Polizei­voll­zugs­beamt(er/in) – Bundes­polizei (geh. Dienst)

Kurz & Knapp

Ausgeübter Beruf:

Polizeivollzugsbeamtin bei der Bundespolizei

Tätigkeitsfeld:

Schutz, Sicherheit und Überwachung

Abgeschlossenes Studium in:

Polizeivollzugsdienst bei der Bundespolizei

BERUFENET:

Polizeivollzugsbeamt(er/in) – Bundespolizei (geh. Dienst)

Wenn ein herrenloses Gepäckstück herumsteht und sich nach einem Aufruf niemand meldet, fordern wir spezielle Hunde an, die Sprengstoff aufspüren können.

Vom Streifendienst in die Einsatzplanung

Als Oberkommissarin bei der Bundespolizei plant, organisiert und analysiert Anna Krause* (35) Diensteinsätze. Hierbei kann sie auf ihre eigenen Erfahrungen aus dem Streifendienst zurückgreifen, um ihren Kolleginnen und Kollegen „draußen“ den Rücken zu stärken. 

Die Situation im Außendienst ist Anna Krause noch sehr gegenwärtig. Auch sie lief bis vor kurzem noch Streife im Bahnhof und war Ansprechpartnerin für Bürgerinnen und Bürger, denen etwas Verdächtiges auffiel oder die Hilfe brauchten. „Das ging vom älteren Herrn, der sich nicht zurechtfand, bis zum Schlichten von Konflikten.“ Sie stellte Personalien fest, durchsuchte Personen oder schrieb Strafanzeigen. Und sie wehrte Gefahren ab: „Wenn etwa ein herrenloses Gepäckstück herumsteht und sich nach einem Aufruf niemand meldet, fordern wir spezielle Hunde an, die Sprengstoff aufspüren können.“ 

Nun arbeitet die Oberkommissarin hinter den Kulissen, wertet die Einsätze ihrer Kolleginnen und Kollegen aus, die am Vortag oder während der Nacht am Bahnhof im Streifendienst waren, und schreibt Befehle für anstehende Einsätze. Besondere Maßnahmen sind bei großen Veranstaltungen wie Konzerten nötig. „Speziell in Nürnberg mit einem aktiven Fanbereich sind auch Fußballspiele ein wichtiges Thema.“ Da viele Fans mit der Bahn anreisen, zeigt die Bundespolizei auf den Bahnhöfen in dieser Zeit verstärkt Präsenz, damit es nicht zu Gefahrensituationen kommt. Für Anna Krause gilt es vorher einiges zu klären: „Wo gibt es kritische Situationen? Welche Kräfte sollen wo zum Einsatz kommen? Dazu sprechen wir mit unseren Beamten und Beamtinnen, die sich in der Szene auskennen.“ 

Einsätze koordinieren

Aber auch im Alltag schätzt Anna Krause besonders die enge Zusammenarbeit mit anderen Stellen wie beispielsweise der Landespolizei und den Bahnverkehrsunternehmen. Sie nimmt Hinweise entgegen und setzt sie entsprechend um: „Wo werden gerade vermehrt Diebstähle gemeldet? Nehmen Fälle von Vandalismus und Sachbeschädigung auf den Bahnanlagen zu? Dann richten wir unser besonderes Augenmerk darauf und planen entsprechende Maßnahmen“, erklärt die Bundespolizistin. Sie ist aber auch dafür zuständig, dass die Kollegen und Kolleginnen bei Einsätzen ordentlich verpflegt werden. 

Angekommen in der Administration

Begonnen hatte Anna Krause bei der Bundespolizei mit dem mittleren Dienst als Polizeimeisterin am Münchner Hauptbahnhof im Streifendienst. Darauf folgten weitere Ausbildungsstationen auf ihrem Weg in den gehobenen Dienst – darunter das Grundstudium an der Hochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung in Brühl und der Bundespolizeiakademie in Lübeck. Nach 26 Monaten hatte sie es geschafft und wurde Polizeikommissarin. Sie schätzt die administrativen Aufgaben und die Mittlerrolle, in der sie die Informationen, die von „draußen“ kommen, umsetzen und die entsprechenden Maßnahmen koordinieren kann. 





*) Name von Redaktion geändert

http://bfi.plus/8153