Lebensmittel­kontrolleurin

Wir müssen das deutsche Lebensmittelrecht und die EU-Verordnungen kennen.

Sorgfältige Kontrollen

In den Küchen von Kindergärten und Altersheimen, in Imbissen und Sternerestaurants und auch auf Straßenfesten und Weihnachtsmärkten überprüft die Lebensmittelkontrolleurin Claudia Warning (34) die Einhaltung der Hygienevorschriften.

An ihrem Beruf schätzt Claudia Warning vor allem die Abwechslung: „Lebensmittelkontrolle ist ein sehr interessantes und weites Feld. Man hat mit völlig unterschiedlichen Menschen zu tun und mit den verschiedensten Berufsgruppen.“ Die 34-Jährige kontrolliert die Hygiene und die baulichen Voraussetzungen in den Küchenbereichen diverser Einrichtungen – vom Imbiss bis zum Krankenhaus.

Über Umwege ans Ziel

Zu ihrem Beruf kam die Lebensmittelkontrolleurin über einen Umweg. Gerade als sie ihre Ausbildung zur Verwaltungsfachangestellten absolvierte, wurde in Hamburg der Hundeführerschein eingeführt. Claudia Warning stieg beim Fachamt für Verbraucherschutz als Sachbearbeiterin für Hundeangelegenheiten ein. Als der erwartete große Ansturm jedoch ausblieb, wechselte sie in einen Bereich, der sie ebenfalls interessierte – in die Lebensmittelkontrolle. Sie war zunächst im Innendienst tätig und bearbeitete die Ergebnisse der Kontrolleure aus dem Außendienst. Darüber hinaus war sie für die Durchführung und Einhaltung von Rückrufaktionen sowie für die Durchsetzung von kompletten und korrekten Kennzeichnungen auf Verpackungen verantwortlich.

Ein Kollege machte sie schließlich darauf aufmerksam, dass sie durch ihre dreijährige Tätigkeit in diesem Bereich eine der Anforderungen für die Weiterbildung zur Lebensmittelkontrolleurin erfüllte. In Absprache mit ihrem Arbeitgeber meldete sie sich für den Lehrgang an der Akademie für öffentliches Gesundheitswesen in Düsseldorf an. Dieser umfasste insgesamt sechs Monate Blockunterricht und erstreckte sich über einen Zeitraum von zwei Jahren. Die Kosten für die Weiterbildung sowie für die Unterbringung übernahm ihr Arbeitgeber. Für die Dauer der Kurse wurde sie von der Arbeit freigestellt.

In den Kursen ging es um Ernährungslehre, Lebensmittel- und Betriebshygiene sowie Umwelthygiene und Rechtskunde. Den Teilnehmern wurden Kenntnisse in Mikrobiologie und Parasitologie vermittelt. Darüber hinaus setzten sie sich mit psychologischen Grundlagen auseinander. Insbesondere ging es dabei um Kommunikations- und Konfliktlösungstechniken.

Wechsel in den Außendienst

Mit dem Beginn der Weiterbildung wechselte Claudia Warning in den Außendienst und war zunächst mit einem erfahrenen Kontrolleur unterwegs. Bei ihren heutigen Einsätzen nimmt die 34-Jährige mehrere Proben – nicht nur von den Lebensmitteln, sondern auch von der Arbeitskleidung oder von diversen Utensilien wie dem Kochgeschirr. Vor Ort berät sie die Inhaber und Mitarbeiter. Die Proben schickt sie zum Institut für Hygiene und Umwelt, wo die Inhaltsstoffe genau untersucht werden.

Claudia Warning kontrolliert auch die Bodenabläufe, den Schmutzwasserausguss, die Lichtverhältnisse sowie die Belüftung der Kücheneinrichtungen. „Wir sind froh, wenn sich die Gewerbetreibenden vor Fertigstellung der Küchen melden, um kostenintensive Veränderungen nach Fertigstellung zu vermeiden“, erläutert sie.

Ihr Beruf erfordert aktuelle Kenntnisse im Hinblick auf rechtliche Bestimmungen. „Wir müssen das deutsche Lebensmittelrecht und die EU-Verordnungen kennen. Dafür besuchen wir regelmäßig Schulungen.“ Auch soziale Kompetenz und Durchsetzungsvermögen sind für die Tätigkeit der Lebensmittelkontrolleurin wichtig: „Es kommt im Umgang mit den Gewerbetreibenden darauf an, den richtigen Ton zu treffen. Wir müssen aber auch Konflikten begegnen können und diese aushalten.“

Informationen

Weitere Infos zu diesem Beruf finden Sie im BERUFENET:

http://bfi.plus/14405