Farben und Lacke

Ausgebreiteter Farbfächer
Portrait von Roland Brecheis.

Der Experte

Roland Brecheis

ist Vorsitzender des Bildungs­ausschusses des Bundes­verbands Farbe Gestaltung Bautenschutz.

Hier erfährst du, was Ausbildungsbetriebe von ihren Azubis erwarten.

Hände ziehen einen vertikalen Farbstrich mit einem Malerpinsel

Handwerkliches Geschick

Besonders Maler/innen und Lackier/innen, Bauten- und Objektbeschichter/innen sowie Fahrzeuglackierer/innen sollten grundsätzlich über handwerkliches Geschick verfügen. Jugendliche, die sich für eine dieser Ausbildungen interessieren, sollten neben den berufstypischen Werkzeugen wie Spachtel, Pinsel, Farbroller und Spritzpistole auch mit Schraubenzieher und Bohrmaschine umgehen können.

Taschenrechner

Rechnen

Es ist wichtig, die Grundrechenarten zu beherrschen. Werkstoffmengen wie Basislack, Härter und Verdünnungsmittel müssen beispielsweise je nach Mischungsverhältnis berechnet werden. Oder die erforderliche Menge an Beschichtungsstoffen für die zu bearbeitenden Flächen muss ermittelt werden.

verschieden farbige Rührpinsel hängen in einer Reihe an einer Wand

Sinn für Farben

Manchmal wird das Gespür für Farben und Formen bei der Bewerbung getestet. Die Bewerber/innen bekommen zum Beispiel Farbkärtchen und können damit Farbkontraste bilden oder Farbzusammenstellungen für einen Raum entwerfen.

Beschichtungsmaterial wird mit einer Lackierpistole auf ein Werkstück gesprüht.

Interesse an Technik

Wo das Bearbeiten von Flächen und Gegenständen mithilfe von Maschinen und Geräten erfolgt, kann Interesse an Technik dazu beitragen, die Funktionsweise der Anlagen besser zu begreifen. Ein gewisses technisches Verständnis erleichtert es, die Maschinen zu bedienen und kleinere Reparaturen auszuführen.

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junger Mann beschichtet Werkstuecke in einer Lackierhalle

Die Tätigkeiten rund um das Beschichten von Oberflächen sind sehr vielfältig. Oberflächen an Häusern werden durch spezielle Beschichtungen vor Wind und Wetter geschützt. Bauten- und Objektbeschichter/innen etwa führen Putzarbeiten durch und bessern Schäden an den Wänden aus, bevor eine Fassade neu gestrichen werden kann. Verfahrensmechaniker/innen für Beschichtungstechnik überwachen Maschinen, die unterschiedliche Oberflächen, beispielsweise Möbel oder Fahrzeugteile, vollautomatisch beschichten.

Ein Frau mischt einen Rot-Ton passend zu einer Tapete.

In einigen Berufen wird mit der Hand gemalt und lackiert, in anderen übernehmen dies Maschinen. In Autowerkstätten arbeiten Fahrzeuglackierer/innen in Handarbeit. Mit dem Pinsel bessern sie beispielsweise Kratzer im Lack aus. Die Untergründe bereiten sie durch Schleifen und Grundieren vor. Auch Maler/innen und Lackierer/innen sowie Bauten- und Objektbeschichter/innen sind Handwerker/innen, die mit Werkzeugen wie Pinsel, Spachtel und Farbspritz- und Sprühgeräten arbeiten. Siehe auch Bereich „Gebäudeausbau, Wasser- und Energietechnik".

Die Gestaltungsberaterin Raumausstattungshandwerk berät Kunden im Laden

Raumausstatter/innen, aber auch Maler/innen und Lackierer/innen haben engen Kontakt zu Kunden und beraten diese. Die Kunden möchten ihre Wohnräume verschönern und wollen wissen, welche Kosten entstehen und wie viel Zeit die Arbeiten in Anspruch nehmen werden. Als Raumausstatter/in unterstützt du die Kunden bei der Auswahl von Materialien, etwa von Stoffen. Maler/innen und Lackie-rer/innen schlagen bestimmte Farben oder Maltechniken vor. Wenn Farben und Lacke verwendet werden, interessiert die Kunden häufig auch, ob diese umweltfreundlich sind.

Junger Mann schleift Marmorplatte ab

Maler/innen und Lackierer/innen können bei der Gestaltung von Räumen kreativ arbeiten. Sie überlegen sich, wie sie eine Wohnung verschönern können, beispielsweise durch die Auswahl der passenden Wandfarben. Sie gestalten Türen und Wände unter Einsatz spezieller Maltechniken. Raumausstatter/innen haben einen Blick für das Zusammenspiel von Wandfarben, Bodenbelägen und Möbeln. Siehe auch Bereich „Design und Gestaltung".

Mann programmiert am Display der Lackierkammer

Verfahrensmechaniker/innen für Beschichtungstechnik stellen Anlagen ein und bedienen Maschinen. Das können beispielsweise Lackierstraßen sein, auf denen Oberflächen aus Holz, Metall oder Kunststoff mit Lacken oder Farben beschichtet werden. Die Maschinen müssen immer wieder neu eingestellt werden, je nachdem, welche Oberfläche mit welchem Material beschichtet werden soll. Während des Lackiervorgangs müssen die Maschinen überwacht werden. Auch Wartungsarbeiten und kleinere Reparaturen können anfallen.

Frau an Rührmaschine im Labor

Du kannst daran mitarbeiten, neue Produkte zu entwickeln und vorhandene Lacke, Farben und Beschichtungsstoffe zu verbessern. Lacklaboranten/-laborantinnen messen die Menge der Rohstoffe genau ab, bevor sie eine neue Rezeptur mischen und auf ihre Eigenschaften hin testen. Die Untersuchungsergebnisse dokumentieren sie und werten sie sorgfältig aus. Wichtig ist es auch, sorgsam mit den verwendeten Chemikalien umzugehen, die zum Teil gefährlich sein können. Außerdem überprüfen Laboranten und Laborantinnen die Qualität neuer Produkte.

Ein junger Mann verputzt eine Wand.

beschichten und gestalten Innenwände und Fassaden von Bauwerken. Auch für das Beschichten von Decken und Fußböden sowie für Wärmedämmungen sind sie zuständig. Sie beschriften und bemalen außerdem Fassaden, zum Beispiel mithilfe von Schablonen.

Eine junge Frau lackiert ein Auto mit einer Sprühpistole.

lackieren Fahrzeuge und bessern Lackschäden aus. Das Lackieren von Fahrzeugen erfolgt häufig mithilfe von computergesteuerten Maschinen. Auch für Beschriftungen und Effektlackierungen können sie zuständig sein.

Eine junge Frau schüttet weißen Lack in einen Trichter.

entwickeln Beschichtungsstoffe wie zum Beispiel Lacke, die sie aus Binde- und Lösungsmitteln sowie Farbpigmenten und Hilfsstoffen mischen. Anschließend testen sie die Qualität der neuen Produkte.

Eine junge Frau bringt eine Tapete an eine Wand an.

streichen Fenster, Türen und Wände. Sie dichten aber auch Fugen ab, beschichten Wände oder gestalten Ornamente. Zu ihren Aufgaben gehört es zudem, Kunden zu beraten und ihnen zu helfen, passende Farben auszusuchen. Übrigens müssen sie auch schwindelfrei sein.

junge Frau steckt Falten in einen Vorhang

gestalten Räume nach den Wünschen ihrer Kunden. Sie entwickeln nicht nur Gestaltungsideen, sondern setzen diese auch um, indem sie zum Beispiel Fertigparkett verlegen und tapezieren. Wusstest du schon, dass sie außerdem Polstermöbel herstellen und reparieren?

Junger Mann bestrahlt Metallbauteil

beschichten Oberflächen – zum Beispiel von Autos, Maschinen, Sportgeräten oder Möbeln – mit Farben und Lacken. Sie arbeiten meistens an computergesteuerten Maschinenanlagen. Sie überwachen die Trocknungs- und Härtungsprozesse und überprüfen den fertigen Lackfilm.

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Ausbildungsvergütung

Auszubildende, die eine duale Ausbildung machen, also im Betrieb und in der Berufsschule lernen, erhalten eine Ausbildungsvergütung. Schulische Ausbildungen werden zumeist nicht vergütet. Ausnahmen gibt es zum Beispiel bei Pflegeberufen.

Kosten und Finanzen

Für manche Ausbildungen können Gebühren anfallen, insbesondere an privaten Schulen. Öffentliche Schulen sind dagegen in der Regel gebührenfrei. Trotzdem können Kosten entstehen, zum Beispiel für Bücher.

Auszubildende können finanzielle Unterstützung beantragen. Bei schulischen Ausbildungen ist BAföG möglich, bei betrieblichen Ausbildungen eine Berufsausbildungsbeihilfe.

Häufige und seltene Ausbildungen

Manche Ausbildungen werden recht häufig angeboten, andere sind dagegen eher selten. Wieder andere gibt es bevorzugt in bestimmten Regionen. Ausbildungsplätze in deiner Nähe findest du unter:

www.regional.planet-beruf.de
Es kann sich aber lohnen, wenn du regional flexibel bist! Wichtig ist, dass du dich für einen Beruf entscheidest, der deinen Stärken entspricht und dich interessiert.

http://berufsfeld-info.de/planet-beruf/glas-farben-lacke-kunststoffe/farben-und-lacke