Kunst­handwerk

Wichtig in diesem Bereich

  • handwerkliches Geschick
  • Kommunikationsstärke
  • Kreativität
  • räumliches Vorstellungsvermögen

Ohne die richtige Technik, ohne Können gäbe es keine Kunstgegenstände. Als Kunsthandwerker haben Sie nicht nur Ideen, sondern wissen auch genau, wie Sie diese umsetzen.

Glas, Edelmetalle, Holz, Keramik, Porzellan, Stein oder vielleicht Wachs? Die Auswahl an Rohmaterialien, mit denen im Kunsthandwerk gearbeitet werden kann, scheint beinahe unbegrenzt. Die Gegenstände, die Sie aus diesen Materialien erstellen, erfüllen allerdings häufig keinen künstlerischen Selbstzweck – Sie wollen damit Ihre Kunden erreichen.

Glas, Edelmetalle, Holz, Keramik, Porzellan, Stein oder vielleicht Wachs? Die Auswahl an Rohmaterialien, mit denen im Kunsthandwerk gearbeitet werden kann, scheint beinahe unbegrenzt. Die Gegenstände, die Sie aus diesen Materialien erstellen, erfüllen allerdings häufig keinen künstlerischen Selbstzweck – Sie wollen damit Ihre Kunden erreichen.

Hämmern, schnitzen, malen

Je nach Ihrem konkreten Arbeitsfeld nutzen Sie spezielle Werkzeuge für die Herstellung Ihrer Produkte. Bearbeiten Sie Stein, dann gehören Hammer, Meißel und verschiedene Gravierwerkzeuge dazu. Stellt Holz Ihre Arbeitsgrundlage dar, dann nutzen Sie verschiedene Sägen, Schnitzmesser und Feilen. Formen Sie Keramiken, dann können Sie gut mit der Töpferscheibe umgehen. Und wenn Sie Glas oder Porzellan bemalen, dann nutzen Sie die unterschiedlichsten Pinsel. In jedem Fall ist vieles in Ihrem Beruf Handarbeit und erfordert teils große Präzision, beispielsweise wenn sehr kleine Teile geformt und dann zum fertigen Produkt zusammengefügt werden müssen.

Auf Kundenwünsche eingehen

Das Gespräch mit Ihren Kunden ist wichtig, vor allem wenn Sie in deren Auftrag Einzelstücke anfertigen. Im Rahmen eines Beratungsgesprächs erfassen Sie die jeweiligen Wünsche, legen Gestaltungsalternativen dar und informieren kompetent über unterschiedliche Vorzüge und die jeweiligen preislichen Gegebenheiten. Aber auch unabhängig von Einzelanfertigungen suchen Sie Kontakt und Austausch mit Ihren Kunden, denn so erfahren Sie, was derzeit gefragt ist und was Abnehmer finden könnte. Weil Sie von der Qualität Ihrer Arbeit überzeugt sind, wissen Sie auch, wie Sie Interessenten im Verkaufsgespräch dafür begeistern können.

Gespür für Form und Farbe

Die Inspiration für Ihre Produkte kann aus den unterschiedlichsten Quellen kommen – aus der Natur, der Literatur oder Architektur. Auf der Grundlage Ihrer Vorstellungskraft entwickeln Sie Ihre Entwürfe weiter, bis Sie mit dem Gesamteindruck zufrieden sind. Sie übernehmen in der Folge teils selbst die unterschiedlichen Bearbeitungsschritte. Stellen Sie beispielsweise Holzfiguren her, dann arbeiten Sie diese nicht nur aus dem Rohmaterial heraus, sondern bemalen oder lasieren sie auch. Dabei haben Sie ein sicheres Gespür dafür, welche Farbgebung für ein bestimmtes Stück geeignet ist.

Blick fürs Endprodukt

Wenn Sie ein Stück Holz, Metall oder Stein vor sich haben, dann sehen Sie nicht das Rohmaterial, sondern vielmehr gestalterische Möglichkeiten. Sie können sich das Endprodukt, das aus dem Material entstehen soll, genau vorstellen und arbeiten zielgerichtet an der Umsetzung der gewünschten Gestalt. Je nach Ihrer konkreten Tätigkeit fertigen Sie teils auch Entwurfsskizzen an. Wenn Sie für die Modellanfertigung im Rahmen der Massenproduktion verantwortlich sind, dann gilt es, sich sehr exakt an die jeweiligen Entwurfszeichnungen zu halten – Fehler würden hier teuer werden.

Portrait von Monika Fahn.

Dr. Monika Fahn

Wichtig ist es vor allem, seine eigene Nische zu finden.

Interview mit Dr. Monika Fahn, Geschäftsführung Bayerischer Kunstgewerbeverein e.V.

Frau Dr. Fahn, was muss man tun, um im Kunsthandwerk erfolgreich zu sein?
Dr. Monika Fahn: Kunsthandwerkliche Berufe erfordern persönliches Engagement und Durchhaltevermögen. Im Erlernen des Kunsthandwerks spielt die Zeit eine wichtige Rolle, erst durch tägliche Praxis und ausdauernde Arbeit entwickeln sich Gefühl und Erfahrung, zwei unerlässliche Faktoren für den Erfolg. Neben dem Kunstschaffen ist es notwendig, sich weitere Fähigkeiten anzueignen. Dazu gehören ein Basiswissen in den Bereichen Betriebswirtschaft und Marketing sowie eine breite Vernetzung mit Galerien und Museen. Gute Kontakte können die entscheidenden Türöffner sein.

Welche Weiterbildungen sind besonders sinnvoll?
Dr. Monika Fahn: Der Maler Eugène Delacroix hat einmal gesagt: „Erlerne zuerst dein Handwerk. Es wird dich nicht davon abhalten, ein Genie zu sein.“ Eine traditionell handwerkliche Ausbildung ist nach wie vor eine gute Basis. Daran kann eine Weiterbildung an einer Berufsfachschule anschließen, die das handwerkliche Basiswissen vertieft und um aktuelle ästhetische und technische Erkenntnisse erweitert. Ein weiterführendes Studium an einer der renommierten Kunstakademien oder Designhochschulen eröffnet ein breites Spektrum an Formen und Ausprägungen der zeitgenössischen künstlerischen Praxis und fördert die freie und selbstständige Entwicklung. Neben der Praxis sind Kunstgeschichte und Kunsttheorie wichtige Lehrinhalte, gemäß dem Satz von Gustave Courbet: „wissen, um zu können“.

Wie schätzen Sie die künftigen Chancen für kunsthandwerkliche Berufe ein?
Dr. Monika Fahn: Die Kulturgeschichte der Menschheit ist ohne das Handwerk nicht denkbar. Gerade in unserer hoch technisierten Welt schafft das Handwerk einen wichtigen Gegenpol und ist in vielen Bereichen unersetzbar. Hier liegen die Chancen für die Zukunft. Wichtig ist es vor allem, seine eigene Nische zu finden. Ein kunsthandwerklicher Beruf ist als Berufung zu verstehen, der viel Herzblut und Leidenschaft erfordert. Dann kann das Zusammenspiel von Kopf und Hand zu einer persönlich erfüllenden und erfolgreichen Tätigkeit werden.

Die Arbeitswelt wandelt sich beständig. Auch der Schritt in die Selbstständigkeit kann eine Möglichkeit sein, sich an veränderte Anforderungen am Arbeitsmarkt anzupassen. Dies ist in den verschiedenen Berufen des Kunsthandwerks gut möglich und durchaus üblich. Unterschätzen Sie jedoch nicht die kaufmännischen Herausforderungen! Die Meisterweiterbildungen Ihres Handwerks liefern eine solide fachliche Grundlage für die Betriebsführung. Gute Tipps auf dem Weg zum eigenen Unternehmen bietet das durchstarten Themenheft „Existenzgründung“, das kostenlos im BiZ oder unter dem folgenden Link erhältlich ist. Online informiert die Bundesagentur für Arbeit außerdem über wichtige Aspekte der Selbstständigkeit. Infos zur Selbstständigkeit Themenheft „Existenzgründung“

Titelseite des Themenheftes Existenz 2015
http://berufsfeld-info.de/durchstarten/tbf/kunsthandwerk-2