Industrie­meister – Print­medien

Man muss in der Lage sein, die Mitarbeiter zu motivieren und anzuleiten.

Aufstieg zur Führungskraft

Mit seiner Qualifizierung zum Industriemeister hat André Diehl (28) nicht nur seine Fachkenntnisse erweitert – er stieg auch zum Leiter der Weiterverarbeitung in einer Druckerei auf.

Seine Berufsausbildung zum Drucker im Bereich Flachdruck hat André Diehl bei der STI Group im hessischen Lauterbach absolviert – der Berufsabschluss wurde in der Zwischenzeit neu geordnet, ein entsprechender Abschluss ist heute „Medientechnologe Druck“. Das Unternehmen hat sich auf die Herstellung von Verpackungen und Warenaufstellern für den Handel, sogenannte Displays, spezialisiert. „Wir drucken, kaschieren, stanzen, kleben und konfektionieren je nach Wunsch des Kunden“, erläutert der 28-Jährige. „Auch der Werkzeugbau und die Druckvorstufe sind im Werk integriert.“

Seine Tätigkeit nach der Ausbildung gefiel ihm zwar, doch wollte er nicht stehen bleiben. „Irgendwann war ich an einem Punkt angelangt, an dem ich alle Druckprozesse kannte. Aber ich wollte mich noch weiterentwickeln“, erzählt er. Den Vorschlag seines Arbeitgebers, eine Weiterbildung zum Industriemeister der Fachrichtung Printmedien zu absolvieren, griff er gerne auf.

Horizont erweitert

André Diehl absolvierte die Weiterbildung in Vollzeit an der Johannes-Gutenberg-Schule in Heidelberg. Sie dauerte ein Jahr, sein Arbeitgeber stellte ihn dafür frei und übernahm die Gebühren, die heute bei etwa 1.200 Euro liegen. „Ein sehr wichtiger Teil des Unterrichts war für mich Betriebswirtschaft, weil ich im Berufsalltag bisher wenig Bezug dazu hatte“, erzählt er. „Daneben haben wir Kalkulation und rechtliche Themen wie Arbeitsverträge behandelt und die Prüfung für den Ausbildereignungsschein abgelegt.“ Der druckspezifische Teil deckte die komplette Bandbreite der Printmedien ab – nicht nur Verpackungen und Displays, sondern auch Bücher und Flyer. „So konnte ich in der Weiterbildung meinen Horizont erweitern – und das hat mich auch beruflich weitergebracht“, sagt er. „Bei meiner früheren Tätigkeit in der Druckerei habe ich mich zum Beispiel weniger mit der Weiterverarbeitung beschäftigt. Heute liegt hier mein Haupttätigkeitsfeld.“ Als Lean Manager und Leiter der Weiterverarbeitung trägt er nun mehr Verantwortung: „Ich bin übergeordnet für das Kaschieren, Stanzen und Kleben zuständig.“

Zuerst ein Rundgang

Früher arbeitete André Diehl im Schichtbetrieb – heute, als verantwortliche Führungskraft, wird er nur noch in der Tagschicht eingesetzt. „Bei einem morgendlichen Produktionsrundgang mache ich mir als Erstes ein Bild davon, wie es in den vergangenen Schichten gelaufen ist und ob es eventuell Probleme gab“, erzählt er. „So können wir die Fertigung reibungsloser gestalten.“ Viele unterschiedlich weit fortgeschrittene Aufträge werden parallel bearbeitet.

Jeder neue Auftrag beginnt mit einer Anfrage des Kunden. Anschließend erstellt das Unternehmen ein Muster und klärt Rückfragen und Details zu Konstruktion, Farbigkeit oder Veredelung. Nach der Freigabe des Kunden übermitteln, prüfen und bearbeiten André Diehls Kollegen die Druckdaten und belichten die Druckplatten. Die nächsten Fertigungsschritte sind das Offset-Drucken, Inline-Kaschieren, Stanzen und Kleben. Weil er Tag für Tag mit vielen Mitarbeitern in Kontakt steht, ist André Diehls soziale Kompetenz genauso gefragt wie sein fachliches Wissen: „Man muss in der Lage sein, die Mitarbeiter zu motivieren und anzuleiten.“

Mit seinem Abschluss könnte André Diehl auch in anderen Branchen oder mit anderen Tätigkeits-Schwerpunkten arbeiten. Doch ihm gefällt sein heutiger Aufgabenbereich.

Informationen

Weitere Infos zu diesem Beruf finden Sie im BERUFENET:

http://bfi.plus/77109