Technikerin – Verkehrs­technik (Verkehrs­management)

Arbeitsabläufe und Stellwerkprozesse haben wir an einem Eisenbahn-Betriebsmodell trainiert.

Schiene und Service

Den öffentlichen Nahverkehr in einer Großstadt managen – das ist eine komplexe Aufgabe. Wie das geht und was alles dazugehört, das weiß die Technikerin der Fachrichtung Verkehrstechnik Jacqueline Knappe (28).

Mehr als 150 Millionen Fahrgäste nutzen das Netz der Dresdner Verkehrsbetriebe Jahr für Jahr. Zu den Spezialisten, die dafür sorgen, dass Bus und Straßenbahn pünktlich an den Haltestellen sind, gehört auch Jacqueline Knappe. Die 28-Jährige ist ausgebildete Fachkraft im Fahrbetrieb und war anschließend im Straßenbahndienst der Verkehrsbetriebe tätig. „Bereits während meiner Ausbildung habe ich die verschiedenen Bereiche meiner Firma kennengelernt“, erzählt sie. „Besonders interessierte mich der Kundenservice: Hier habe ich meinen Arbeitsbereich aus der Sicht der Kunden kennengelernt.“

Für sie stand schon früh fest, dass sie sich beruflich noch weiterentwickeln wollte. Ein Vorgesetzter empfahl ihr die Weiterbildung zur Technikerin der Fachrichtung Verkehrstechnik. „Mich haben daran das neue Wissen sowie die Chance auf mehr Verantwortung, etwa in der Verkehrsplanung, gereizt.“

Personal, Recht und Stellwerk

Die vierjährige Teilzeitweiterbildung absolvierte sie an der Fachschule für Bau, Wirtschaft und Verkehr in Gotha. Ihr Arbeitgeber unterstützte sie dabei und übernahm die Aufwendungen in Höhe von rund 3.000 Euro.

Auf dem Lehrplan standen unter anderem die Grundlagen der Verkehrsplanung: Wie werden Angebote für den Nahverkehr erstellt? Was gilt es bei der Neukonzeption einer Linie zu beachten? Um diese Fragen zu beantworten, lernten Jacqueline Knappe und die anderen Teilnehmer die betriebswirtschaftlichen Aspekte des Verkehrsmanagements kennen. Auch auf ihre zukünftigen Führungsaufgaben in Leitstelle oder Stellwerk wurden die angehenden Techniker vorbereitet: „Besonders hat mir der Mix aus Theorie und Praxis gefallen: Arbeitsabläufe und die Stellwerkprozesse haben wir an einem Eisenbahn-Betriebsmodell trainiert.“

Im Bereich Verkehrstechnik ging es um die mathematischen und physikalischen Grundlagen der Fahrzeugtechnik, die etwa bei Belastungsprüfungen eine Rolle spielen. Den Abschluss der Weiterbildung bildeten mehrere schriftliche Prüfungen sowie eine Projektarbeit, in deren Rahmen Jacqueline Knappe ein Handbuch erstellte. Darin ging es um die Arbeit von und mit beruflichen Quereinsteigern im Straßenbahndienst. „Ich habe dazu als Handreichung die Grundlagen aus Arbeitsrecht, Technik, Dienstplanung und Kundenservice zusammengestellt und aufbereitet“, erklärt sie ihr Projekt, das heute bei ihrem Arbeitgeber eingesetzt wird.

Zwischen Straßenbahn und Kundencenter

Der heutige Arbeitsalltag der Technikerin ist zweigeteilt: Zwei Wochen im Monat ist sie weiterhin als Fahrerin im Straßenbahndienst auf rund zwölf Linien unterwegs. Die restliche Zeit arbeitet sie im Bereich der Kundenbetreuung. Hier ist sie unter anderem für die Social-Media-Kanäle ihres Unternehmens mitverantwortlich. Sie veröffentlicht beispielsweise Fahrplanänderungen oder wertet Kundenfeedback aus: „Als Tourismusstadt ist guter Service das A und O für uns. Spannend ist auch, neue Dienste oder Angebote mitzuentwickeln und zu präsentieren.“

Die nächste Station der Verkehrstechnikerin wird die operative Verkehrsplanung rund um vorübergehende Linienänderungen und Bauvorhaben sein. Was sie für ihren weiteren beruflichen Werdegang plant? „Mein nächstes Ziel wird der Abschluss als Betriebswirtin sein. Auch ein Ingenieursstudium kann ich mir gut vorstellen. Dank meiner Technikerweiterbildung stehen mir diese Wege nun offen.“

Informationen

Weitere Infos zu diesem Beruf finden Sie im BERUFENET:

http://bfi.plus/58456