf 582 Euro.

Ihr neu erworbenes Wissen nutzt die Mediengestalterin seither, um etwa Layouts und Inhalte für die Gestaltung von digitalen Applikationen aufzubereiten. Das eigentliche Programmieren überlässt sie allerdings Experten auf dem Gebiet der technischen Umsetzung. Für sie als Freiberuflerin sei es sehr wichtig, über ein Netzwerk an Spezialisten zu verfügen, mit denen sie bei Bedarf zusammenarbeiten könne. „Denn die Kunden möchten heute einen Full Service und nicht einzelne Dienstleistungen einkaufen.“

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