Tiefbau

Baustelle
Portrait Daniel Spindler

Der Experte

Daniel Spindler

ist Azubi-Fachkoordinator bei der Deutschen Bahn Netz AG.

Hier erfährst du, was Ausbildungsbetriebe von ihren Azubis erwarten.

Mann arbeitet mit Teer

Handwerkliches Geschick

Im Bereich Tiefbau – etwa dem Gleisbau – hast du täglich mit unterschiedlichen Materialien und Arbeitsaufträgen zu tun: Stahl wird mit der Flex aufgetrennt, Holz zugeschnitten und verbaut oder Beton gemischt und in Schalungen gegossen. Damit alles flott und sachgemäß ausgeführt wird, brauchst du neben dem nötigen Fachwissen auch eine gute Portion handwerkliches Können.

Absperrung einer Straßenbaustelle

Beobachtungsgenauigkeit und Verantwortungsbewusstsein

Beobachtungsgenauigkeit brauchst du, um zum Beispiel Schwachstellen im Streckennetz zu erkennen und die richtigen Maßnahmen vorzuschlagen. Dabei sollte dir stets klar sein, dass du auf der Baustelle nicht nur die Verantwortung für dich und deine Kollegen trägst, sondern auch für die Fahrgäste, die in den Zügen sitzen.

Detail: Frau gibt Werte in einen Theodolit ein

Technisches Verständnis

Hochmoderne Maschinen und Geräte nehmen dir einen Großteil der körperlichen Arbeit ab. Daneben werden auch sensible Messgeräte eingesetzt, die kleinste Fehler in der Konstruktion eines Bauwerks finden. Um all diese Maschinen auch richtig einzusetzen, solltest du ein Gespür für Technik mitbringen.

Zwei Bauarbeiter lesen einen Plan auf einer Baustelle.

Teamfähigkeit

Alleine sind die Arbeiten auf einer Baustelle nicht zu schaffen. Wer gerne im Team arbeitet, aber auch selbstständig handeln und Entscheidungen treffen kann, ist in diesem Bereich genau richtig.

Umleitungsschild einer Baustelle

Flexibilität und Mobilitätsbereitschaft

Wenn du flexibel bist, kannst du dich schnell auf neue Arbeitsaufgaben und unvorhergesehene Situationen auf der Baustelle einstellen. Flexibilität wird später im Beruf auch im Hinblick auf die Einsatzorte erwartet. Im Bereich Gleisbau gilt es zum Beispiel ein Streckennetz von über 34.000 km zu warten und instand zu halten.

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Mann steuert Baggerarm eines Kipp-LKWs

Für das Bedienen großer Maschinen, wie beispielsweise Planierraupen, Bagger oder Betonmischgeräte, gibt es einen eigenen Beruf: den des Baugeräteführers/der Baugeräteführerin. Diese Fachleute kennen sich nicht nur mit der Bedienung aus, sondern können auch kleinere Reparaturen selbst erledigen. Das setzt natürlich technisches Geschick voraus. Aber auch bei den meisten anderen Berufen im Tiefbau – etwa bei Asphaltbauern/bauerinnen oder Gleisbauern/bauerinnen – gehört das Bedienen, Pflegen und eventuell Reparieren von Maschinen dazu.

Mann misst Durchmesser eines neuen Rohres aus

Nicht immer geht es darum, Neues zu bauen. Oft wäre es für Städte und Kommunen viel zu aufwendig beziehungsweise zu teuer, auf Schäden mit Neubau zu reagieren. So gehört die Pflege und nötigenfalls Reparatur von altem Baubestand für viele Berufe im Tiefbau zum Alltag – etwa für Brunnenbauer/innen, Gleisbauer/innen, Kanalbauer/innen oder Wasserbauer/innen. Statt ständig neue Rohrleitungen zu verlegen, kümmern sich Rohrleitungsbauer/innen häufig um Rohrbrüche oder um die Sanierung von alten, undichten Rohren.

Junger Mann trennt die Schienen voneinander mit der Flex.

Für das Bauen von Verkehrswegen wie Eisenbahnschienen und Autobahnen sind in erster Linie Straßenbauer/innen, Gleisbauer/innen und Asphaltbauer/innen zuständig. Während Letztere vor allem die Decke einer Straße anbringen, kümmern sich Straßen- und Gleisbauer/innen auch um den Unterbau der Verkehrswege, der meistens aus einer Schotterschicht besteht. Spezialtiefbauer/innen hingegen stellen besonders tragfähige oder komplizierte Fundamente her, wie sie beispielsweise für Brücken oder Hochhäuser benötigt werden.

junger Mann beim Einrichten eines Lasers zur Kontrolle für Rohrvermessung

Ohne Brunnenbauer/innen, Kanalbauer/innen oder Rohrleitungsbauer/innen wäre kein Wasserkreislauf möglich. Sie bohren und bauen an dem unterirdischen System, durch das das Wasser fließt, bevor es aus dem Wasserhahn in unsere Haushalte kommt. Ein Konzept, welche Wege diese Verzweigungen aus Rohren und Schächten genau zurücklegen sollen, entwickeln Fachkräfte für Wasserwirtschaft in Zusammenarbeit mit Ingenieuren/Ingenieurinnen. Siehe auch den Bereich „Gebäudeausbau, Wasser- und Energietechnik“.

Viele Schilder entlang einer Baustelle

Verkehrssicherheit ist doch Sache der Polizei!, denkst du jetzt vielleicht. Klar, aber indirekt sorgen natürlich auch Menschen in Bauberufen für Sicherheit auf den Verkehrswegen. Gleisbauer/innen beispielsweise kontrollieren regelmäßig Gleisanlagen und erneuern alte Schienen. Fachkräfte für Straßen- und Verkehrstechnik hingegen beurteilen nicht nur den Zustand von Straßenbelägen und Brücken, sondern planen auch Beschilderungen, Ampeln und Straßenmarkierungen, sodass der Straßenverkehr reibungslos rollen kann.

Frau zeichnet etwas auf einen Bauplan mit Maßstabslineal

Assistenten/Assistentinnen für Bautechnik, aber auch Fachkräfte für Straßen- und Verkehrstechnik und Fachkräfte für Wasserwirtschaft begleiten ein Bauprojekt von der Ausschreibung bis zur Abnahme organisatorisch und kaufmännisch. Am Computer fertigen sie in Zusammenarbeit mit Ingenieuren/Ingenieurinnen und Architekten/Architektinnen Pläne an, berechnen den Materialbedarf, holen Angebote ein und sorgen dafür, dass alles Nötige zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist. Am Ende rechnen sie alle Leistungen ab. Siehe auch den Bereich „Architektur und Bautechnik“.

Ein junger Mann leert einen Eimer Asphalt auf die Fahrbahn in einer Tiefgarage.

stellen im Tiefbau unterschiedliche Asphaltmischungen her und verwenden diese beispielsweise zur Abdichtung von Tunneln oder als Fahrbahnbelag. Übrigens arbeiten Asphaltbauer/innen nicht nur im Tiefbau, sondern dichten auch Parkdecks, Balkone oder Dachterrassen ab.

Ein junger Mann bedient einen Bagger.

bedienen verschiedene Baugeräte wie etwa Planierraupen, Walzen und Betonmischmaschinen. Außerdem erledigen sie kleinere Reparaturen an den Maschinen.

Junger Brunnenbauer arbeitet an Brunnenloch im Keller

bauen oder sanieren Brunnen. Mit Probebohrungen stellen sie fest, wo gutes Trinkwasser zu finden ist. Dann richten sie die Baustelle ein, bohren Brunnenschächte, verlegen Rohre und bauen Pumpwerke ein, um das Wasser nach oben zu befördern. Wusstest du, dass sie Brunnen nicht nur mit Bürsten, sondern auch mit Ultraschall reinigen?

Eine junge Frau misst mit dem Meßroller eine Strecke ab

unterstützen Ingenieure/Ingenieurinnen dabei, neue Straßen, Tunnels und Brücken zu bauen und das vorhandene Straßen- und Verkehrswegenetz zu erhalten. Sie kontrollieren und vermessen das Gelände, fertigen Bauzeichnungen an, kalkulieren Materialbedarf und Kosten und überwachen den Bau. Übrigens organisieren sie auch den Winterdienst.

Junger Mann vermisst mit einem Messflügel einen Fluss

konzipieren gemeinsam mit Ingenieuren/Ingenieurinnen Anlagen zur Wasserver- und -entsorgung. Außerdem legen sie Wasserschutzgebiete fest.

Junger Mann mit Warnweste misst die Spurweite einer Eisenbahnschiene mit Kollegen.

bauen, erneuern und erhalten Schienennetze. Sie kontrollieren Gleisanlagen, verlegen Gleise und Weichen und erneuern das Gleisbett. Dabei arbeiten sie oft unter Zeitdruck, da die Verkehrswege nicht lange blockiert werden sollen.

Junger Mann mit grünem Helm sieht sich Plan auf einer Baustelle an.

legen unter der Erde Abwasserleitungen. Sie mauern und betonieren auch Schächte für den Einstieg in den Kanal oder setzen sie aus Fertigteilen zusammen. Hast du dir überlegt, dass mitunter auch starke Gerüche zu diesem Beruf gehören?

Ein junger Mann sägt in einer Baugrube ein kaputtes Rohr ab

stellen Rohrleitungssysteme für Wasser, Gas, Öl oder Fernwärme her. Mit speziellen Lecksuchgeräten orten sie auch Rohrbrüche, beheben diese und entfernen Ablagerungen in den Leitungen. Auch bei Vermessungsarbeiten wirken sie mit.

Ein junger Spezialtiefbauer kontrolliert mit der Wasserwaage, ob der Greifer des Baggers lotrecht ansetzt und gibt Handzeichen zur Korrektur an den Baggerfahrer.

erstellen besonders tragfähige Fundamente, zum Beispiel für Brücken oder Hochhäuser. Mittels Bohrungen entnehmen sie auch Bodenproben, untersuchen diese auf ihre Zusammensetzung und planen ihre weitere Arbeit entsprechend. Häufig sind sie in ganz Deutschland unterwegs.

Ein junger Mann schaufelt auf einer Baustelle.

stellen den Unterbau und den Belag von Straßen, Geh- und Fahrradwegen, Fußgängerzonen und Plätzen her. Sie verlegen auch die Bordsteine und halten die Verkehrswege instand. Wusstest du, dass sie auch Landebahnen von Flugplätzen bauen?

Junge Frau baut ein Brückenmodell.

arbeiten bei der Planung von Bauleistungen mit, zum Beispiel von Straßen- und Verkehrswegen, und überwachen die Durchführung. Wusstest du, dass sie auch Boden- und Materialproben entnehmen und diese untersuchen?

Eine junger Mann beim Vermessen eines Aushubs mit Meterstab und Wasserwaage

stellen Baugruben, Gräben sowie Verkehrswege und Verkehrsflächen her, bauen Ver- und Entsorgungssysteme ein und führen Tiefbohrarbeiten durch. Wusstest du, dass du die Ausbildung noch ein Jahr fortsetzen und so je nach Schwerpunkt beispielsweise einen Abschluss als Straßen-, Gleis- oder Kanalbauer/in erwerben kannst?

junger Mann hält eine Fluchtstange, um Fluchten auszustecken, damit wird die genaue Position des Fundamentes ermittelt

warten Kanäle und Küstenabschnitte. Zum Beispiel kontrollieren sie regelmäßig die Wassertiefe durch sogenannte Peilungen.

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Ausbildungsvergütung

Auszubildende, die eine duale Ausbildung machen, also im Betrieb und in der Berufsschule lernen, erhalten eine Ausbildungsvergütung. Schulische Ausbildungen werden zumeist nicht vergütet. Ausnahmen gibt es zum Beispiel bei Pflegeberufen.

Kosten und Finanzen

Für manche Ausbildungen können Gebühren anfallen, insbesondere an privaten Schulen. Öffentliche Schulen sind dagegen in der Regel gebührenfrei. Trotzdem können Kosten entstehen, zum Beispiel für Bücher.

Auszubildende können finanzielle Unterstützung beantragen. Bei schulischen Ausbildungen ist BAföG möglich, bei betrieblichen Ausbildungen eine Berufsausbildungsbeihilfe.

Häufige und seltene Ausbildungen

Manche Ausbildungen werden recht häufig angeboten, andere sind dagegen eher selten. Wieder andere gibt es bevorzugt in bestimmten Regionen. Ausbildungsplätze in deiner Nähe findest du unter:

www.regional.planet-beruf.de
Es kann sich aber lohnen, wenn du regional flexibel bist! Wichtig ist, dass du dich für einen Beruf entscheidest, der deinen Stärken entspricht und dich interessiert.

http://berufsfeld-info.de/planet-beruf/tbf/tiefbau