Technikerin – Umweltschutz­technik

Meine Projektarbeit habe ich über Phosphor-Recycling geschrieben.

Reines Nass

Wenn es um Technik rund um die Aufbereitung von Wasser geht, kann Vivien Leonhardt (28) weiterhelfen. Seit ihrer Weiterbildung zur Technikerin gibt sie ihr Wissen in Schulungen und Fortbildungen weiter.

Schon während ihrer Ausbildung fasste Vivien Leonhardt den Entschluss, sich zur staatlich geprüften Umweltschutztechnikerin weiterzubilden: „Ich wollte mehr Wissen und Input bekommen. Als Chemikantin war ich eher unterfordert: Man übernimmt meistens nur Überwachungsaufgaben bei der Produktion chemischer Erzeugnisse.“ Nach einigen Jahren Berufserfahrung kündigte sie daher ihr Arbeitsverhältnis und schrieb sich für die zweijährige Vollzeitweiterbildung an der Technikerschule Augsburg ein. Auch mit einer Ausbildung zur Umweltschutztechnischen Assistentin hätte sie Zugang zu dieser Weiterbildung gehabt.

Pauken in der Theatergarderobe

Im ersten Jahr umfasste Vivien Leonhardts Stundenplan Fächer wie Ökologie, Bau- und Wertstoffkunde, Informations-, Elektro- und Verfahrenstechnik sowie analytische Chemie. Im zweiten Jahr lag der Fokus auf Betriebspsychologie und betriebswirtschaftlichen Prozessen. „Die Weiterbildung ist bei aller Theorie sehr praxisorientiert“, betont Vivien Leonhardt. „In einem analytisch-chemischen Praktikum haben wir etwa umweltanalytische Methoden getestet.“ Auch im Unterricht blieben die angehenden Techniker nah an der Praxis. Sie prüften zum Beispiel, inwieweit Bauvorhaben realisierbar sind: Welche Gesetze greifen, wenn etwa bei Bodenuntersuchungen Altöl entdeckt wird? Wie muss der Boden saniert werden und wer trägt die Kosten?

Im Rahmen von Exkursionen lernten die Teilnehmer mögliche berufliche Optionen kennen. So besuchten sie die Bayerischen Wassertage, eine Mülldeponie und eine Kaminkehrer-Innung.

Die Affinität zum Thema Wasser kristallisierte sich bei Vivien Leonhardt früh heraus: „Im zweiten Jahr habe ich als Schwerpunkte Gewässerschutz und Abwassertechnik gewählt und meine Projektarbeit über Phosphor-Recycling geschrieben.“ Die Weiterbildung finanzierte sie mithilfe von Meister-BAföG, darüber hinaus arbeitete sie in der Garderobe eines Theaters: „Das hatte den Vorteil, dass ich zwischen Mänteln und Jacken lernen konnte.“

Wissensvermittlung in Schulungen

Nach dem Abschluss ihrer Weiterbildung fand Vivien Leonhardt eine Anstellung als Schulungsreferentin bei der Grünbeck Wasseraufbereitung GmbH, einem Hersteller von Anlagen zum Filtern, Desinfizieren, Enthärten, Dosieren und Aufbereiten von Wasser. Die ersten Wochen verbrachte sie in der Fertigung. „Schließlich muss ich als Schulungsreferentin wissen, worüber ich rede.“

Zu Vivien Leonhardts Kunden gehören der Großhandel und Endabnehmer wie Installateure sowie ihre Außendienst-Kollegen. Für Profis aus dem Bereich Wasser bietet sie Fortbildungen an: „Mit maximal zehn Teilnehmern pro Schulung mache ich zum Beispiel Versuche zu Wasserchemie oder zeige anhand von Querschnittmodellen und Präsentationen, wie unsere Produkte aufgebaut sind.“ Als Expertin hält sie zudem Fachvorträge an Technikerschulen. Bei der Vorbereitung achtet sie darauf, wer vor ihr sitzt: Einer Schulklasse muss sie ihr Wissen anders vermitteln als Fachleuten und Kollegen. „Es ist toll, mit so vielen unterschiedlichen Leuten zu tun zu haben: Ich habe das Ohr immer am Markt“, sagt Vivien Leonhardt.

Im Hinterkopf hat sie schon die nächste Fortbildung. Für mehr Kompetenzen in Management und Werkstoffkunde könnte sie sich eine berufsbegleitende Weiterbildung zur Technischen Industriemanagerin vorstellen. Dabei handelt es sich um ein Angebot der Industrie- und Handelskammern.

Informationen

Weitere Infos zu diesem Beruf finden Sie im BERUFENET:

http://bfi.plus/6051