Ingenieur/in – Baustoffe

Kurz & Knapp

Ausgeübter Beruf:

Produktmanager Zement: Transportbeton, Porenbeton & Faserzement

Abgeschlossenes Studium:

Baustoffingenieurwissenschaften (Master)

BERUFENET

Ingenieur/in – Baustoffe

Das Ingenieurwissen ist die Basis für meine Arbeit, auch wenn sie im Alltag oft in den Hintergrund tritt.

Spezialist für Zement

Kunden und Kundinnen technisch beraten, über Preise verhandeln, Stellungnahmen schreiben, Laborversuche planen: Franz Jägers (28) Arbeitsalltag als Produktmanager für Zement stellt ihn vor verschiedene Herausforderungen.

Franz Jäger trifft man bei der Arbeit ebenso im Anzug wie in Schutzkleidung an. Je nachdem, ob er gerade in seinem Büro E-Mailanfragen beantwortet, mit seinem Dienstwagen zu Kunden unterwegs ist oder im Betonlabor hilft, die richtige Rezeptur für einen Spezialbeton zu finden. Seit drei Jahren arbeitet der Baustoffingenieur bei HeidelbergCement, davon zwei als Produktmanager für Zement in Ennigerloh im Münsterland. Hier ist er verantwortlich für die beiden Segmente Transportbeton sowie Porenbeton und Faserzement. „Ich mache auch klassische Vertriebsarbeit und betreue einen festen Kundenstamm von etwa zehn verarbeitenden Betrieben, die wir mit Zement beliefern. Es geht dabei auch um die laufende technische Betreuung. Wenn meine Kundschaft beispielsweise die Eigenschaften des Zements für eine neue Produktlinie anpassen wollen, übersetze ich diese Wünsche für unsere Werkskollegen in konkrete Vorgaben – ich habe hier gewissermaßen eine Mittlerrolle“, erläutert der 28-Jährige.

Einstieg über Traineeprogramm

Der Masterabschluss im Fach Baustoffingenieurwesen an der Bauhaus Universität Weimar hat ihn sehr gut auf seine jetzige Stelle vorbereitet. „Das Ingenieurwissen ist die Basis für meine Arbeit, auch wenn sie im Alltag oft in den Hintergrund tritt.“ Ein Zugang wäre auch über das Studium Bauingenieurwesen mit dem Schwerpunkt Baustoffe möglich gewesen – ein Weg, den viele seiner Kollegen und Kolleginnen gewählt haben. Sein Berufseinstieg sei „wie aus dem Bilderbuch“ gewesen, berichtet der Ingenieur. Seinen derzeitigen Arbeitgeber lernte er zunächst über ein Praktikum kennen. Dann schrieb er seine Masterarbeit zusammen mit dem Unternehmen und durchlief anschließend dort ein Traineeprogramm, bevor er Junior-Produktmanager wurde.

Der Baustoffingenieur unterstützt seine Kundschaft auch mit Analysen vor Ort und in unternehmenseigenen Labors, falls diese mal Reklamationen von den Endkunden und -kundinnen bekommen – etwa wenn es um die Reparatur eines Autobahnstücks mit Transportbeton geht. Die Versuche führt er zwar nicht selbst durch, bereitet sie aber vor und auch nach, manchmal erstellt er aus den Ergebnissen auch Gutachten.

Preisverhandlungen, der Umgang mit Zahlen und die Buchhaltungssoftware SAP gehören ebenfalls zu Franz Jägers Arbeit. Das betriebswirtschaftliche Wissen hat er nicht komplett im Studium vermittelt bekommen, sich aber im Traineeprogramm sowie im Berufsalltag angeeignet. Im Büro verbringt der Ingenieur außerdem viel Zeit mit Telefonaten. Kommunikationsstärke, Selbstsicherheit – etwa wenn er mit der Kundschaft über größere Beträge verhandelt – und Spaß am Umgang mit anderen Menschen gehören zu den Jobanforderungen daher ebenso dazu.

Dienstreisen quer durch Deutschland

In der Regel ist er jede Woche mit seinem Dienstwagen auf Dienstreise – deutschlandweit. „Zwei Tage schlafe ich meistens im Hotel. Das ist schon anstrengend, wenn man Familie hat“ Dafür kann er sich seine Arbeitszeit eigenverantwortlich und relativ frei einteilen. „Mir gefallen die Abwechslung im Berufsalltag und die Vielschichtigkeit der Beschäftigung.“

Seit ein paar Monaten nutzt Franz Jäger auch regelmäßig seine Englischkenntnisse: Er arbeitet in einer internationalen Projektgruppe seines Arbeitgebers mit, die sich mit CO2-reduziertem Zement und dessen Markteinführung beschäftigt – ein Zukunftsthema, an dem er mitarbeiten wollte.

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