Abfallberater

Entscheidend sind die gesetzlichen Vorgaben, ich berücksichtige aber selbstverständlich auch die Wünsche des Kunden.

Experte in Abfallfragen

Wer sich mit Dennis Schmidt (23) in Verbindung setzt, möchte etwas loswerden. Mit seinem Wissen über Aufbereitung und Entsorgung von industriellem und privatem Abfall sucht er für seine Kunden die optimale Lösung.

Schon zu Beginn seiner Ausbildung zur Fachkraft für Kreislauf- und Abfallwirtschaft bei der Veolia Umweltservice Süd GmbH & Co. KG in Kitzingen interessierte sich Dennis Schmidt besonders für die Beratung rund um die Verwertung und Entsorgung von Müll. Durch regelmäßige Fortbildung und praktische Arbeit ist er mittlerweile ein kompetenter Berater für Kunden aus der Industrie und von Privathaushalten. Auch eine Ausbildung beispielsweise zum Umweltschutztechnischen Assistenten wäre als Einstieg in dieses Arbeitsgebiet geeignet gewesen.

Analysieren und entscheiden

Im Berufsalltag braucht Dennis Schmidt fundiertes Fachwissen, etwa im Zusammenhang mit der Analyse von industriellen Abfällen: „Wenn bei der Produktion zum Beispiel Schlacken anfallen, müssen wir prüfen, ob das Material aufbereitet werden kann oder je nach Belastung auf spezielle Deponien gebracht werden muss.“ Um beurteilen zu können, wie man mit solchen Abfällen verfährt, erwarb er im Rahmen eines dreitägigen Kurses die Sachkunde nach TRGS 520; „TRGS“ steht für „Technische Regeln für Gefahrstoffe“. Im Seminar wurden zum Beispiel die Eigenschaften und Wirkungsweisen gefährlicher Stoffe, die gesetzlichen Vorschriften sowie Sofortmaßnahmen bei Unfällen behandelt.

„Damit ich überhaupt feststellen kann, wie das Material zusammengesetzt ist, muss ich Bodenproben entnehmen“, erzählt der Abfallberater. Um sich Wissen auf diesem Gebiet anzueignen, absolvierte er den Lehrgang „Probennahme von Haufwerken nach LAGA PN 98“, in dem man etwa Verfahren zur Entnahme von Proben kennenlernt. Für beide Kurse, die sein Arbeitgeber finanzierte, wurde er von der Arbeit freigestellt.

Zusammen mit seinem Paten, der ein Kollege und erfahrener Abfallberater ist, nahm er dann Termine bei Kunden wahr: „So konnte ich das Gelernte erst einmal unter Aufsicht anwenden und praktische Erfahrungen sammeln.“ Mit dem Lernen ist für Dennis Schmidt aber noch lange nicht Schluss. Berufsbegleitend absolviert er gerade die Weiterbildung zum Meister für Kreislauf- und Abfallwirtschaft und Städtereinigung.

Aufbereiten oder entsorgen?

Dennis Schmidts Arbeitstag ist zweigeteilt: Pro Tag hat er bis zu drei Kundentermine, die restliche Zeit verbringt er im Büro, wo er sich der Vor- und Nachbereitung, der Recherche und Dokumentation widmet. Vor Ort bei den Auftraggebern untersucht er den Abfall und berät die Kunden in Sachen Entsorgung und Umweltschutz. „Für die Dokumentation mache ich ein Foto von dem entsprechenden Abfall. Entnommene Proben gebe ich an meine Kollegen im Labor weiter – wir haben Spezialisten für bestimmte Böden und Schlacken.“

Nicht jeder Abfall muss untersucht werden. Auch bei Produktionsabfällen wie Kräuter oder Schlempe – die Rückstände einer Destillation – kümmert sich der Fachmann um eine Lösung im Sinne des Kunden. „Biomüll kann in einem speziellen Verfahren zu Humus verrotten oder einer Biogasanlage zugeführt werden“, erklärt er. „Entscheidend sind in erster Linie die gesetzlichen Vorgaben, ich berücksichtige aber selbstverständlich auch die Wünsche des Kunden, etwa hinsichtlich der Kosten oder einer besonders nachhaltigen Entsorgung.“

Weil es manchmal stressig werden könne, sollte man als Abfallberater unbedingt belastbar sein und gerne mit Menschen zu tun haben, wie Dennis Schmidt betont: „Das ist das A und O in meinem Beruf, denn natürlich gibt es auch schwierige Kunden.“

Informationen

Weitere Infos zu diesem Beruf finden Sie im BERUFENET:

http://bfi.plus/10154