Anpassungs­qualifizierung: Analyse­verfahren und -technik

Wir lernten, die speziellen Toleranzen und Grenzwerte in das Programm einzuarbeiten.

Analysesteuerung per Mausklick

Um die Eigenschaften von organischen und anorganischen Stoffen zu prüfen, setzen Chemielaboranten oftmals softwaregestützte Analyseverfahren ein. Im Rahmen einer Schulung vertiefte Fabian Röper (22) sein Wissen auf diesem Gebiet.

Fabian Röper arbeitet in der Qualitätssicherung bei der Roche Diagnostics GmbH in Mannheim. Mithilfe von chemischen Verfahren prüft er die Reinheit von anorganischen und organischen Rohstoffen, angefangen bei Enzymen bis hin zu Papier oder Kunststoffgeweben. Um sein Wissen über Analysemethoden und neue Technologien aktuell zu halten, absolviert er regelmäßig Schulungen. Zuletzt besuchte er einen Anwenderkurs zu einer speziellen Software, die zur Steuerung von Hochleistungsflüssigkeitschromatografen, kurz HPLC, genutzt wird: „Ich musste diese Zusatzqualifikation, die meine Ausbildung nicht umfasste, schnell nachholen. Ohne sie durfte ich nicht an den empfindlichen Geräten arbeiten“, erklärt der 22-Jährige.

Testläufe am Übungscomputer

Der Unterricht wurde von einem externen Anbieter organisiert und fand an zwei Tagen im Seminarraum auf dem Firmengelände statt. Die Kosten inklusive Handbuch und Übungsunterlagen in Höhe von insgesamt rund 1.000 Euro übernahm Fabian Röpers Arbeitgeber, der ihn zudem von der Arbeit freistellte.

Zunächst machten sich die sieben Teilnehmer mit der Benutzeroberfläche und der Bedienung des Computerprogramms vertraut, später simulierten sie exemplarische Laboranalysen mithilfe eines Übungsrechners. Ein erfahrener Trainer stand ihnen zur Seite und half individuell bei der Bewertung von Chromatogrammen und den mathematischen Berechnungen sowie bei der Erstellung von Analysebefunden. „Wir lernten in erster Linie, die speziellen Anforderungen des Unternehmens, die Toleranzen und Grenzwerte umfassen, in das Programm einzuarbeiten, um eine Validierung einer Probe zu gewährleisten. Vorausgesetzt wurde ein Vorwissen über die Funktionsweise der HPLC-Geräte“, erzählt der junge Chemielaborant, der bereits vor dem Kurs erfahrene Kollegen bei den Analysen unterstützt hatte. Mittlerweile führt er diese selbstständig durch.

Ein Rezept für jeden Stoff

Die Arbeit an HPLC-Geräten macht rund 20 Prozent von Fabian Röpers Untersuchungen aus. „Meine Aufgaben sind sehr abwechslungsreich und umfassen eine Reihe von Verfahren – angefangen bei optischen Vergleichen von Farbreaktionen in Reagenzgläsern, womit ein Ionennachweis möglich ist, bis hin zu fotometrischen Analysen“, ergänzt er.

Morgens verschafft er sich zunächst einen Überblick über die eingegangenen Rohstoffproben. Dann plant er die Verfahren mithilfe von Checklisten. Da er mitunter mit gefährlichen Stoffen arbeitet, sind Sicherheitsmaßnahmen wie das Tragen von Schutzkleidung notwendig. „Jeder Stoff muss speziell behandelt werden – und es gibt bis zu 500 unterschiedliche. Feste Stoffe wiege ich zunächst mithilfe einer Präzisionswaage, um das Gewicht zu bestimmen. Dann löse ich sie in einer Suspension auf und fülle sie in Gefäße für den Computerdurchlauf ab.“ Die Ergebnisse der Analysen wertet er anhand von Referenzproben am Computer aus und dokumentiert sie.

Ob die Probe den geforderten Spezifikationen entspricht oder nicht, gibt Fabian Röper an die Kollegen im Einkauf und in der Produktion weiter, mit denen er in regem Austausch steht. Nicht immer laufen die Verfahren wie gewünscht ab, teils müssen sie mehrmals wiederholt werden. Neben einer präzisen Planung und Teamarbeit ist daher Geduld in seinem Beruf wichtig.

Um in Zukunft noch mehr Verantwortung übernehmen zu können, absolviert er gerade berufsbegleitend die Weiterbildung zum staatlich geprüften Techniker der Fachrichtung Chemie.

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