Anpassungs­qualifizierung: Spezifische Wirk­stoffe

Ich bin für die Patienten Ansprechpartnerin in Bezug auf Medikamente und Krankheiten.

Natürliche Heilmittel

Bei gesundheitlichen Fragen helfen Fachkräfte weiter, Fachkräfte wie Wenke Thanheiser (37). Sie berät die Kunden einer Apotheke. Ihre Kenntnisse über Medikamente und Wirkstoffe erweitert sie beständig im Rahmen von Schulungen.

Wenke Thanheiser arbeitet seit zehn Jahren in einer Medicon-Apotheke in Nürnberg als Pharmazeutisch-technische Assistentin. Die 37-Jährige berät die Kunden, die mit einem Rezept vom Arzt kommen oder sich informieren wollen, was gegen ein Leiden hilft. Warum sie sich für diesen Beruf entschieden hat? „Während eines Schulpraktikums fand ich es interessant, Rezepturen und Tees anzumischen. Aber heute ist für mich der Kundenkontakt alles“, erzählt die gebürtige Thüringerin. „Ich bediene rund 50 Kunden am Tag, da ist man nur am Reden. Das würde mir sehr fehlen, wenn ich in einem Labor arbeiten würde.“

Von Himbeerblättertee bis Säurehemmer

Die Aufgaben einer Pharmazeutisch-technischen Assistentin gehen weit über das Verkaufen von Medikamenten hinaus. „Ich bin für die Patienten Ansprechpartnerin in Bezug auf Medikamente und Krankheiten.“ Häufig empfiehlt sie den Kunden natürliche Heilmittel. „Einer Schwangeren kann ich etwa Himbeerblättertee empfehlen oder sie fragen, ob sie genügend Magnesium aufnimmt.“ Auch zu einfachen Therapien berät die Pharmazeutisch-technische Assistentin: „Zum Beispiel sehe ich, dass ein Patient regelmäßig Säurehemmer für den Magen bekommt. Dann frage ich ihn, ob er mal darüber nachgedacht hat, eine natürliche Entsäuerung zu machen.“ Wenn ein Kunde ein Rezept einreicht, sieht Wenke Thanheiser im System nach, wie das Medikament einzunehmen ist und welche Nebenwirkungen auftreten können. Dabei arbeitet sie eng mit dem Apotheker zusammen und hält laufend Rücksprache mit ihrem Vorgesetzten – etwa wenn ein Kunde mehrere Medikamente parallel einnehmen muss. Der Apotheker begutachtet dann die jeweiligen Arzneien und stellt sicher, dass sich keine Wechselwirkungen ergeben. Erst dann gibt die Pharmazeutisch-technische Assistentin die entsprechenden Arzneien an den Kunden aus. „Auch bei Betäubungsmitteln wie etwa Morphin ziehe ich immer meinen Chef hinzu“, sagt sie. Kommt ihr eine Verschreibung ungewöhnlich vor – beispielsweise wenn einem Kind ein Antibiotikum in ungewöhnlich hoher Dosis verschrieben wird –, dann ruft sie auch in der Praxis an, um sich zu vergewissern.

Beratungskompetenz gefragt

Die Kunden vertrauen auf die Kompetenz der Mitarbeiter in Apotheken und schätzen die Beratung durch die Fachkräfte: „Wenn das nicht wäre, könnten sie auch im Internet bestellen“, sagt die Pharmazeutisch-technische Assistentin. Um dieses Vertrauen zu rechtfertigen, bilden sich Wenke Thanheiser und ihre Kollegen regelmäßig fort. „Die meisten von uns machen pro Jahr schon fünf bis sieben Schulungen, entweder bei uns im Büro oder an einem Veranstaltungsort.“ Die Schulungen werden meist von ihrem Arbeitgeber organisiert, der auch die Kosten trägt. Die Teilnahme ist für die Mitarbeiter freiwillig.

Zuweilen werden solche Fortbildungen auch von den Herstellern von Medikamenten angeboten. Erst vor Kurzem nahm Wenke Thanheiser an einer solchen Schulung teil, die einen Nachmittag dauerte. Anbieter war der Hersteller eines natürlichen, rezeptfreien Medikaments mit Extrakten aus Beerentraubenblättern, das unter anderem bei Blasenentzündungen Abhilfe verschaffen soll. Ein Unternehmensvertreter erläuterte den Teilnehmern die Inhaltsstoffe des Medikaments, die antibakterielle Wirkung der Substanzen sowie den Einsatzbereich. „Solche Fortbildungen sind sehr hilfreich, um die Kunden kompetent beraten zu können“, sagt Wenke Thanheiser.

Informationen

Finden Sie Bildungsangebote in Ihrer Nähe im KURSNET:

http://bfi.plus/8910