Arztassistent/in / Physician Assistant

Kurz & Knapp

Ausgeübter Beruf:

Physician Assistant

Abgeschlossenes Studium in:

Physician Assistant – Arztassistent (Bachelor)

BERUFENET:

Arztassistent/in / Physician Assistant

Wir sind eine neue Berufsgruppe, die Qualität und Kontinuität in die Patientenversorgung bringt.

Die Ansprechpartnerin

Marie Stolte (27) arbeitet als Physician Assistant in der geriatrischen Abteilung eines Krankenhauses. Sie übernimmt sowohl medizinische als auch administrative Aufgaben.

7.30 Uhr. Ein typischer Morgen in der Abteilung Geriatrie und Innere Medizin des St. Johannisstift in Paderborn: Marie Stolte bereitet die Visite vor, begleitet die Ärztinnen und Ärzte dann zu den Patientinnen und Patienten und bespricht mit ihnen die Diagnose und Therapie. Anschließend bereitet sie die Visite nach, organisiert anstehende Eingriffe und weitere Untersuchungen und nimmt Kontakt zu Hausärztinnen und -ärzten sowie anderen Abteilungen auf. Wird ein neuer Patient oder aufgenommen, übernimmt sie als Physician Assistant die klinische Untersuchung von Kopf bis Fuß und legt oft venöse Zugänge. Sie nimmt außerdem an den Team- und Ärztebesprechungen teil. Unterschiedliche Anliegen der Pflege und Angehörigen kann sie oft schon beantworten, ohne dass ein Arzt oder eine Ärztin informiert werden muss.

Keine Nachtschichten oder Wochenenddienste

Marie Stolte arbeitet an der Schnittstelle zwischen Ärzteschaft und Pflege und übernimmt ganz unterschiedliche delegierbare ärztliche Aufgaben – medizinische, organisatorische und administrative. Dafür braucht sie neben dem Fachwissen auch Flexibilität, Kommunikations- und Teamfähigkeit. „Wir sind eine neue Berufsgruppe, die Qualität und Kontinuität in die Patientenversorgung bringt“, davon ist Marie Stolte überzeugt. Als Physician Assistant hat sie – anders als die Ärztinnen oder die Pfleger – einen familienfreundlichen Regeldienst ohne Nachtschichten und ohne Wochenenddienste. Ein großer Vorteil für sie. Die Patientinnen und Patienten haben in ihr eine feste Ansprechpartnerin. „Ich bin kontinuierlich da und habe den Überblick. Viele Informationen laufen bei mir zusammen und gehen nicht verloren“, erläutert die 27-Jährige. 

Überzeugungsarbeit nötig

Marie Stolte arbeitet erst seit wenigen Monaten bei ihrem jetzigen Arbeitgeber – und das auf Augenhöhe mit den Ärztinnen und Ärzten. Sie fühlt sich sowohl von ihnen als auch von den Mitarbeitern der Pflege gewertschätzt. Beworben hatte sie sich vor etwa einem Jahr initiativ, noch während ihres dualen Bachelorstudiums „Physician Assistant – Arztassistent/in“ an der staatlichen Dualen Hochschule Baden-Württemberg in Karlsruhe. „Meine jetzige Chefin hatte schon von dem neuen Berufsbild gehört und leistete Überzeugungsarbeit für mich. Die Bewerbung ging dann durch alle Instanzen und es wurde für mich eine neue Stelle hier in der Geriatrie geschaffen“, berichtet Marie Stolte. Bis sie eine Zusage bekam, dauerte es insgesamt einige Monate. „Aber damit hatte ich gerechnet, weil es – zumindest in Deutschland – um ein neues Berufsbild geht, das noch nicht überall bekannt ist.“ Um das zu ändern, ist sie daher schon vor einiger Zeit der „Deutschen Gesellschaft für Physician Assistants e.V.“ beigetreten. Der Wechsel aus ihrem bisherigen chirurgischen Bereich in die Geriatrie, die sie allerdings von einer Ausbildungsstation im Studium kannte, war problemlos. Für Marie Stolte ebenfalls ein Vorteil ihres Berufs: Eine Neuorientierung ist möglich.

Neben der medizinischen Seite gefällt ihr vor allem die Arbeit mit den Patienten und Patientinnen. Das war auch ein Grund dafür, dass sie sich nach ihrer Ausbildung zur Operationstechnischen Assistentin auch für diesen Studiengang entschieden hat und nicht etwa für Pflegemanagement. „Ich nehme mir immer Zeit, mit den Patienten zu sprechen. Man bekommt von ihnen unglaublich viel Dankbarkeit dafür zurück, dass man ihnen verständlich und in Ruhe erklärt, was los ist und was bei ihnen gemacht wird.“

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