Textilien

Wichtig in diesem Bereich

  • räumliches Vorstellungsvermögen
  • Handgeschick
  • Kreativität
  • Daueraufmerksamkeit

Frisches Design, innovative Funktion oder beides? Stoffe können die unterschiedlichsten Zwecke erfüllen. Als Fachkraft in diesem Bereich zeigen Sie Kompetenzen, die nie aus der Mode kommen.

Textilien sind im Haushalt zu finden, ebenso im Krankenhaus, in der produzierenden Industrie und mittlerweile sogar auf dem Bau. Als Fachkraft arbeiten Sie in der Herstellung und Verarbeitung von unterschiedlichsten Stoffen, die beispielsweise für Bekleidung, Polstermöbel, Autositze, als Wundverband oder Sonnenschutz Verwendung finden.

Textilien sind im Haushalt zu finden, ebenso im Krankenhaus, in der produzierenden Industrie und mittlerweile sogar auf dem Bau. Als Fachkraft arbeiten Sie in der Herstellung und Verarbeitung von unterschiedlichsten Stoffen, die beispielsweise für Bekleidung, Polstermöbel, Autositze, als Wundverband oder Sonnenschutz Verwendung finden.

Stücke nach Vorlage

Die Produkte erstellen Sie anhand von unterschiedlichen Vorgaben und Unterlagen. Bei Stücken aus vielen Einzelteilen, etwa Sitzbezügen für Autos, können Sie sich bereits anhand der Produktskizzen vorstellen, wie diese zusammengefügt werden und wie das Endprodukt aussehen soll. Das hilft Ihnen, etwa die Stoffzugaben für die Nähte einzurechnen und ein entsprechendes Schnittmuster anzufertigen. Den Blick für Maße und Formen beweisen Sie bei vielen unterschiedlichen Aufgaben, ob nun bei der Arbeit mit dem Skizzenblock oder in der Fertigung.

Experten fürs Nadelöhr

Feine Nähte oder Stickereien auf Kissen – für Sie ist das kein Problem. Filigrane Arbeiten können ebenso zu Ihrem Aufgabenbereich gehören wie das Nähen einer Markise, für das Sie viel Kraft aufwenden müssen. Das Endprodukt sieht in jedem Fall aus wie aus einem Guss, und das selbst bei vielen Teilen. Je nach konkretem Beruf können Sie auch vor Ort beim Kunden arbeiten, beispielsweise wenn Sie Segel aufziehen und sich um die Takelage kümmern oder neue Gardinen aufhängen. In allen Fällen arbeiten Sie sorgfältig – egal ob mit Nadel, Nähmaschine oder einem textilen Produktionsautomaten.

Farben und Formen

Bei Textilien gibt es stets neue Trends. Besonders wenn Sie Stoffe für den Bekleidungs- oder Wohnbereich entwerfen und herstellen, suchen Sie immer nach angesagten Farben, Mustern und Strukturen. Immer wieder entwickeln Sie je nach konkretem Beruf auch Designs aufgrund eigener Ideen und erarbeiten daraus Mustervorlagen für so unterschiedliche Dinge wie Bettwäsche, Servietten oder Polsterbezüge. Wenn neue Kollektionen bis zu einem gewissen Zeitpunkt fertig werden müssen, dann macht es Ihnen auch nichts aus, mal einige Überstunden einzulegen.

Nahtlos aufmerksam

In der Textilproduktion überwachen Sie je nach Betrieb unterschiedliche Herstellungs- und Veredelungsprozesse – von buntem Strickgarn über weichen Frottee für Handtücher bis hin zu technischen Textilien für den Fahrzeugbau. Da in diesem Zusammenhang teils auch Chemikalien zum Einsatz kommen können, achten Sie besonders auf alle Vorgaben im Bereich Arbeitsschutz und erfüllen Ihre Aufgaben sehr sorgfältig. Wenn Sie die Fertigung von Endlosbahnen überwachen, bei denen teils mehrere Kilometer Stoff pro Stunde ausgestoßen werden, achten Sie auf Fehler in Muster oder Gewebe – die Güte der Produkte ist Ihnen wichtig. Auch abseits der industriellen Fertigung achten Sie darauf, den Kunden stets qualitativ hochwertige Ware anzubieten.

Portrait von Dr. Uwe Mazura.

Dr. Uwe Mazura

Technischen Textilien gehört die Zukunft.

Interview mit Dr. Uwe Mazura, Hauptgeschäftsführer Gesamtverband der deutschen Textil- und Modeindustrie

Herr Dr. Mazura, wie bewerten Sie die Beschäftigungsmöglichkeiten in der Textilbranche?
Dr. Uwe Mazura: Textile Produkte sind ja viel mehr als Bekleidung: Textilbeton oder Herzklappen aus textilem Material deuten das enorme Potenzial textiler Werkstoffe an. Hier sind kreative Köpfe ebenso wie versierte Techniker/innen und Produktmanager/innen gefragt. Zu unserer Branche zählen handwerklich orientierte Ausbildungsberufe wie Modenäher/in oder Modeschneider/in, es lohnt aber auch der Blick in den technischen Bereich. Der Großteil unserer Produktion liegt im Hightech-Bereich, also bei den sogenannten Technischen Textilien. Deutschland liegt hier im globalen Wettbewerb ganz vorne.

Es wird aber vor allem im Ausland produziert ...
Dr. Uwe Mazura: Nein. Bekleidung wird zu großen Teilen im europäischen und außereuropäischen Ausland hergestellt. Design, Management, Vertrieb, Steuerung sowie Überprüfung der Produktion finden aber in Deutschland statt. Im Bereich der Technischen und besonders hochwertigen Textilien, dazu zählen Medizinprodukte ebenso wie Autositze, wird überwiegend in Deutschland produziert.

Welchen Trend halten Sie für besonders wichtig?
Dr. Uwe Mazura: Viel bewegt sich zurzeit bei „Smart Textiles“, zum Beispiel Bekleidung, die Herzschlag und Atmung des Trägers kontrollieren kann. Technischen Textilien gehört die Zukunft, sie werden im Leichtbau von Karosserieteilen ebenso eingesetzt wie als Betonarmierung.

Die Arbeitswelt wandelt sich beständig. Auch der Schritt in die Selbstständigkeit kann eine Möglichkeit sein, sich an veränderte Anforderungen am Arbeitsmarkt anzupassen. In vielen Bereichen der Textilbranche ist Selbstständigkeit eine berufliche Option. So können sich etwa Designer/innen mit eigenem Modelabel selbstständig machen. Obwohl nicht verpflichtend, kann hierfür eine Meisterweiterbildung sinnvoll sein, um neben fachlichem wertvolles betriebswirtschaftliches Wissen zu erlangen. Gute Tipps auf dem Weg zum eigenen Unternehmen bietet das durchstarten Themenheft „Existenzgründung“, das kostenlos im BiZ oder unter dem folgenden Link erhältlich ist. Online informiert die Bundesagentur für Arbeit außerdem über wichtige Aspekte der Selbstständigkeit. Infos zur Selbstständigkeit Themenheft „Existenzgründung“

Titelseite des Themenheftes Existenz 2015
http://berufsfeld-info.de/durchstarten/tbf/textilien-2