Anpassungs­qualifizierung: CAD-Kurs

Ich bin die einzige Fachkraft in unserer Firma mit 3-D-Kenntnissen und bin Ansprechpartner für meine Kollegen.

Maschinen modellieren

Softwaregestützte Konstruktion – damit kennt sich Christian Switalski (23) bestens aus. Er erlernte die entsprechenden Grundlagen in einem Kurs. Mit einer speziellen Software entwirft er heute virtuelle Modelle von Mahl-, Sieb-, und Filteranlagen.

Nach seiner Ausbildung zum Müller (Verfahrenstechnologe in der Mühlen- und Futtermittelwirtschaft) stieg Christian Switalski bei der GeMa Anlagentechnik GmbH & Co. KG in Eckental ein. „Wir sind Spezialisten für Maschinen und Anlagen im Schüttgutbereich, etwa Reinigungsmaschinen für Getreide und Verladeanlagen in der Futtermittelbranche“, erklärt der 23-Jährige.

Anfangs erstellte er einfache 2-D-Entwürfe. Später stellte sein Arbeitgeber auf eine spezielle 3-D-CAD-Software um – „CAD“ steht für Computer-Aided-Design und bezeichnet das rechnergestützte Konstruieren. Um sich mit der Bedienung des Programms vertraut zu machen, besuchte Christian Switalski einen entsprechenden Kurs bei einem Nürnberger Anbieter. Er tat dies in Ergänzung zu seiner Weiterbildung zum Techniker der Fachrichtung Mühlenbau, Getreide- und Futtermitteltechnik, denn die betreffende Technikerschule arbeitete zu diesem Zeitpunkt noch nicht mit einem 3-D-CAD-Programm.

Intensive Softwareschulung

Über einen Zeitraum von drei Tagen besuchte Christian Switalski jeweils von 9 bis 16.30 Uhr die Schulung. Er erhielt erste Einblicke in die Benutzeroberfläche sowie in die Bedienung der Konstruktionssoftware und setzte sich mit den wesentlichen Arbeitstechniken der konzeptuellen 3-D-Konstruktion auseinander. Anhand praxisorientierter Beispiele lernte er, Bauteile und komplexe Zusammenbauten zu modellieren, Ansichten aus 2-D-Zeichnungen abzuleiten und Stücklisten zu generieren. Auch Projektverwaltung mithilfe der Software wurde behandelt.

„Der Dozent half jedem individuell bei den Übungsaufgaben“, erinnert er sich. Zu Trainingszwecken erhielten die Teilnehmer die Software sowie jeweils einen PC für den Unterricht gestellt. Die Kosten des CAD-Kurses, die Christian Switalskis Arbeitgeber übernahm, betrugen inklusive Handbuch, Lernmaterial und den Schulungsdateien rund 1.600 Euro. Für die Schulungstage wurde er von der Arbeit freigestellt.

Mehrwert für den Betrieb

Direkt nach dem Kurs übernahm der mittlerweile zertifizierte Techniker der Fachrichtung Mühlenbau, Getreide- und Futtermitteltechnik die Konstruktion komplexerer Bauteile. „Ich bin noch immer die einzige Fachkraft in unserer Firma mit 3-D-Kenntnissen und bin Ansprechpartner für meine Kollegen.“

Als Projektleiter entwirft Christian Switalski nicht nur Bauteile oder ganze Anlagen, sondern begleitet den gesamten Prozess vom Kundenauftrag über die Fertigung bis hin zur Abnahme des Produkts. Soll etwa ein einfaches landwirtschaftliches Getreidesilo zur automatischen Annahme und Reinigungsanlage umfunktioniert werden, sieht er sich zunächst die Anlage vor Ort an und ermittelt die genauen Abmessungen: „Manche Kunden haben falsche Vorstellungen von der technischen Machbarkeit und den Kosten. Meine Aufgabe ist es, die Möglichkeiten mit ihnen zu diskutieren.“

Der Techniker entwickelt erste Ideen unter Verwendung der Zeichensoftware, holt Angebote für Werkstoffe und Anlagenteile ein und erstellt eine Kostenkalkulation. Sobald der Kunde das Angebot angenommen hat, setzt er sich an die Detailzeichnungen und modelliert sämtliche Bauteile mithilfe des CAD-Programms, das er mit Spezifikationen wie etwa Materialeigenschaften füttert. Das klappt nur mit räumlichem Vorstellungsvermögen und mathematisch-physikalischem Grundlagenwissen. „Ich muss wissen, wie sich Metalle beim Schweißen verhalten, sonst könnte unsere Werkstatt die Konstruktionspläne nicht umsetzen.“

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