Berufe rund um Vernetzung, Daten- und Informationssicherheit

Viele Servertower stehen in einem Raum.

Die Arbeitswelt im Überblick

Vom Schreibtisch aus Maschinen warten, vom Homeoffice auf Daten in der Cloud zugreifen, mit der Smartwatch die eigene Gesundheit tracken – Trends wie diese verlangen nach Expert*innen, die sich mit vernetzten Systemen auskennen und dafür sorgen, das sensible Informationen nicht in die falschen Hände geraten.

Die Digitalisierung dringt in immer mehr Lebensbereiche vor. Nicht nur Smartphones, auch andere Dinge des Alltagsgebrauchs werden intelligent und übermitteln unablässig Daten an Gerätehersteller. Diese wiederum halten und analysieren diese Daten nicht vor Ort, sondern bei Drittanbietern in der Cloud. Auch Produktionstechnologien im Automatisierungsumfeld und IT-Infrastruktur verschmelzen. Diese zunehmende Vernetzung der Welt durch das Internet der Dinge, Big Data, Cloud Computing, Online-Handel und die Verwendung mobiler Apps machen Daten immer und überall verfügbar. Das macht das Arbeiten und Leben einerseits komfortabler und effizienter, andererseits birgt es auch erhebliche Risiken.

Wer die Technologien, Architekturen und Strategien hinter den vernetzten Systemen versteht, kann geeignete Maßnahmen gegen Datendiebstahl, Viren, Hackereinbrüche, Cyber-Terrorismus oder Fehlbedienung ergreifen. Genau darum dreht es sich bei Berufen rund um Vernetzung und Datensicherheit. Expert*innen in diesem Bereich entwickeln und implementieren einerseits Technologien für vernetzte Systeme und andererseits decken sie Sicherheitslücken auf, schließen sie oder verhindern von vornherein, dass welche entstehen.

„Die zunehmende Digitalisierung erfordert Netzwerkplanung und -organisation. Im Zuge dessen hat die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung in diesem Berufsfeld in den letzten Jahren einen deutlichen Zuwachs erfahren“, schätzt Claudia Suttner, Arbeitsmarktexpertin der Bundesagentur für Arbeit, die Anstellungschancen ein. Während etwa Computermathematiker*innen Algorithmen zu Ver- und Entschlüsselung von Daten entwickeln, beschäftigen sich Ingenieur*innen der Fachrichtung technische Informatik mit Systemen für Industrie 4.0-Anwendungen. (IT-)Sicherheitsmanager*innen wiederum entwickeln Strategien, um Sicherheitsrisiken von komplexen Netzwerken fernzuhalten und Informatiker*innen etwa mit Schwerpunkt IT-Sicherheit oder Fachinformatiker*innen schließen entsprechende Lücken durch die Implementierung entsprechender Sicherheitssoftware. Auch Hardware kommt in diesem Bereich zum Einsatz, etwa One-Way-Gateways, also Geräte, die Daten nur in eine Richtung fließen lassen, die Ingenieur*innen mit entsprechendem Schwerpunkt entwickeln und von Internettechnolog*innen in Netzwerken eingeplant und integriert werden.

Mit der zunehmenden digitalen Vernetzung von Systemen in allen Lebensbereichen wachsen auch die Anforderungen in puncto IT-Sicherheit und Datenschutz. In besonders sensiblen Branchen oder Anwendungsgebieten geht der Trend deshalb weg vom Cloud-Computing, bei dem alle Daten und Dienste auf Servern verteilt in der Welt gespeichert und verarbeitet werden, hin zum sogenannten Edge Computing, bei dem sensible Daten verursachernah in Geräten vor Ort (vor-)verarbeitet werden. Expert*innen sprechen hierbei von „on premises“-Lösungen. Aber auch diese Systeme sind hochgradig vernetzt und erlauben zum Beispiel, dass cloudbasierte Künstliche Intelligenz-Plattformen zum Einsatz kommen, um aus den erhobenen Daten neue Schlüsse zu ziehen. Derzeit dominieren US-amerikanischen Technologie-Unternehmen das Geschäft, was viele Fragen zur Weiterverwendung erhobener Daten offen lässt. Die Politik bemüht sich allerdings auf EU-Ebene, dass Unternehmen und Privatpersonen mehr Datenhoheit erlangen, was langfristig zu Alternativtechnologien und -ansätzen führen könnte. <<

Portrait Lisa Ehrentraut

Interview mit Lisa Ehrentraut vom Bundesverband IT-Mittelstand (BITMi)

Fast täglich neue Sicherheitslücken

Frau Ehrentraut, werden Expert*innen im Bereich Vernetzung, IT- und Datensicherheit gesucht?
Lisa Ehrentraut: Dadurch, dass die Digitalisierung immer weiter alle Bereiche der Wirtschaft und Gesellschaft durchdringt, ist der Bedarf an Fachkräften, die diese Entwicklung auf Seiten der IT-Unternehmen, aber auch auf Seiten der Anwender-Unternehmen, unterstützen, noch lange nicht gedeckt. Mit dem weiteren Anstieg der digitalen Vernetzung steigen auch die damit einhergehenden Sicherheitsrisiken und die Menge der Daten. Der Bereich IT-Vernetzung, Daten- und Informationssicherheit ist also essenziell für die weitere Entwicklung und damit für die Zukunft unverzichtbar.

Welchen Weg sollte man einschlagen, um in diesem Bereich Fuß fassen zu können?
Lisa Ehrentraut: An den Hochschulen gibt es eine Vielzahl von IT-Studiengängen, von denen sich einige besonders auf IT- oder Datensicherheit konzentrieren, beispielsweise Cyber Security oder Data Science. Im Bereich Ausbildung lernt man als Fachinformatiker für Systemintegration viel über die IT-Infrastruktur, was für den Bereich IT-Sicherheit sehr wichtig ist. Es muss aber nicht unbedingt ein spezialisiertes Studium oder eine bestimmte Ausbildung sein. Optimal für einen Einstieg in die IT-Sicherheit ist ein technischer Background, sei es als Berufserfahrung oder aus dem privaten Bereich. Das hilft, um technische Zusammenhänge detailliert zu verstehen und unter Sicherheitsaspekten beurteilen zu können

Welche Anforderungen werden an Hochschulabsolvent*innen in diesem Bereich gestellt und welche Entwicklungsmöglichkeiten gibt es?
Lisa Ehrentraut: Im Bereich Soft Skills ist es sehr wichtig, neugierig und wissbegierig zu sein. IT-Sicherheit lebt und entwickelt sich ständig weiter. Mittlerweile gibt es fast täglich neue Sicherheitslücken. Deshalb ist es gut, wenn man in schwierigen Situationen einen kühlen Kopf bewahren kann. Da jeder Bereich der Wirtschaft und Gesellschaft von IT durchdrungen ist, gibt es für Absolventen im Bereich IT- und Datensicherheit unzählige Entwicklungsmöglichkeiten. So können sie sich auf Sicherheit in bestimmten Branchen oder aber auf bestimmte fachliche Bereiche spezialisieren. Mit der rasanten technischen Entwicklung unserer Zeit wird es ganz sicher nicht langweilig. <<

Dataport erwartet von Berufseinsteigern, neben fachlicher Expertise, Selbstorganisation, ergebnis- und kundenorientiertes Handeln und die Bereitschaft, sich aktiv am Prozess der „Digitalisierung“ zu beteiligen. Wir suchen Berufseinsteiger, die ein ganzheitliches Verständnis von Digitalisierung haben und die vielschichtigen sozialen Implikationen und Effekte einbeziehen. Wünschenswert sind ein selbstbewusster Umgang mit Unsicherheiten und Komplexität, Beweglichkeit und Offenheit. So eröffnen sich Spielräume für Kreativität, Experimentierfreude und Innovation. Für IT-Sicherheitsexperten zählt, an der richtigen Stelle Stabilität, Robustheit und Sicherheit zu gewährleisten. Dataport hat hier Personalbedarf, bildet aber selbst auch Informatiker, mit den Schwerpunkten Sicherheit und Qualität, aus.

Das große Thema in der IT-Welt ist heute Künstliche Intelligenz – neue Algorithmen, die aus sehr großen Datenbeständen lernen, wie man zum Beispiel medizinische Behandlungen oder die industrielle Produktion optimieren kann. Um die dafür notwendigen fabrikgroßen Rechenzentren zu betreiben, braucht es tiefes Verständnis von Rechnerarchitektur, Netzwerken und IT-Sicherheit. Wichtig ist uns aber vor allem auch, dass unsere Mitarbeiter Begeisterung dafür mitbringen, eine Aufgabe in allen Facetten zu verstehen und sie im Team ganzheitlich zu lösen.

Wir sind immer auf der Suche nach Talenten, die uns in verschiedenen Bereichen von IT und Tech verstärken: Von SAP über Java und Cloud bis zu DevOps (Anmerkung der Redaktion: Verbesserung des Softwareentwicklungsprozesses). Die Arbeit bei Accenture ist sehr vielfältig und als Talent hat man viele Möglichkeiten, sich zu entwickeln und seine Stärken einzubringen. Neben der Leidenschaft für IT-Themen zählt bei Bewerbern auch die Neugier, immer etwas Neues entdecken und lernen zu wollen. Eine gute Vorbereitung auf eine Karriere in der IT-Welt sind Studiengänge wie Informatik, Wirtschaftsinformatik, Ingenieurwesen sowie Wirtschafts- und Naturwissenschaften. Ein Quereinstieg aus anderen Fachrichtungen ist ebenfalls möglich.

Für die Berufe in dieser Arbeitswelt können im späteren Berufsleben beispielsweise folgende fachliche Kenntnisse gefragt sein:

  • Datenschutz
  • IT-Recht
  • Informationstechnik, Computertechnik
  • Netzwerktechnik, Netzwerk-/Systemarchitektur, Systemintegration
  • Client-Servertechnik/ Virtuelle Server
  • Cloudcomputing, IoT-Plattformen
  • Sicherheitssysteme (IT), Datensicherheit
  • Risiko-/Gefahranalyse

Für die Berufe in dieser Arbeitswelt können im späteren Berufsleben beispielsweise folgende persönliche Anforderungen an dich gestellt werden:

  • Analytische Arbeitsweise
  • Flexibilität
  • Kommunikationsstärke
  • Kundenorientierung
  • Lernbereitschaft
  • Planungs- und Organisationsfähigkeit
  • Selbstorganisation
  • systematische Arbeitsweise
  • Teamfähigkeit
  • Verantwortungsbewusstsein
  • Verschwiegenheit
http://berufsfeld-info.de/abi/tbf/vernetzung_daten_informationssicherheit