Medizin (Versorgung)

Wichtig in diesem Bereich

  • technisches Verständnis
  • Handgeschick
  • Einfühlungsvermögen
  • Beobachtungsgenauigkeit

Als Fachkraft im Bereich der Medizinischen Versorgung setzen Sie sich oftmals im Team mit Ärzten und Ärztinnen für die Gesundheit Ihrer Patienten ein – vom Anpassen von Zahnersatz bis zur Assistenz bei Notfalloperationen.

Verbände wechseln, Blutdruck messen, Spritzen nach ärztlicher Anleitung setzen, Vitalfunktionen von Patienten dokumentieren – das sind Aufgaben, die fest zum Arbeitsbereich Medizinische Versorgung gehören. Als Fachkraft nehmen Sie den Ärzten viele standardisierte Arbeitsschritte ab und unterstützen diese bei der Durchführung von Behandlungsmaßnahmen.

Verbände wechseln, Blutdruck messen, Spritzen nach ärztlicher Anleitung setzen, Vitalfunktionen von Patienten dokumentieren – das sind Aufgaben, die fest zum Arbeitsbereich Medizinische Versorgung gehören. Als Fachkraft nehmen Sie den Ärzten viele standardisierte Arbeitsschritte ab und unterstützen diese bei der Durchführung von Behandlungsmaßnahmen.

Einsatz von Medizintechnik

Moderne Medizin besteht zu einem nicht unerheblichen Teil aus dem Einsatz von Gerätetechnik – von der Diagnose der jeweiligen Krankheit über die Untersuchung und Auswertung von Ergebnissen im Labor bis zur Behandlung und Überwachung der Patienten. Mit den medizintechnischen Systemen, die in Ihrem Bereich zum Einsatz kommen, gehen Sie geschickt und routiniert um. Auch wenn unvorhergesehene Situationen, etwa bei Operationen, eintreten, verlieren Sie nicht den Kopf, sondern überwachen und bedienen die Systeme sorgfältig und gemäß den Vorgaben des behandelnden Ärzteteams weiter. Ihnen ist bewusst, dass von der korrekten Bedienung der Geräte unter Umständen das gesundheitliche Wohlbefinden oder gar das Leben Ihrer Patienten abhängt. Deshalb arbeiten Sie immer hoch konzentriert, auch im Schichtdienst.

Helfende Hände

Trotz aller Maschinen, die mittlerweile zum Einsatz kommen, ist vieles in Ihrem Arbeitsbereich noch Handarbeit – zum Beispiel wenn Sie Wunden versorgen oder Arbeitsoberflächen beziehungsweise medizinische Werkzeuge desinfizieren. Je nach konkretem Einsatzbereich kümmern Sie sich auch um den Aufbau von Versuchsanordnungen im Labor oder arbeiten mit speziellen Materialien – etwa wenn Sie Füllungen oder Abdruckmassen für Gebissabdrücke anrühren. Vielfach haben Sie in Ihrem Arbeitsfeld einen engen Körperkontakt zu den Patienten und achten peinlich genau darauf, dass die hygienischen Bestimmungen eingehalten werden.

Ängste nehmen

Viele Menschen haben Angst vor medizinischen Behandlungen, besonderes Unbehagen verspüren die meisten vor Operationen mit Narkose. Als Fachkraft kennen Sie diese Ängste, gehen darauf ein und versuchen, auf die Patienten im Gespräch beruhigend einzuwirken. Teils gehört es auch zu Ihren Aufgaben, Patienten im Aufwachraum zu betreuen – immer im Wissen um deren besondere physische und psychische Situation gehen Sie mit Bedacht und Feingefühl vor. Wenn Sie sich um schwer kranke oder sterbende Menschen kümmern, dann beschreiten Sie den schmalen Grad zwischen Mitgefühl und professioneller Arbeitshaltung – und meistern ihn.

Probleme erkennen

Bei Operationen sowie im weiteren Behandlungsverlauf überwachen Sie den gesundheitlichen Zustand der jeweiligen Patienten, erkennen schnell, wenn bei diesen Probleme auftreten, und leiten Ihre Beobachtungen an die behandelnden Ärzte weiter. Gemäß deren Anweisungen setzen Sie dann gesundheitsstabilisierende und -fördernde Maßnahmen um. Arbeiten Sie im Labor beispielsweise an der Durchführung von Versuchsreihen, dann begutachten Sie die ablaufenden Reaktionen, erkennen Abweichungen von der Norm und dokumentieren diese.

Portrait von Brigitte März.

Brigitte März

Telemedizin spielt eine besonders wichtige Rolle.

Interview mit Brigitte März, Referatsleiterin Medizinische ­Fachangestellte im Verband ­medizinischer Fachberufe e.V.

Frau März, welche Trends sind in der medizinischen Versorgung zu beobachten?
Brigitte März: Ein Trend liegt in der Arztentlastung. Hier sehen Hausärzte und vermehrt auch Fachärzte die Chance, von weitergebildeten Medizinischen Fachangestellten unterstützt zu werden. So gibt es die Nichtärztliche Praxisassistenz beispielsweise im Bereich Neurologie, Augenheilkunde und Urologie, andere folgen.

Diese Entwicklung bietet Chancen zur individuellen und praxisnahen Weiterbildung. Es profitieren alle, vor allem die Patienten. Seit Jahren wissen wir um den demografischen Wandel. Ältere, oft multimorbide Patienten verlangen nach ausgebildetem Personal. Besondere Patientengruppen im Palliativ-, im onkologischen oder geriatrischen Bereich stellen eine Herausforderung für das ganze Team dar. Arbeitgeber stellen sich teilweise schon darauf ein und passen Arbeitszeiten, Entlohnung oder Urlaub an, um familiäre Strukturen mit Praxismodellstrukturen zu verbinden.

Die Telemedizin spielt dabei eine immer größere Rolle, beispielsweise bei Hausbesuchen der Mitarbeiter/innen.

Welche Weiterbildungen sind sinnvoll?
Brigitte März: Bevorzugt werden sollten solche, die von den Ärztekammern anerkannt werden. Darüber hinaus gibt es weitere praxisbezogene Fort- und Weiterbildungen, die die Kompetenzerweiterung im Blick haben. Hier sollten Fachkräfte gezielt mit Blick auf Bedarf und Rahmenbedingungen entscheiden.

Wo sehen Sie Aufstiegsmöglichkeiten?
Brigitte März: Aufstiegsmöglichkeiten ergeben sich zum Beispiel durch die Weiterbildungen Fachwirt/in für ambulante medizinische Versorgung und Fachwirt/in im Gesundheits- und Sozialwesen. Je nach Bundesland führen diese auch zum allgemeinen oder fachgebundenen Hochschulzugang. Unser Verband hat dafür Übersichtsmaterialien erstellt und gibt seinen Mitgliedern gern Hilfestellung.

Die Arbeitswelt wandelt sich beständig. Auch der Schritt in die Selbstständigkeit kann eine Möglichkeit sein, sich an veränderte Anforderungen am Arbeitsmarkt anzupassen. Bei manchen Berufen dieses Bereichs ist Selbständigkeit sogar üblich. Hebammen und Entbindungspfleger etwa sind oft als Freiberufler tätig. Neben fachlichem und kaufmännischem Wissen sind auch rechtliche Kenntnisse wichtig, um beispielsweise in puncto Berufshaftpflicht auf dem neuesten Stand zu sein. Gute Tipps auf dem Weg zum eigenen Unternehmen bietet das durchstarten Themenheft „Existenzgründung“, das kostenlos im BiZ oder unter dem folgenden Link erhältlich ist. Online informiert die Bundesagentur für Arbeit außerdem über wichtige Aspekte der Selbstständigkeit. Infos zur Selbstständigkeit Themenheft „Existenzgründung“

Titelseite des Themenheftes Existenz 2015
http://berufsfeld-info.de/durchstarten/tbf/medizin-versorgung-2