Feelgood-Manager*in

Kurz & Knapp

Ausgeübter Beruf:

Recruiting- und Feelgood-Managerin

Tätigkeitsfelder:

Positive Unternehmenskultur schaffen

Abgeschlossenes Studium in:

Geschichte und Religionswissenschaften

BERUFENET-Suchwort:

Feelgood-Manager/in

Neben strategischen Aufgaben muss man auch mal nach einer Party mit aufräumen. Dafür sollte man sich nicht zu schade sein.

Damit sich alle im Unternehmen wohlfühlen

Leute zusammenbringen, auch in Zeiten von Social Distancing – das ist Stefanie Nobis (34) Aufgabe. Corona hat ihre Arbeit nicht gerade leichter gemacht. Wege für ein gutes Miteinander im Unternehmen findet die Feelgood-Managerin trotzdem.

Seit 2011 arbeitet Stefanie Nobis als Feelgood-Managerin bei Spreadshirt. Das Unternehmen, das sich auf den On-Demand-Druck von Kleidung und Accessoires spezialisiert hat, hatte damals 150 Mitarbeiter*innen. Heute sind es über 400 aus 40 unterschiedlichen Nationen, allein am Standort Leipzig. „Mir muss es gelingen, eine Basis zu schaffen, damit sich alle mit und dank ihrer kulturellen Unterschiede im Unternehmen wohlfühlen, damit sie sich mit ihren Fähigkeiten entfalten können und damit sie ihr Bestes geben“, erklärt sie.

Am Anfang hat sie sich allein ums Feelgood-Management gekümmert, Kolleg*innen die Ankunft in der neuen Heimat erleichtert, Videos mit ihnen und für sie gedreht, Möglichkeiten für ein Feierabend-Bierchen unter Kolleg*innen und für Mittags-Clubbing geschaffen, Gesundheitskurse ins Unternehmen geholt und mehr. „Es ist ein sehr kreativer Job und alles andere als 9 to 5. Auch in der Freizeit hält man die Augen offen und sucht nach Inspirationen, nach Ideen, nach Spielen, nach Aktionen, die man im Unternehmen ausprobieren könnte. Ziel ist es, die Menschen zusammen und in den Austausch zu bringen.

Firmenkultur mit Leben füllen

Mittlerweile führt Stefanie Nobis ein ganzes Team an Feelgood-Manager*innen an und arbeitet mehr strategisch als operativ. Zudem verantwortet sie das Recruiting. Ziel ist es, genau die Leute ins Unternehmen zu holen, die zur Firmenkultur passen. Die meiste Zeit sitzt sie am Schreibtisch oder ist in Besprechungen. Dabei ist sie vor allem mit der Kommunikations- und der Personalabteilung im engen Austausch. „Das heißt aber nicht, dass ich gar nicht mehr mitanpacke. Bei Events bin ich schon dabei und hole auch mal Sachen ab oder räume mit auf, damit’s schneller geht und wir auch zu unserem Spaß kommen“, lacht sie und räumt mit einem falschen Bild auf. „Wir haben keinen ‚Spaß-Job‘, auch wenn das Ergebnis Spaß macht. Davor ist es harte Arbeit. Es geht immer um die anderen, sie sollen sich wohlfühlen.“ Mit Umfragen klopft ihr Team deshalb immer wieder die Bedürfnisse der Mitarbeitenden ab und motiviert sie, ihr Arbeitsumfeld selbst mitzugestalten.

Offenheit, Teamgeist, Begeisterungsfähigkeit, Organisationstalent, Kreativität, Spaß am Netzwerken, Empathie und Menschenkenntnis seien unabdingbar für ihre Arbeit. Im Fall von Spreadshirt kämen Fremdsprachenkenntnisse noch hinzu. „Und eine gewisse Hands-on-Mentalität: Neben strategischen Aufgaben muss man auch mal, wie schon gesagt, nach einer Party mit aufräumen. Dafür sollte man sich nicht zu schade sein“, erklärt sie. Stefanie Nobis hat nach dem Abitur eine Ausbildung zur Assistentin im Hotelmanagement gemacht und Geschichte und Religionswissenschaften studiert. Ihr erster Job führte sie nach Spanien zu einem Sprachreiseveranstalter. „Seitdem weiß ich, was es heißt, neu ankommen zu müssen“, erklärt sie. Auch das helfe ihr, Anknüpfungspunkte für ihre Arbeit zu finden.

Kreativität ist wichtig

Seit Corona viele Mitarbeitende ins Home-Office geschickt hat, arbeitet ihr Team nun daran, neue Ansätze für einen lebendigen Austausch zu finden. „Sommerfeste, Events, all das, was wir sonst machen, geht gerade nicht. Stattdessen animieren wir die Leute dazu, sich über unser Chat-Tool über lustige Sachen auszutauschen, auf ganz spielerischer Ebene. Wir haben zum Beispiel einen Kanal, der heißt ‚Spread your Cat‘ und da können lustige Fotos von Katzen im Home Office geteilt werden“, erzählt sie. Zudem müsse sie aber auch weiterhin Austausch-Möglichkeiten für die Kolleg*innen schaffen, die nicht vor dem Rechner zuhause sitzen, sondern die Produktionen in der Pandemie am Laufen halten. „Wir lernen dazu, aber das ist ja sowieso schon immer Bestandteil unserer Arbeit.“<<

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