Labor

Mikroskop
Portrait von Andreas Ogrinz.

Der Experte

Dr. Andreas Ogrinz

ist Geschäftsführer des Bereiches Bildung, Innovation und Nachhaltigkeit beim Bundesarbeit-geberverband Chemie (BAVC) in Wiesbaden.

Hier erfährst du, was Ausbildungsbetriebe von ihren Azubis erwarten.

Frau hält Reagenzglas

Große Sorgfalt

Im Labor kommt es vor allem auf Genauigkeit an. Wer beim Abwiegen und Mikroskopieren präzise arbeitet, ist hier genau richtig. Sorgfalt und Fingerspitzengefühl sind gefragt. Dies ist wichtig für die Qualität der durchgeführten Experimente und dient der eigenen Gesundheit. Der sichere und verantwortungsbewusste Umgang mit potenziell gefährlichen Chemikalien ist ein wichtiges Ausbildungsziel für Laborantinnen und Laboranten.

Warnschild im Labor

Aufmerksamkeit und Konzentration

Arbeits-, Gesundheits- und Umweltschutz stehen in der chemischen Industrie an erster Stelle. Daher suchen Ausbildungsbetriebe verantwortungsbewusste Mitarbeiter. Eine hohe Konzentration und Aufmerksamkeit gehören zu den wertvollsten Fähigkeiten im Labor.

Eine Hand schreibt Formeln auf ein Whiteboard.

Analytisches Denken

Nicht nur in den kaufmännischen Berufen, auch im Labor werden deine analytischen Fähigkeiten benötigt. Spaß an Physik, Biologie und natürlich Chemie ist Grundvoraussetzung.

Laborgeräte

Technisches Interesse

Nicht nur in den Technik-Berufen, auch im Labor ist technisches Verständnis unerlässlich, um die modernen und sehr empfindlichen Analysegeräte bedienen zu können. Computerkenntnisse sind daher im Labor für alle Nutzer wichtig. Wer sich gerne mit technischen Details beschäftigt, kann sich in vielen Betrieben zum Spezialisten für bestimmte Geräte weiterbilden lassen.

zwei Personen in einem Labor

Team­fähigkeit

Wer im Labor arbeitet, muss sich auf seine Kolleginnen und Kollegen verlassen können. Kommunikationsfähigkeit steht daher weit oben in den Anforderungen an Auszubildende. Abstimmungen mit Naturwissenschaftlern und Ingenieuren gehören zum beruflichen Alltag im Team und sind für das Endergebnis unerlässlich. Erfolg schafft man hier gemeinsam.

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Frau notiert chemische Formeln in ihren Unterlagen

Ob man die Eigenschaften von Metallen prüft, menschliches Blut auf Krankheiten untersucht oder Versuche mit pflanzlichem Saatgut durchführt: Jeder Schritt im Versuchsablauf wird exakt dokumentiert. Zum Beispiel machen Werkstoffprüfer/innen in Prüfprotokollen Angaben zum untersuchten Material, zur Versuchsanordnung und den Ergebnissen. Das ist nötig, damit Wissenschaftler/innen, Laborleiter/innen oder Auftraggeber/innen die Versuche später nachvollziehen und auswerten können.

Frau bestimmt die Konzentration einer Lösung mittels Photometer

Im Labor werden meist sehr empfindliche, leistungsstarke und teure Geräte wie Mikroskope, Ultraschallmessapparaturen und Digitalwaagen eingesetzt. Es gehört zu den Aufgaben von Laborfachkräften, diese Geräte und die dazugehörigen Arbeitsplätze in Ordnung zu halten. Auch bei kleineren Reparaturen an den Arbeitsgeräten sind die Mitarbeiter/innen gefragt. Man sollte dafür technisches Verständnis mitbringen und sehr genau arbeiten.

junge Frau füllt Laborgefäße mit Flüssigkeiten

Chemische Untersuchungsverfahren gehören in den Laborberufen zum Alltag. Chemielaboran-ten/-laborantinnen setzen Proben chemischen Prozessen aus, um die Inhaltsstoffe zu analysieren. Die Proben werden etwa in eine Lösung gegeben, die einen Indikator enthält – und der zeigt durch Farbwechsel eine chemische Reaktion an. Es muss sehr sorgfältig gearbeitet werden, da kleinste Verunreinigungen das Ergebnis verfälschen würden. Siehe auch Bereich „Technik, Technologiefelder".

Fotomedienlaborantin stellt eine Maschine zum Schneiden und Falzen einer Fotopapierrolle

Sind die angelieferten Rohstoffe von ausreichender Qualität? Erfüllt das Endprodukt die strengen Anforderungen? Diesen Fragen gehen Laborfachkräfte in Industriebetrieben – Milchwirtschaftliche Laboranten und Laborantinnen oder Werkstoffprüfer/innen zum Beispiel – täglich auf den Grund. Sie nehmen Proben in allen Stadien der Fertigung, bereiten diese für die Analyse auf und untersuchen, ob sie den Vorgaben entsprechen. Entdecken sie Fehler oder Abweichungen, muss die Ursache gefunden werden – schließlich geht es auch um die Sicherheit der Verbraucher.

Spannungsmessung am Oszilloskop

Bei physikalischen Versuchsreihen kommen oft hoch technisierte, sensible Geräte wie Mikroskope, Röntgen- oder Computertomografieanlagen zum Einsatz. Werkstoffprüfer/innen und Technische Assistenten/Assistentinnen für Metallografie und Werkstoffkunde suchen mithilfe von Ultraschall nach Rissen im Material oder setzen es großer Hitze und starken Kräften aus. So finden sie Fehler und ermitteln Materialeigenschaften wie Härte, Festigkeit oder Verformbarkeit. Siehe auch Bereich „Technik, Technologiefelder".

Mann nimmt eine Ratte aus einer Box für eine Versuchsreihe.

Neue Wirkstoffe für Medikamente werden oft zuerst in Tierversuchen getestet. Biologielaboranten und -laborantinnen narkotisieren Tiere, testen deren Reaktion auf bestimmte Wirkstoffe oder untersuchen Blut- und Gewebeproben. Auch Landwirtschaftlich-technische Assistenten und Assistentinnen gehen mit Tieren um, zum Beispiel, wenn sie in Ställen Proben von Zuchttieren entnehmen.

Baustoffpruefer verdichtet Materialprobe

untersuchen Böden und Baumaterial wie Asphalt, Beton oder Mörtel zum Beispiel auf Tragfestigkeit oder gesundheitsgefährdende Stoffe. Sie sind auch vor Ort, um herauszufinden, ob ein Untergrund sich dazu eignet, eine Straße oder ein Haus darauf zu bauen.

Junge Laborantin sieht sich einen Ecoli-Bakterienstamm in einem Rundglas an.

bereiten Untersuchungen an Tieren, Pflanzen, Mikroorganismen oder Zellkulturen vor und führen diese unter Anleitung durch. Wusstest du, dass sie auch den genetischen Fingerabdruck analysieren können?

Junge Frau beim Pipettieren in einem Chemielabor

unterstützen Naturwissenschaftler/innen bei Experimenten und Versuchen im Labor oder vor Ort. Sie wollen mehr über die Wechselwirkungen zwischen einem Organismus und seiner Umwelt herausfinden. Hättest du gewusst, dass sie auch Versuchstiere züchten und pflegen?

Eine junge Frau untersucht eine Flüssigkeit in einem Erlenmeyerkolben.

analysieren beispielsweise Kunststoffe und Metalle sowie Lebensmittel und Pharmazeutika auf ihre Zusammensetzung. Dazu entnehmen sie Stichproben, unterziehen sie verschiedenen Tests und werten die Ergebnisse aus. Sie stellen chemische Substanzen auch selbst her.

Eine junge Frau arbeitet im Labor mit einer rosafarbenen Lösung.

prüfen Produkte der chemischen Industrie. Sie bereiten Versuchsanordnungen vor, entnehmen Proben und führen einfache Tests mit Waagen, Mess- und Analysegeräten aus. Die Versuche werten sie aus und protokollieren die Ergebnisse.

Junge Frau untersucht ein Mäuseherz unter dem Mikroskop

untersuchen im Labor Proben mithilfe von chemischen Stoffen, wie zum Beispiel Säuren oder Laugen. Wusstest du, dass sie für Behörden auch Trinkwasser und Abwasser oder die Abfallbeseitigung überwachen?

Frau untersucht eine Probe mit Säure.

bestimmen mithilfe verschiedener chemischer und physikalischer Verfahren den Gehalt von Gold, Silber oder anderen Edelmetallen in Metallgemischen (Legierungen). In Unternehmen, die Edelmetall aus angekauften Münzen oder Schmuck zurückgewinnen, werden sie auch an Schmelzöfen eingesetzt.

Eine junge Frau schüttet weißen Lack in einen Trichter.

arbeiten an der Entwicklung von Beschichtungsstoffen mit. Sie tragen die neu entwickelten Lackmischungen auf und setzen diese verschiedenen Belastungstests aus. Hättest du gedacht, dass sie auch Beschichtungen für Geldscheine mitentwickeln?

Mann beim Untersuchen von Lebensmitteln in der Petrischale

sind in der Forschung oder in landwirtschaftlichen Betrieben vorwiegend mit der Züchtung und Aufzucht von Tieren oder Pflanzen beschäftigt. Um neues Saatgut zu züchten, bestäuben sie mit einem Wattestäbchen Blüten von Hand.

junge Frau bringt eine Probe mit einer Pipette von einem Becherglas in ein Kulturröhrchen

werden überall eingesetzt, wo Nahrungsmittel hergestellt werden. Sie testen dort die Qualität der Zutaten oder Lebensmittel. Wusstest du, dass sie in Versuchsküchen bisweilen an neuen Rezepturen mitarbeiten?

junge Frau präpariert Leber

unterstützen Fachärzte bei Leichenöffnungen. Sie legen einzelne Organe frei, um daraus Präparate für die Wissenschaft herzustellen. Wusstest du, dass sie die Leichen auch für die Bestattung vorbereiten?

Eine junge Frau steht in einem Labor und legt etwas in eine Zentrifuge.

untersuchen Körpergewebe, Blut oder Urin auf Krankheiten. Sie entnehmen Proben beziehungsweise assistieren Ärzten bei der Entnahme von Proben. Eine weitere Aufgabe ist die Blutgruppenbestimmung.

Junger Mann ueberprueft Milch mit farbigen Indikator

kümmern sich um die Qualität von Milch und Milchprodukten. Sie testen diese auf Aussehen, Geschmack und Geruch und analysieren Proben. Hättest du gedacht, dass sie auch für die Überprüfung von Speiseeis zuständig sein können?

Junge Frau im Gewächshaus beim bestäuben der Narbenfäden von Maispflanzen

sind an der Zucht von Nutz- und Zierpflanzen beteiligt, um sie weniger krankheitsanfällig zu machen. Auf den Versuchsfeldern oder im Gewächshaus bauen sie die Pflanzen an. Außerdem untersuchen sie, ob etwa Dünger oder Pflanzenschutzmittelmittel umweltverträglich sind. Im Labor führen sie Versuche durch und werten die Daten anschließend aus.

Junge Frau gibt Arzneimittel in der Apotheke heraus

bereiten Arzneimittel wie Salben, Infusionslösungen oder Dragees unter Anleitung von Apothekern/Apothekerinnen zu. Im Labor überprüfen sie die Arzneistoffe im Hinblick auf ihre Qualität.

Frau bei der Härteprüfung eines Materials.

sind die rechte Hand der Physiker/innen. In diesem Beruf nutzt man eindrucksvolle physikalische Phänomene: in der Kernphysik die Kraft der Atome, in der Vakuumtechnik den Unterdruck, bei der Kernfusion hohe Temperaturen, in der Lasertechnik Lichtimpulse.

Physiklaborantin justiert das Linsensystem für die Laser in einem Versuchsaufbau zur Resonanz-Raman-Spektroskopie.

sind oft an Hochschulen und physikalischen Forschungsinstituten tätig. Doch auch die Industrie hat Bedarf an diesen Fachleuten. Dort testen sie etwa, wie sich Produkte durch Nanotechnologie verbessern lassen. Manche arbeiten sogar in Entwicklungsabteilungen der Luft- und Raumfahrttechnik.

junge Frau arbeitet im Labor

untersuchen Rohstoffe und Endprodukte. Sie bereiten Proben für die Analyse auf und untersuchen diese unter dem Mikroskop sowie mithilfe verschiedener chemischer und physikalischer Verfahren.

Ein junger Mann poliert ein rundes Metallstück.

testen Metalle und andere Werkstoffe unter verschiedenen Bedingungen und ermitteln deren Eigenschaften. Ihre Ergebnisse dienen zur Qualitätskontrolle in der industriellen Produktion.

Eine junge Frau legt einen Garn zur Waschprüfung in die Waschmaschine.

überwachen in der Textil- und Bekleidungsindustrie den Produktionsprozess, indem sie Rohstoffe und Endprodukte prüfen. Hättest du gewusst, dass auch die Luftfahrtindustrie bei der Innenausstattung auf die Arbeit von Textillaboranten setzt?

Junger Mann beurteilt die Einwirkung des Reaktionsgemisches auf die Wasserprobe.

untersuchen, ob Wasser, Luft und Boden mit Schadstoffen belastet sind. Sie entnehmen Proben und analysieren diese im Labor. Im Bereich Strahlenschutz haben sie auch mit radioaktiven Stoffen zu tun.

Eine junge Frau steht in einem Labor und begutachtet eine Probe.

analysieren Körperflüssigkeiten und Gewebeproben von toten und lebendigen Tieren. Sie untersuchen auch pharmazeutische Produkte, die tierische Bestandteile enthalten (z.B. Medikamente und Kosmetika), oder vom Tier stammende Lebensmittel wie Fleisch und Milch.

Werkstoffprüfer für Kunststofftechnik spannt eine Kunststoffprobe in die CNC-Fräse ein

nehmen Materialien aus der laufenden Produktion von Industrieunternehmen unter die Lupe, um sie auf ihre Eigenschaften und auf Fehler zu prüfen. Wusstest du, dass sie auch bei der Herstellung von Halbleitern mitarbeiten?

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Ausbildungsvergütung

Auszubildende, die eine duale Ausbildung machen, also im Betrieb und in der Berufsschule lernen, erhalten eine Ausbildungsvergütung. Schulische Ausbildungen werden zumeist nicht vergütet. Ausnahmen gibt es zum Beispiel bei Pflegeberufen.

Kosten und Finanzen

Für manche Ausbildungen können Gebühren anfallen, insbesondere an privaten Schulen. Öffentliche Schulen sind dagegen in der Regel gebührenfrei. Trotzdem können Kosten entstehen, zum Beispiel für Bücher.

Auszubildende können finanzielle Unterstützung beantragen. Bei schulischen Ausbildungen ist BAföG möglich, bei betrieblichen Ausbildungen eine Berufsausbildungsbeihilfe.

Häufige und seltene Ausbildungen

Manche Ausbildungen werden recht häufig angeboten, andere sind dagegen eher selten. Wieder andere gibt es bevorzugt in bestimmten Regionen. Ausbildungsplätze in deiner Nähe findest du unter:

www.regional.planet-beruf.de
Es kann sich aber lohnen, wenn du regional flexibel bist! Wichtig ist, dass du dich für einen Beruf entscheidest, der deinen Stärken entspricht und dich interessiert.

http://berufsfeld-info.de/planet-beruf/tbf/labor