Kunststoff

bunte Plastikbecher
Portrait von Ralf Olsen.

Der Experte

Ralf Olsen

ist Geschäftsführer des Bereichs Bildungspolitik und Berufsbildung beim Gesamtverband Kunststoff­verarbeitende Industrie e. V.

Hier erfährst du, was Ausbildungsbetriebe von ihren Azubis erwarten.

Junger Mann stellt Spritzgussmaschine ein

Interesse an Technik

Die Arbeit in der Kunststoffverarbeitung ist vielseitig und abwechslungsreich. Kunststoffteile werden durch Spritzguss oder Wärmeverformung hergestellt. Die speziellen Maschinen richten etwa Verfahrensmechaniker/innen ein oder rüsten sie um. Während der Produktion überwachen sie die Anlagen. Sobald eine Störung auftritt, beheben sie diese sofort. Das erfordert technisches Verständnis.

Detailaufnahme vom Entgraten eines Kunststoffteils

Handgeschick

Es ist immer gut, über ein gewisses Handgeschick zu verfügen, egal ob das den Umgang mit Werkzeugen oder Maschinen betrifft oder ob Bauteile bei Wartungsarbeiten ausgetauscht werden. Viele Kunststoffteile werden auch von Hand nachbearbeitet.

Taschenrechner

Rechnen

Von Azubis wird erwartet, dass sie Kopfrechnen können und den Dreisatz beherrschen. Sie berechnen beispielsweise, wie viel Kunststoffgranulat für die Herstellung eines Kunststoffteiles benötigt wird und wie das richtige Mischungsverhältnis der einzelnen Zugaben ist.

Qualitätsprüfung eines Kunststoff-Endproduktes

Augenmaß

Qualitätskontrolle ist wichtig! Dabei ist es hilfreich, wenn Hand und Auge gut koordiniert sind. Fachkräfte in der Kunststoffproduktion prüfen, ob die Produkte die richtigen Maße besitzen, und kontrollieren das mit den Augen und dem Messwerkzeug. Auch die Einhaltung der Vorgaben hinsichtlich Farbgebung und Lichtechtheit überwachen sie.

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Detailaufnahme einer technischen Konfektionierung im Bereich Markisenverarbeitung.

Kunststoffe werden in vielen Bereichen verarbeitet: beim Bau von Booten und Leichtflugzeugen, bei der Innenausstattung von Autos oder in der Herstellung von Spielwaren. Du kannst also in sehr unterschiedlichen Bereichen arbeiten, etwa auch Sonnenschutzsysteme produzieren, Material für Gerüstverkleidungen zuschneiden oder Bauteile wie Fensterrahmen fertigen. Um unterschiedliche Kunststoffteile miteinander zu verbinden, nutzt du verschiedene Schweiß- und Klebetechniken.

Frau schließt Steuerung an Rollladen an

Zu den Besonderheiten in einigen Berufen mit Kunststoffen gehört es, elektronische Teile einzubauen. Fahrzeuginnenausstatter/innen beispielsweise verlegen unter den Teppichböden im Innenraum eines Autos sowie hinter den Seitenverkleidungen aus Kunststoff elektrische Leitungen, die etwa für die Klimaautomatik oder Alarmanlage nötig sind. Als Rollladen- und Sonnenschutzmechatroniker/in stellst du nicht nur Markisen her, sondern weißt auch, wie man große Rolltore für Garagen mit computergesteuerten Elektroantrieben ausstattet.

An einer Maschine werden Eingaben vorgenommen.

Als Packmitteltechnologe/-technologin oder Verfahrensmechaniker/in für Kunststoff- und Kautschuktechnik zum Beispiel stellst du die Produktionsanlagen ein, mit denen Kunststoffe oder Verpackungen hergestellt werden. Während der Produktion überwachst du die Maschinen und achtest darauf, dass keine Störungen eintreten. Zur Wartung der Maschinen gehört es auch, dass du sie regelmäßig reinigst und alle Teile ausreichend ölst.

Handschlag

Wenn du Produkte aus Kunststoff verkaufst, nimmst du dir Zeit für eine gründliche Beratung. Als Mechaniker/in für Reifen- und Vulkanisationstechnik hilfst du deinen Kunden beispielsweise bei der Auswahl der passenden Reifen für ihr Fahrzeug. Als Rollladen- und Sonnenschutzmechatroniker/in erläuterst du dem Kunden die Vorteile unterschiedlicher Rollladensysteme. Wichtig ist, dass du auf die Wünsche der Kunden eingehst.

Werkstoffprüfer - Kunststofftechnik bestimmt die Shore A - Härte einer Kunststoffprobe mittels Härteprüfgerät

D amit keine Materialfehler auftreten und die Qualität stimmt, werden Rohstoffe und fertige Produkte während der Produktion immer wieder kontrolliert. Dies ist vor allem die Aufgabe von Werkstoffprüfern und Werkstoffprüferinnen der Fachrichtung Kunststofftechnik. Mithilfe verschiedener Prüfverfahren untersuchen sie Materialeigenschaften wie Härte oder Verformbarkeit. Die Ergebnisse dokumentieren sie. Auch als Verfahrensmechaniker/in für Kunststoff- und Kautschuktechnik nimmst du Stichproben und analysierst.

grüne Kunststoffteile

Für die Herstellung von Kunststoffen sind Verfahrensmechaniker/innen für Kunststoff- und Kautschuktechnik zuständig. Sie fertigen zum Beispiel Faserverbundwerkstoffe für den Automobilbau oder Rohre für den Maschinenbau. Sie arbeiten mit einer Masse, die aus Rohkautschuk oder aus Kunststoffgranulat sowie aus Farben und weiteren Zusätzen besteht. Mithilfe spezieller Verarbeitungsmaschinen wird diese Masse in die jeweils gewünschte Form gebracht.

Ein junger Mann verlegt die elektrischen Leitungen eines Segelbootes.

stellen Boote unterschiedlichster Bauart her, vom Paddelboot bis zum Fischkutter. Insbesondere für Sportboote und Jachten verarbeiten sie Kunststoffe. Bootsbauer/innen installieren auch die Bordelektronik und reparieren die Boote.

Frau näht an einer Nähmaschine

montieren Sitze und bringen Bauteile und Verkleidungen im Innenraum von Pkw, Bussen oder Lkw an. Hierfür schneiden sie Stoffe, Kunststoffe, Leder und Polstermaterialien zu. Außerdem verlegen sie auch elektrische und hydraulische Leitungen.

junger Mann bearbeitet eine Tragfläche in der Lackiererei.

stellen vor allem Sportflugzeuge her. Sie produzieren nach Schablonen und Modellen unterschiedliche Teile und setzen sie bei der Endmontage zusammen. Auch für die Wartung von Segelflugzeugen und kleinen Motorflugzeugen sind sie zuständig. War dir klar, dass sie auch Navigationsgeräte und die Steuerung überprüfen?

Auszubildender Mechaniker Reifen- und Vulkanisationstechniker wechselt Reifen in der Werkstatt

warten und prüfen Schläuche, Reifen und Räder. Defekte Reifen, die abgefahren sind oder nicht mehr rundlaufen, setzen sie wieder instand. Übrigens rüsten sie auch Fahrzeuge mit Sonderbereifung aus.

Junger Mann bedient eine Maschine.

stellen aus Kunststoffen oder aus Papier, Pappe und Karton Verpackungen her. Sie entwickeln die Verpackungen, veranschaulichen neu entwickelte Verpackungen durch Muster und produzieren die Verpackungen an computergesteuerten Produktionsanlagen.

Eine junge Frau zeichnet ein Maß auf einen Rollladen.

stellen Jalousien und Sonnenschutzsysteme her und bauen sie beim Kunden ein. Meist verwenden sie dafür vorgefertigte Teile. Manchmal werden außerdem Spezialanfertigungen von ihnen verlangt. Dafür müssen sie auch Pläne und Skizzen anfertigen können.

Ein junger Mann beim Feilen einer Holzleiste.

fertigen Puppen, Kuscheltiere, Holzfahrzeuge, Bausteine und Modelleisenbahnzubehör. Wenn sie Spielzeuge aus Kunststoff herstellen, verwenden sie meist Rohlinge, die sie beispielsweise an computergesteuerten Schleif- oder Fräsmaschinen weiterbearbeiten.

Blick auf die Zeichnung für die LKW Plane

stellen Schutz- und Wetterkleidung, Zelte, Lkw-Planen oder Markisen her. Sie wissen, welche Materialien besonders wetterfest sind und wie diese verarbeitet werden. Die einzelnen Teile vernähen, verschweißen oder verkleben sie miteinander.

Junger Mann stellt Spritzgussmaschine ein

stellen an Maschinenanlagen aus chemischen Verbindungen, Weichmachern und Farben Kunststoffe her und aus diesen wiederum Teile wie Gehäuse für Elektrogeräte, Rohre oder Fahrzeugreifen.

Werkstoffprüfer - Kunststofftechnik spannt eine Kunststoffprobe in die CNC-Fräse ein

überprüfen Kunststoffe und Kunststoffprodukte auf Materialeigenschaften und -fehler, um die Qualität sicherzustellen. Dazu entnehmen sie Proben, die sie mittels chemischer, physikalischer oder mechanischer Verfahren untersuchen. Die Versuchsergebnisse werten sie am Computer aus.

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Ausbildungsvergütung

Auszubildende, die eine duale Ausbildung machen, also im Betrieb und in der Berufsschule lernen, erhalten eine Ausbildungsvergütung. Schulische Ausbildungen werden zumeist nicht vergütet. Ausnahmen gibt es zum Beispiel bei Pflegeberufen.

Kosten und Finanzen

Für manche Ausbildungen können Gebühren anfallen, insbesondere an privaten Schulen. Öffentliche Schulen sind dagegen in der Regel gebührenfrei. Trotzdem können Kosten entstehen, zum Beispiel für Bücher.

Auszubildende können finanzielle Unterstützung beantragen. Bei schulischen Ausbildungen ist BAföG möglich, bei betrieblichen Ausbildungen eine Berufsausbildungsbeihilfe.

Häufige und seltene Ausbildungen

Manche Ausbildungen werden recht häufig angeboten, andere sind dagegen eher selten. Wieder andere gibt es bevorzugt in bestimmten Regionen. Ausbildungsplätze in deiner Nähe findest du unter:

www.regional.planet-beruf.de
Es kann sich aber lohnen, wenn du regional flexibel bist! Wichtig ist, dass du dich für einen Beruf entscheidest, der deinen Stärken entspricht und dich interessiert.

http://berufsfeld-info.de/planet-beruf/tbf/kunststoff