Blockchain-Entwickler*in

Kurz & Knapp

Ausgeübter Beruf:

Blockchain-Entwickler

Tätigkeitsfelder:

Informatik und IT

Abgeschlossenes Studium in:

Sozialwissenschaften, Organisationsmanagement

BERUFENET-Suchwort:

Blockchain-Entwickler/in

Auf jeden Fall braucht man den Informatik-Hintergrund, aber auch Affinität zum Business, um Kunden beraten zu können.

Problemlösung mit modernster Technologie

Die fortschreitende Digitalisierung stellt Unternehmen vor große Herausforderungen. Der Blockchain-Entwickler Jonas Müller (29) entwickelt im Team spezielle Software, mit der seine Kunden unternehmerische Probleme lösen können. 

Jonas Müller ist Blockchain-Entwickler bei Fujitsu. Die Blockchain ist eine neue Technologie, um Informationen sicher, dezentral und auf Dauer nicht manipulierbar zu speichern. Dazu werden Daten in Blöcken mithilfe von eindeutig zuordenbaren Codes aneinander gekettet. „Wir entwickeln dezentrale Netzwerke, also Blockchain-Netzwerke. Bei mir ist es so, dass ich auch sehr viel Kundenkontakt habe. Ich entwickle teilweise, bin aber auch im Consulting-Bereich tätig. Das heißt, ich berate Kunden, ob die Technologie für sie sinnvoll ist und welche Möglichkeiten es gibt“, erklärt er. 

Ein Beispiel: Ein Kunde überlegt sich, die Blockchain für seine Dokumentenablage zu nutzen, um etwa zu verhindern, dass Dokumente gefälscht oder manipuliert werden. Jonas Müller analysiert den bisherigen Prozess beim Kunden, hört sich an, welche Probleme es aktuell gibt und welche Herausforderungen sich zukünftig ergeben könnten. Dann wird untersucht, ob die Blockchain-Technologie die richtige Lösung ist und Jonas Müller kümmert sich darum, dass die von Fujitsu entwickelte Software an die speziellen Kundenwünsche angepasst wird. „Gerade die Phase von der Prozessmodellierung beim Kunden bis hin zu den Arbeitspaketen für die Software-Entwickler, die man dann fertig macht, um das Projekt schrittweise umzusetzen, ist immer sehr spannend“, erzählt er.

Kundenorientierung und Teamarbeit

Hat er eine geeignete Lösung gefunden, geht es ans Entwickeln der Software – ein Prozess, der von regelmäßigen Meetings mit dem Kunden und den beteiligten Entwickler*innen begleitet wird, die ständig auf dem Laufenden sein müssen, was Anforderungen und aufkommende Probleme betrifft. Für die Projekte gibt es jeden Morgen ein Stand-up-Meeting, an dem alle Projektmitglieder beteiligt sind. Es wird besprochen, womit man sich am Vortag befasst hat und was heute ansteht. Gibt es Probleme, setzt man sich mit mehreren Leuten zusammen und versucht, diese zu lösen.

Alle im Team müssen sowohl programmieren, als auch als Berater*in fungieren, deshalb ist es wichtig, beides zu können. „Man sollte schon verstehen, wie Software-Entwicklung an sich funktioniert und sich in die verschiedenen Bereiche einarbeiten können“, sagt Jonas Müller. Auf der anderen Seite braucht man aber auch die Affinität zum Business. „Man muss als Entwickler auch beraten können, ob es wirtschaftlich Sinn ergibt, das Projekt umzusetzen. So etwas wie Wirtschaftsinformatik ist da als Basis meistens ganz gut.“

Eine Tätigkeit mit Karriereaussichten

Der Blockchain-Entwickler hat keinen klassischen Werdegang hinter sich. Nach dem Abitur hat er Sozialwissenschaften und Organisationsmanagement studiert. Über eine Werkstudentenstelle ist er mit dem Thema Blockchain in Berührung gekommen. „Ich habe angefangen, mich damit zu befassen und zu programmieren. Dann habe ich von Fujitsu das Angebot bekommen, nach London und Japan zu gehen.“ Dort hat er in den Fujitsu Labs an Lösungen für verschiedene Probleme experimentiert und Softwareprototypen entwickelt bis er nach Deutschland zurückkam, um das Blockchain-Team bei Fujitsu mit aufzubauen. Der übliche Weg in den Beruf führt aber über ein Informatikstudium. „Die klassische Softwareentwicklung macht etwa 70 Prozent aus. Der Blockchain-Teil ist nur ein spezieller Mechanismus, in den die Software eingebettet wird.“

Als Blockchain-Entwickler hat Jonas Müller gute Weiterentwicklungsmöglichkeiten, für die der Grundstein seine Erfahrung mit bereits umgesetzten Projekten ist. „Meine beruflichen Ziele gehen Richtung Enterprise Architektur, also zu schauen, welche Technologie für welches Unternehmen und welchen Bereich Sinn macht. Weg vom Programmieren, hin zu einer Mischung aus Beratertätigkeit und einer strategischen Rolle.“ <<

http://bfi.plus/132513