Labor

Petrischalen mit Nährboden

Wichtig in diesem Bereich

  • analytisches Denken
  • Beobachtungsgenauigkeit
  • Daueraufmerksamkeit
  • Fingergeschick

Medizinische Proben untersuchen, Produkte testen, die Qualität und Sicherheit von Herstellungsverfahren überprüfen. Mit solchen und ähnlichen Aufgaben beschäftigen Sie sich als Laborfachkraft.

Für Ihre Arbeit ist viel fachliches Wissen nötig. Je nach konkretem Tätigkeitsbereich beschäftigen Sie sich beispielsweise mit Aufgaben in Zusammenhang mit Chemie, Medizin oder Materialkunde. Als Fachkraft im Bereich Laborarbeit konnten Sie sich bereits viel Berufserfahrung und nützliche Fähigkeiten aneignen, die Sie jeden Tag einsetzen.

Für Ihre Arbeit ist viel fachliches Wissen nötig. Je nach konkretem Tätigkeitsbereich beschäftigen Sie sich beispielsweise mit Aufgaben in Zusammenhang mit Chemie, Medizin oder Materialkunde. Als Fachkraft im Bereich Laborarbeit konnten Sie sich bereits viel Berufserfahrung und nützliche Fähigkeiten aneignen, die Sie jeden Tag einsetzen.

Zusammenhängen auf der Spur

Im medizinischen Bereich kann es zu Ihren Aufgaben gehören, Proben für Praxen oder Krankenhäuser zu analysieren. Sie versetzen beispielsweise Blutproben mit verschiedenen Prüfmitteln und weisen anhand der Reaktionen pathologische Veränderungen nach. Sie kennen die betreffenden Wirkungszusammenhänge, wissen, was beispielsweise ein farblicher Umschlag während eines Tests bedeutet und wie er ausgelöst wird. Da Sie zum Teil mit Körpersubstanzen arbeiten, in denen Krankheitserreger enthalten sein können, treffen Sie die nötigen Sicherheitsvorkehrungen für sich und Ihre Kollegen. Nicht nur in diesem Zusammenhang, sondern auch für viele andere Laboruntersuchungen ist steriles Arbeiten wichtig. Als Fachkraft halten Sie stets die strengen Hygienevorschriften ein und verhindern dadurch die Verunreinigung des Untersuchungsmaterials.

Fehler ausmachen

Arbeiten Sie beispielsweise in der Materialforschung, prüfen Sie sorgfältig neue Legierungen oder sonstige Werkstoffe. Wirken Sie an der Entwicklung eines Industrielacks für den Schiffsbau mit, prüfen Sie dessen Korrosionsschutzeigenschaften. Über die gesamte Versuchszeit kontrollieren Sie die lackierte Oberfläche immer wieder. Dabei fallen Ihnen selbst kleinste Veränderungen oder Schäden auf. Nicht nur hier, sondern auch bei vielen anderen Arbeitsschritten ist Ihre Vorgehensweise von großer Genauigkeit bestimmt. Sie wissen, dass selbst kleine Fehler in der Erprobungsphase später zu großen Problemen führen können.

Ein langer Prozess

In der Qualitätskontrolle eines Betriebes prüfen Sie zum Beispiel, unter welchem Gewicht ein bestimmtes Bauteil bricht. Die verschiedenen Belastungstests, die Sie dafür durchführen, wiederholen Sie mehrmals und kommen so zu einem gesicherten Ergebnis. Sie schaffen es dabei, Ihre Konzentration auch über einen längeren Zeitraum aufrechtzuerhalten, erkennen Veränderungen zielsicher und dokumentieren die Abläufe genau. Wie alle Laborfachkräfte zeigen Sie bei Ihrer Arbeit einen langen Atem – teils dauern Testreihen über mehrere Monate an. Je nach konkretem Beruf können auch unregelmäßige Dienstzeiten oder wechselnde Schichten anfallen.

Kleine Handgriffe

Ihnen liegt die Arbeit mit Werkzeugen wie etwa Mikroskop, Pinzette oder Skalpell. Diese setzen Sie zum Beispiel bei der Herstellung von Präparaten ein. Sie entfernen bei einer Probe zum Beispiel Haut, Fett oder Muskeln und legen das nur wenige Millimeter große Kapillarnetz eines Organs frei. Als Laborfachkraft haben Sie eine ruhige Hand, filigranes Arbeiten ist für viele Ihrer Tätigkeiten unerlässlich – ein unpräziser Schnitt oder ungenaues Pipettieren könnte die gesamte Vorbereitung zunichtemachen.

Portrait von Andreas Ogrinz.

Dr. Andreas Ogrinz

Fachkräfte, die in ‚smarten Laboren' arbeiten, müssen große Datenmengen interpretieren können.

Interview mit Dr. Andreas Ogrinz, Geschäftsführer des Bereiches Bildung, Innovation und Nachhaltigkeit beim Bundesarbeitgeberverband Chemie (BAVC)

Herr Dr. Ogrinz, welche Anforderungen stellt die Laborarbeit an Fachkräfte?
Dr. Andreas Ogrinz: In den Forschungslaboren der Chemie- und Pharmaunternehmen, aber auch in spezialisierten Dienstleistungslaboren sind die Dokumentation und die Qualitätssicherung bei einzelnen Arbeitsschritten unabdingbar. Auch Routinetätigkeiten verlangen große Sorgfalt und Gewissenhaftigkeit.

Welche Weiterbildungen lohnen sich, um auf dem Arbeitsmarkt bessere Chancen zu haben?
Dr. Andreas Ogrinz: Die Digitalisierung ist derzeit ein Topthema für die Branche. Insbesondere Fachkräfte, die in zunehmend „smarten Laboren“ arbeiten, müssen lernen, große Datenmengen zu interpretieren und zu verknüpfen. Mit Blick auf die rasante technologische Entwicklung stehen Labormitarbeiter vor einem lebenslangen Lernprozess. Eine vorausschauende berufliche Weiterbildung – vor allem in Bezug auf technische Neuentwicklungen – ist daher unerlässlich. Die Unternehmen der chemischen Industrie engagieren sich bereits überdurchschnittlich in der betrieblichen Weiterbildung.

Welche Soft Skills sind neben dem fachlichen Wissen gefragt?
Dr. Andreas Ogrinz: Wer im Labor arbeitet, muss teamfähig sein. Eine gute Kommunikation unter den Kollegen ist unverzichtbar. Im Zeitalter der Digitalisierung gehört auch vernetztes, analytisches Denken zu den wichtigen Eigenschaften eines Laboranten. Wer über Selbstlernkompetenz verfügt und fachlich informiert bleibt, hat gute Chancen.

Können auch Bewerber ohne Studium verantwortungsvolle Führungsposten übernehmen?
Dr. Andreas Ogrinz: Die Mehrzahl der Führungspositionen ist weiterhin durch Akademiker besetzt. Aber auch nicht studierte Fachkräfte erhalten mit zunehmender Berufserfahrung mehr Verantwortung für ihren Aufgabenbereich. Zudem werden in vielen Unternehmen aufstiegsorientierte Weiterbildungsmöglichkeiten angeboten, zum Beispiel staatlich geprüfte/r Techniker/in der Fachrichtung Biotechnik. In der Chemie hat jeder die Möglichkeit, sich weiterzuentwickeln.

Die Arbeitswelt wandelt sich beständig. Auch der Schritt in die Selbstständigkeit kann eine Möglichkeit sein, sich an veränderte Anforderungen am Arbeitsmarkt anzupassen. Auch in diesem Berufsfeld ist das teilweise möglich. So kann man etwa als freiberufliche/r Berater/in oder Gutachter/in tätig werden oder sein eigenes Analyselabor gründen. Die nötigen kaufmännischen Kenntnisse und das unabdingbare Fachwissen sollte man im Rahmen von Weiterbildungen erwerben. Gute Tipps auf dem Weg zum eigenen Unternehmen bietet das durchstarten Themenheft „Existenzgründung“, das kostenlos im BiZ oder unter dem folgenden Link erhältlich ist. Online informiert die Bundesagentur für Arbeit außerdem über wichtige Aspekte der Selbstständigkeit. Infos zur Selbstständigkeit Themenheft „Existenzgründung“

Titelseite des Themenheftes Existenz 2015
http://berufsfeld-info.de/durchstarten/naturwissenschaften-labor/labor-2