Anpassungs­qualifizierung: Arbeit mit Digital­daten

Dateiformate, Bildauflösungen oder Texterkennungsprogramme: Es sind viele Themenfelder hinzugekommen.

Das digitale Archiv

Weil sich der Arbeitsalltag in den Bibliotheken rasant verändert, besucht die Fachangestellte für Medien- und Informationsdienste Sabine Klemm (32) regelmäßig Fortbildungen – zum Beispiel zum Thema Digitalisierung.

Der Bestand der Historischen Sammlungen der Zentral- und Landesbibliothek Berlin umfasst vieles, unter anderem auch Nachlässe von bedeutenden Berliner Persönlichkeiten. Den Sammlungen widmet Sabine Klemm die Hälfte ihrer Arbeitszeit; die andere Hälfte gilt den digitalen Medien. „Wir digitalisieren urheberrechtsfreie Werke, um sie den Lesern kostenlos zur Verfügung zu stellen“, erläutert die 32-Jährige. „Alte Bücher sind oft in keinem guten Zustand. Das Budget für aufwendige Restaurierungsmaßnahmen ist begrenzt, deshalb lohnt sich in solchen Fällen die Digitalisierung.“

Sabine Klemm hat bei ihrem heutigen Arbeitgeber eine Ausbildung zur Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste der Fachrichtung Bibliothek absolviert. „In den vergangenen zehn Jahren hat sich aber einiges verändert“, sagt sie. „Mit den verschiedenen Dateiformaten, Bildauflösungen oder Texterkennungsprogrammen sind viele Themenfelder hinzugekommen. Hier muss man unbedingt auf dem Laufenden bleiben.“ Es ist Sabine Klemm wichtig, gerade im Bereich der Digitalisierung das Fachwissen aus ihrer Ausbildung weiter auszubauen.

Dateistandards und Bildqualität

Deshalb hat sie in den vergangenen Jahren verschiedene Qualifizierungen besucht, die ihr unter anderem digitale Langzeitarchivierung und Bestandserhaltung nahebrachten. Bei der Servicestelle Digitalisierung (digiS) in Berlin absolvierte sie zusätzlich einen eintägigen Workshop zur Digitalisierung. „Wir haben dort verschiedene Richtlinien und Rahmenbedingungen kennengelernt, aber auch gängige Dateistandards oder Komprimierungsverfahren“, berichtet sie. Ein weiteres Thema war die Bildqualität – darauf kommt es gerade bei den Historischen Sammlungen an. „Wenn wir digitalisieren, sind das meistens thematisch relevante Bestände“, erklärt Sabine Klemm „Die Bildqualität hängt dabei nicht nur von der Pixelauflösung, sondern auch von der Bildtiefe ab. In dem Workshop hat man uns verschiedene Möglichkeiten und Ergebnisse der Digitalisierung präsentiert.“ Da ihr Arbeitgeber ein Projektpartner der digiS ist, fielen keine Gebühren an. Neben Fortbildungen besucht Sabine Klemm gern auch Fachveranstaltungen: „Auf dem Deutschen Bibliothekartag und -kongress erhält man zum Beispiel einen Eindruck, wie die Kollegen im In- und Ausland arbeiten.“

Mehr als nur ein Format

Bei ihrer täglichen Arbeit erledigt Sabine Klemm weniger aufwendige Digitalisierungen selbst. Die meisten Arbeiten werden jedoch an externe Dienstleister vergeben. Diese Aufträge werden von der Bibliotheksfachkraft betreut. Für die Ausschreibungen formuliert sie die Anforderungen sehr genau – und greift dabei auf ihr Wissen aus den Fortbildungen zurück. „Früher habe ich von den Dienstleistern nur ein bestimmtes Dateiformat gefordert“, erläutert sie. „Mittlerweile erwarte ich zwei verschiedene Formate – das eine ist für Nutzeranfragen und den täglichen Gebrauch bestimmt, das andere für die Langzeitarchivierung.“ Bei der Archivierung ist es wichtig, dass sie einen Überblick über den Bestand hat. Manchmal sind Dokumente in einem Dateiformat abgelegt, das mittlerweile veraltet ist und nicht mehr unterstützt wird. „Dann müssen wir die Dateien in ein neueres Dateiformat umkopieren“, erläutert sie.

Um das technische Wissen aktuell zu halten, das sie für ihren Beruf braucht, will Sabine Klemm sich auch in Zukunft regelmäßig fortbilden und weiterqualifizieren.

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