Anpassungs­qualifizierung: Biogas­anlagen

Mein Arbeitstag beginnt damit, dass ich die Tiere im Stall füttere – und damit auch die Biogasanlage.

Strom aus dem Kuhstall

Wie gewinnt man Energie aus landwirtschaftlichen Abfällen? Die Antwort darauf kennt Manuel Beinroth (26). Der Landwirt ist für den reibungslosen Betrieb einer Biogasanlage verantwortlich.

Für Manuel Beinroth gehört die Arbeit auf dem Hof schon seit Jahren zum Alltag: „Mein Opa hatte einen Hof, und bei Freunden habe ich auch immer mitgeholfen.“ Die Ausbildung zum Landwirt war für ihn daher ein logischer Schritt. „Ich habe eigentlich mein Hobby zum Beruf gemacht. Ich bin sehr gerne draußen und habe unter anderem immer gerne mit Tieren gearbeitet.

In seinem Ausbildungsbetrieb stand eine Biogasanlage, die Manuel Beinroth von Anfang an faszinierte: „Wie aus landwirtschaftlichen Abfällen Strom entsteht – das fand ich spannend.“ Er arbeitete sich nach und nach in das Thema ein und besuchte beispielsweise Vorträge, um seine Kenntnisse zu erweitern.

Von der Planung bis zum Betrieb

Nach Abschluss seiner Ausbildung entschied sich Beinroth zunächst für den Freiwilligen Wehrdienst bei der Bundeswehr. Für die Zeit danach hatte er jedoch bereits eine Stelle im Betrieb des Landwirts Willi Fabel in Landsatz in Aussicht. Dieser plante zu der Zeit, eine Biogasanlage in Betrieb zu nehmen, die Manuel Beinroth von Anfang an mitbetreuen sollte – eine Aufgabe, die er gerne übernahm: „Ich war von der Planung über den Bau bis hin zur Inbetriebnahme involviert.“ Um sein Wissen über Biogasanlagen zu vertiefen, belegte er an der Akademie für Erneuerbare Energien einen zusätzlichen achttägigen Kurs. Die Kosten in Höhe von 990 Euroübernahm sein Arbeitgeber.

Der Kurs richtete sich insbesondere an zukünftige Anlagenbetreiber, die sich vorab über die Bedingungen für den erfolgreichen Betrieb einer Biogasanlage informieren wollten: „Wir lernten, wie eine Biogasanlage funktioniert, welche Mikroprozesse darin ablaufen, wie wir Messungen durchführen, bei welcher Temperatur der Prozess am besten läuft und wie groß die Behälter sein sollten.“ Auch Sicherheitsregeln und Rechtsgrundlagen – etwa EEG-Bestimmungen –waren Thema. Nach dem Kurs hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, die Prüfung zum „Energiewirt – Fachrichtung Biogas“ abzulegen. Manuel Beinroth entschied sich dafür: „Dann hat man was in der Hand.“

Anlage steuern und überwachen

Die Anlage, die er betreut, hat eine Leistung von 225 Kilowatt und steht direkt neben einem großen Kuhstall: „Mein Arbeitstag beginnt damit, dass ich die Tiere im Stall füttere –und damit quasi auch die Biogasanlage.“ Mittlerweile sei die Anlage fast ein Selbstläufer. „Die Gülle wird automatisch in das Silo gepumpt und von dort in die Anlage.“ Dennoch muss der 26-Jährige den Betrieb mehrmals täglich kontrollieren: „Wir haben ein Betriebstagebuch, da trage ich jeden Tag die Fütterungsmenge und andere Daten ein.“ Bei Bedarf stellt er die Anlage neu ein. „Es gibt Tage, da macht die Anlage fast keine Arbeit“, erzählt er. „Aber dann ist mal der Mist zu trocken, es gibt eine Gasstörung oder der Motor spinnt – dann habe ich gut zu tun.“

Für seine Tätigkeit brauche er technisches Verständnis, erklärt Manuel Beinroth – und man sollte bereit sein, sein Wissen regelmäßig auf den neuesten Stand zu bringen: „Der Prozess ist ja noch lange nicht ausgereift, da gibt es ständig Neuerungen – auch bei den Gesetzen.“ Manuel Beinroth informiert sich in Zeitschriften, besucht immer wieder Vorträge. Zudem nahm er an einem weiteren Seminar teil, in dem er seine Kenntnisse der mikrobiologischen Abläufe sowie der Prozessführung und -steuerung vertiefte. Darüber hinaus ging es um die gesetzlichen Rahmenbedingungen, um Verordnungen und Sicherheitsvorkehrungen. Sein nächster Lehrgang steht auch schon fest: Der Landwirt will mehr über die Elektronik von Biogasanlagen lernen.

Informationen

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