Hochbau

Wichtig in diesem Bereich

  • handwerkliches Geschick
  • körperliche Belastungsfähigkeit
  • technisches Verständnis
  • räumliches Vorstellungsvermögen

Wo wir wohnen und wo wir arbeiten, verbringen wir unser Leben. Es sind unter anderem die Fachkräfte aus dem Hochbau, die dafür sorgen, dass diese Lebenswelt unseren Anforderungen genügt.

Etwa 185 Meter hoch und eine Front aus Glas – so sieht der neue Büroturm der Europäischen Zentralbank in Frankfurt aus. Daneben mutet das normale Einfamilienhaus des Nachbarn wie aus der Puppenkiste an. Doch die Fachkräfte im Hochbau können beides – und alles dazwischen.

Etwa 185 Meter hoch und eine Front aus Glas – so sieht der neue Büroturm der Europäischen Zentralbank in Frankfurt aus. Daneben mutet das normale Einfamilienhaus des Nachbarn wie aus der Puppenkiste an. Doch die Fachkräfte im Hochbau können beides – und alles dazwischen.

Wichtigstes Werkzeug: die Hände

Mit den Händen arbeiten – das ist die Grundlage in vielen Bereichen der Bauwirtschaft, so auch im Hochbau. Den Umgang mit Hammer und Wasserwaage, mit Maurerkelle und Betonmischer haben Sie gründlich erlernt. Ihre Werkzeuge setzen Sie geschickt ein, wenn es auf wechselnden Baustellen darum geht, Fundamente zu betonieren, Mauerwerke zu errichten oder Bauteile zusammen mit Ihren Kollegen zu montieren. Baumaterialien wie Ziegel, Mörtel, Holz oder Stein kennen Sie in- und auswendig und verarbeiten Sie routiniert. Je nach konkretem Arbeitsbereich sind Sie dabei auf dem Boden oder in größerer Höhe tätig – Letzteres beispielsweise, wenn Sie Dächer decken oder die Fassaden größerer Gebäude verkleiden.

Bei Novemberregen und Julihitze

Sie sind körperlich in Topform – und das ist gleich aus mehreren Gründen wichtig. So wird mittlerweile bei fast jeder Witterung gebaut, egal ob bei 2 Grad im Novemberregen oder 35 Grad unter der Julisonne. Als Fachkraft im Hochbau schleppen Sie teils auch schwere Bauteile oder arbeiten in anstrengender Körperhaltung über einen längeren Zeitraum – zum Beispiel über Kopf, auf den Knien oder auf einem Baugerüst. Auch die Arbeit mit schweren Baumaschinen ist körperlich fordernd, macht Ihnen aber nichts aus, ebenso wenig wie die Tatsache, dass Sie den ganzen Tag auf den Beinen und oftmals auf der ganzen Baustelle unterwegs sind. Mit dem Schichtdienst, der im Hochbau durchaus keine Seltenheit ist, können Sie sich aufgrund Ihrer robusten Konstitution gut arrangieren.

Keine Maschinen, kein Bau

Maschinen und spezielles Baugerät erleichtern heute viele Arbeitsschritte. Manche großen und komplexen Bauvorhaben wären ohne die entsprechende Technik gar nicht umsetzbar – zumindest nicht in vertretbarer Zeit und zu vernünftigen Kosten. Als Fachkraft im Hochbau gehen Sie ohne Probleme mit den teils sehr großen Maschinen um, die für bestimmte Aufgaben notwendig sind – zum Beispiel Walzen, Bagger, Planierraupen oder auch Kräne. Neben der Bedienung des Baugeräts führen Sie kleinere Wartungs- und Instandhaltungsaufgaben aus.

Eines greift ins andere

Ins Blaue hinein baut niemand. Bevor ein Vorhaben umgesetzt wird, werden detaillierte Pläne erstellt, die exakt die gewünschten beziehungsweise notwendigen Maße festlegen. Diese Pläne setzen Sie als Fachkraft im Hochbau dann mit großer Präzision in die Praxis um. Weil Sie sich genau vorstellen können, wie ein Bauteil später ins andere greift, wie das Mauerwerk die Dachkonstruktion trägt oder die Metallstruktur die Glasfassade hält, bereitet Ihnen dies keine Probleme – im Gegenteil: Ihnen macht es Spaß, sich die Planungsvorgaben von Architekten und Architektinnen vorzustellen und dann zu sehen, wie durch viel Arbeitseinsatz schrittweise das jeweilige Gebäude entsteht.

Portrait von Dr. Ilona K. Klein

Dr. Ilona K. Klein

Umweltschutz wird immer wichtiger.

Interview mit Dr. Ilona K. Klein, Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Zentralverbands ­Deutsches Baugewerbe

Frau Dr. Klein, wie haben sich die Anforderungen an die Mitarbeiter im Hochbau verändert?
Dr. Ilona Klein: Technische Fähigkeiten werden immer wichtiger: Man sollte bereit sein zu lernen, wie komplexe Maschinen bedient werden, denn die elektronischen Helfer sind aus dem Hochbau kaum noch wegzudenken. Durch ihren Einsatz werden Produktivität und Bauqualität gleichermaßen erhöht, während sich die körperliche Belastung der im Hochbau Beschäftigten in den letzten Jahrzehnten deutlich verringert hat.

Stichwort lebenslanges Lernen: Reicht eine Ausbildung im Hochbau aus?
Dr. Ilona Klein: Eine Ausbildung zum Hochbaufacharbeiter reicht heutzutage nicht mehr aus. Wir empfehlen dringend, eine Gesellenprüfung als Maurer oder Beton- und Stahlbetonbauer zu machen. Denn nur sie bietet das vertiefte Know-how, um den Beruf richtig ausüben zu können. Darüber hinaus ist lebenslanges Lernen von großer Bedeutung, denn die Anforderungen in der Bautechnik, zum Beispiel im Sanierungsbereich, verändern sich laufend. Hier haben gut qualifizierte Facharbeiter weiterhin beste Perspektiven.

Welche Trends gibt es in der Branche?
Dr. Ilona Klein: Der Umweltgedanke rückt immer mehr in den Vordergrund: Hochbau-Beschäftigte sollten sich unter anderem gut mit den Themen Wärme- und Kältedämmung auskennen und wissen, welche Anforderungen die Baumaterialien für eine effektive Dämmung erfüllen müssen. Auch der Einsatz von ökologischen Materialien wie Holz oder Lehm wird von immer mehr Kunden nachgefragt.

Die Arbeitswelt wandelt sich beständig. Auch der Schritt in die Selbstständigkeit kann eine Möglichkeit sein, sich an veränderte Anforderungen am Arbeitsmarkt anzupassen. In vielen Berufen des Hochbaus können Sie nach einer Weiterbildung zum/zur Meister/in oder Techniker/in einen eigenen Betrieb führen, beispielsweise einen Handwerks- oder Handelsbetrieb oder ein Bauunternehmen. Gute Tipps auf dem Weg zum eigenen Unternehmen bietet das durchstarten Themenheft „Existenzgründung“, das kostenlos im BiZ oder unter dem folgenden Link erhältlich ist. Online informiert die Bundesagentur für Arbeit außerdem über wichtige Aspekte der Selbstständigkeit. Infos zur Selbstständigkeit Themenheft „Existenzgründung“

Titelseite des Themenheftes Existenz 2015
http://berufsfeld-info.de/durchstarten/tbf/hochbau-2