Musik­instrumente

Wichtig in diesem Bereich

  • handwerkliches Geschick
  • räumliches Vorstellungsvermögen
  • Beobachtungsgenauigkeit
  • Sinn für Ästhetik

Wie bringt man Gebilde aus Holz oder Metall zum Klingen? Als Fachkraft in der Herstellung und Reparatur von Musikinstrumenten kennen Sie die Antwort auf diese Frage.

Von der ersten Knochenflöte bis zur E-Gitarre war es ein langer Weg. Mit der kulturellen Evolution und zivilisatorischen Entwicklung des Menschen verfeinerte sich der Instrumentenbau immer mehr. Als Fachkraft stehen Sie somit in einer langen Tradition. Sie nutzen überlieferte Handwerkstechniken und neue Verfahren, um aus Werkstoffen wie Metall, Holz, Fell oder Horn Klangkörper zu bauen, die vor allem eines sollen: gut klingen.

Von der ersten Knochenflöte bis zur E-Gitarre war es ein langer Weg. Mit der kulturellen Evolution und zivilisatorischen Entwicklung des Menschen verfeinerte sich der Instrumentenbau immer mehr. Als Fachkraft stehen Sie somit in einer langen Tradition. Sie nutzen überlieferte Handwerkstechniken und neue Verfahren, um aus Werkstoffen wie Metall, Holz, Fell oder Horn Klangkörper zu bauen, die vor allem eines sollen: gut klingen.

Mit unterschiedlichen Werkzeugen

Obwohl mittlerweile viele Instrumente in industriellem Maßstab produziert werden, müssen viele Arbeitsschritte nach wie vor per Hand ausgeführt werden. Je nach Ihrem konkreten Einsatzbereich nutzen Sie dafür unterschiedliche Werkzeuge. Stellen Sie beispielsweise Instrumente aus Holz her, dann verwenden Sie Sägen, Bohrer und Hobel, um den Korpus und einzelne Griffelemente zu produzieren. Im Metall-blasinstrumentenbau nutzen Sie ebenfalls unterschiedlichste Werkzeuge wie etwa Feilen und Schleifmittel. Sie gehen dabei überaus geschickt und mit großer Sorgfalt vor, denn schon kleine Fehler bei der Herstellung beziehungsweise Reparatur könnten den Klang negativ beeinflussen.

Vom Bauplan zum Instrument

Da die Fehlertoleranzen bei vielen Arbeitsschritten sehr gering sind, halten Sie sich exakt an die Konstruktionsvorgaben, die Sie den jeweiligen Plänen entnehmen, vor allem bei Einzelanfertigungen. Schon anhand der ersten Skizzen, die Ihnen vorgelegt werden, beziehungsweise anhand des Gesprächs mit dem jeweiligen Kunden können Sie eine genaue Vorstellung davon entwickeln, aus welchen Materialien und wie das fertige Instrument gebaut werden muss, damit es den gewünschten Klang bekommt. Sie wissen genau, wie die einzelnen Bauteile miteinander verbunden werden müssen, damit ein funktionierendes Ganzes entsteht.

Qualität beurteilen

Sie haben einen Blick für Details und können treffsicher beurteilen, ob die Qualität eines Werkstoffes den Anforderungen für den Bau eines bestimmten Instruments genügt. Beim Zusammensetzen der Gehäuse-Einzelteile achten Sie auf eine perfekte Passform. Weil Sie ein feines Gehör haben, können Sie die Klangqualitäten eines Instruments sehr genau einschätzen und erkennen mögliche Fehler beziehungsweise Schäden mit Bestimmtheit. Auch können Sie die akustischen Gegebenheiten eines Raumes sehr gut einschätzen und je nach Ihrem konkreten Einsatzbereich auch etwa eine fest zu installierende Orgel darauf abstimmen.

Geschmackvolle Gestaltung

Sie wissen, welche Materialien in welcher Kombination für ein bestimmtes Instrument geeignet sind und können Ihre Kunden entsprechend kompetent hinsichtlich der Gestaltung beraten. Vielfach erstellen Sie auch Verzierungen und unterschiedliche dekorative Objekte, die Sie dann an den Instrumenten anbringen. Sie achten auf eine homogene Farbgebung von Oberflächen, auf die passende Lackierung und natürlich auf einen schönen Gesamteindruck.

Portrait von Gerhard A. Meinl

Gerhard A. Meinl

Spezialisierung auf Instrumente aus einer Gattung ist gut für die Selbstständigkeit.

Interview mit Gerhard A. Meinl, erstem Vorsitzenden des Bundesverbandes der deutschen Musik­instrumentenhersteller e.V.

Herr Meinl, welche Musikinstrumente sind in Deutschland besonders gefragt?
Gerhard A. Meinl: Besonders gefragt in Deutschland sind Blasinstrumente für Schulen und Blaskapellen. Dabei steht dann als einzelnes Instrument die Querflöte an der Spitze. Ansonsten ist es die Gitarre. Auch die Bandbreite elektronischer Musikinstrumente ist groß.

Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es für ausgebildete Musikinstrumentenbauer?
Gerhard A. Meinl: Auch heute streben viele Gesellen noch die Meisterprüfung an, obwohl es keine Meistererfordernis mehr gibt. Häufig führt der Weg in die Selbstständigkeit dann in eine Kombination von Musikgeschäft und Werkstatt. Daneben gibt es diverse Institute und Studiengänge im Bereich Akustik. Fremdsprachen, vor allem Englisch, sind wichtig, wenn man sich auf dem globalen Markt einen entsprechenden Kundenkreis erschließen will.

Welche Chancen haben Musikinstrumentenhersteller, sich selbstständig zu machen?
Gerhard A. Meinl: Gute Reparateure und Serviceleute werden immer gesucht, und das kann dann eben mit einem Handel kombiniert werden. Nach einer Meisterprüfung kann man auch mit der eigenen Werkstatt Erfolg haben. Solche Werkstätten erlangen oft große Anerkennung bei Profimusikern.

Welche Nischen können sich Musikinstrumentenbauer suchen?
Gerhard A. Meinl: Der Musikinstrumentenbau ist sehr überschaubar. Die Spezialisierung auf Instrumente aus einer Gattung – etwa Piccoloflöte – ist gut für den Weg in die Selbstständigkeit. So sind heute viele kleinere Betriebe aufgestellt – sie machen nur Flöten und davon zu 80 Prozent Piccolos, die dann weltweit bekannt sind und vertrieben werden.

Die Arbeitswelt wandelt sich beständig. Auch der Schritt in die Selbstständigkeit kann eine Möglichkeit sein, sich an veränderte Anforderungen am Arbeitsmarkt anzupassen. Viele Instrumentenbauer/innen, die sich selbstständig machen möchten, streben den Meistertitel an, obwohl er in diesen Berufen nicht verpflichtend ist. Der Grund: Der Meistertitel gilt nach wie vor als Qualitätsausweis, und Vorbereitungskurse vermitteln unter anderem wertvolles betriebswirtschaftliches Wissen. Gute Tipps auf dem Weg zum eigenen Unternehmen bietet das durchstarten Themenheft „Existenzgründung“, das kostenlos im BiZ oder unter dem folgenden Link erhältlich ist. Online informiert die Bundesagentur für Arbeit außerdem über wichtige Aspekte der Selbstständigkeit. Infos zur Selbstständigkeit Themenheft „Existenzgründung“

Titelseite des Themenheftes Existenz 2015
http://berufsfeld-info.de/durchstarten/tbf/musik-instrumente