Co-Pilotin

Ohne die Begeisterung und die Leidenschaft für das Fliegen kann man den Beruf nicht machen.

Über den Wolken

Der Himmel über Europa – das ist die Arbeitsumgebung von Co-Pilotin Darja Filin (24). Geschäftsreisende gehören ebenso zu ihren Passagieren wie Ärzteteams bei Ambulanzflügen.

Fliegen sei ihr Traum gewesen, seit sie als Achtjährige zum ersten Mal mit ihren Eltern in einem Flugzeug saß, erzählt Darja Filin. Das auch beruflich zu machen, war für die heutige Co-Pilotin allerdings zunächst kein großes Thema. Ihre Arbeit sollte aber auf jeden Fall mit Reisen und mit Sprachen zu tun haben. Noch während sie für ihre Abiturprüfungen lernte, wurde ihr klar: Als Pilotin würde sie diesen Interessen in bestimmter Art und Weise nachgehen können.

Den Schulabschluss in der Tasche, bewarb sich die heute 24-Jährige an der Flugschule der Pilot Training Network GmbH. Für die zweijährige Ausbildung nahm sie einen Kredit auf, mit dem sie Lebensunterhalt und Ausbildungskosten finanzierte. Nach einer Einführungsphase ging es für die angehende Pilotin nach Florida zum Praxistraining. Hier lernte sie das Einmaleins der Luftfahrt kennen: starten, fliegen, landen – und die wichtige Arbeit mit Checklisten. Nach einer weiteren Theoriephase absolvierte sie ihre schriftlichen Abschlusstests und die praktische Prüfung im Simulator. Eine anstrengende Zeit, die mit einem hohen Lernpensum verbunden war: „Ohne die Begeisterung und die Leidenschaft für das Fliegen kann man den Beruf nicht machen. Man muss Interesse an Technik und an Flugphysik haben, und auch Kommunikation ist enorm wichtig“, sagt sie. Ihr heutiger Arbeitgeber, die Aerowest GmbH, schickte die frischgebackene Pilotin anschließend nach England zum Typerating, also zur Schulung auf einen speziellen Flugzeugtyp. Dann endlich war Darja Filin angekommen: auf dem Sitz eines Flugzeugs.

Einsatz als fliegende Ambulanz

Auf ihrem Flugplan stehen neben Geschäfts- auch Spezial­flüge: Dazu gehören unter anderem Kranken- oder Organtransporte. Während solcher Flüge verwandelt sich der Businessjet in einen fliegenden Ambulanzwagen. Neben der Crew im Cockpit gehört dann auch ein Ärzteteam zur Besatzung. Sieben freie Tage kann sie pro Monat selbst wählen. In der übrigen Zeit ist sie entweder fest im Cockpit eingeplant oder in Rufbereitschaft – und das rund um die Uhr. Die meisten Organtransplantationen etwa werden nachts vorgenommen. Geht es zum Beispiel darum, ein Ärzteteam samt Spenderorgan von Berlin nach Amsterdam zu bringen, ist die Crew bereits lange vor dem Start im Dienst. „Sobald die Ärzte das Organ entnommen haben, kommt der Transport mit Blaulicht zum Flugzeug. Ich starte dann schon einmal die Triebwerke, damit es sofort losgehen kann.“ Bereits im Vorfeld arbeitet die Co-Pilotin gemeinsam mit dem verantwortlichen Flugkapitän alle Checklisten und Briefings ab. Es werden Wetterdaten analysiert und Ausweichflughäfen ausgewählt.

Nächstes Ziel: Flugkapitän

Trotz der unregelmäßigen Arbeitszeiten sind es gerade solche Einsätze, die für die Pilotin den Charme ihres Berufs ausmachen: „Ich lerne etwa die Ärzte- und Sanitäterteams wie auch die Stammkunden immer persönlich kennen – das wäre auf Linienflügen anders."

Der nächste Karriereschritt für Darja Filin ist der Aufstieg zur Flugkapitänin. Voraussetzung hierfür sind mindestens 1.500 Flugstunden, zudem müssen einige weitere Bedingungen erfüllt sein: „Ich habe 500 Flugstunden. Es dauert also noch etwas.“ Bis dahin genießt sie, was sie sieht: „Auch wenn am Boden schlechtes Wetter ist, haben wir Sonne. Hier oben sehen wir immer die schönsten Sonnenaufgänge und -untergänge.“

Informationen

Weitere Infos zu diesem Beruf finden Sie im BERUFENET:

http://bfi.plus/7333