Betriebs­wirt (Fach­schule) – Verkehr

Man schafft sich ein Netzwerk – was ein Grundstein in der Logistikbranche ist.

Die Zahlen hinter dem Transport

Beim Transport von Gütern auf der Straße hat Henning Niewald (27) die Kosten im Blick. Er überwacht das Budget, erstellt Kalkulationen und ist Ansprechpartner für die Kunden.

Nach einem Praktikum war für Henning Niewald klar: Er wollte Kaufmann für Spedition und Logistikdienstleistung werden. Nach einem Jahr im Beruf erfuhr er über einen Freund von der Möglichkeit, sich zum Verkehrsbetriebswirt weiterzubilden. Da er seine Kenntnisse vertiefen wollte und ihm der zeitliche Aufwand von zwei Jahren überschaubar schien, entschied er sich, die Qualifizierung anzugehen.

Vom Businessplan bis zur Personalführung

Er kündigte seinen Job, um sich ganz auf die Weiterbildung zum Betriebswirt konzentrieren zu können. An der Deutschen Außenhandels- und Verkehrsakademie in Bremen meldete er sich für die Qualifizierung an, die insgesamt rund 16.000 Euro kostete. „Es ist zwar ein großer Betrag, den man aufbringen muss, aber es gibt viele Hilfen, die man in Anspruch nehmen kann“, sagt der 27-Jährige. Für die Finanzierung nutzte er Meister-BAföG und nahm ein Bildungs­darlehen auf. Zudem wurde er von seinen Eltern unterstützt. Für die Weiterbildung zog er nach Bremen um.

Henning Niewald und die weiteren Teilnehmer erarbeiteten sich in der Folge vertiefte Kenntnisse im Bereich der Logistikbranche und beschäftigten sich eingehend mit den Arbeitsprozessen rund um Luft- und Seefracht sowie Landverkehr. Betriebswirtschaft und Volkswirtschaftslehre, speziell auf den Bereich Logistik zugeschnitten, bildeten die Schwerpunkte im Unterricht. Er lernte, welche finanziellen Faktoren in der Logistik von Bedeutung sind und wie man diese analysiert und berechnet. In Fallstudien übte er, Investitionen zu berechnen und auf ihre Wirtschaftlichkeit hin zu überprüfen. Auch Businesspläne erstellte er und beschäftigte sich mit Unternehmens- und Personalführung. Die Kenntnisse wurden im Rahmen von Klausuren und Hausarbeiten abgefragt, daneben hielten die Teilnehmer Präsentationen. Die Abschlussprüfung musste in den Bereichen Volkswirtschafts- und Betriebswirtschaftslehre sowie Logistik abgelegt werden, außerdem war eine Projektarbeit in einem Unternehmen durchzuführen. Henning Niewald bekam eine kleine Speditionsfirma zugeteilt und analysierte, ob sich dort eine eigene Luftfahrtabteilung lohnen würde.

Kaufmännische Aufgaben

Mittlerweile arbeitet der Betriebswirt wieder bei seinem Ausbildungsbetrieb, DB Schenker. Hier hat er nun eine Führungsposition inne und kümmert sich als Leiter Direct Freight um den Fernverkehr, sowohl national als auch international. Der Schwerpunkt liegt dabei im kaufmännischen Bereich. Als Kostenstellenverantwortlicher hat er Budget und Ausgaben im Blick. Außerdem erstellt er kunden­orientierte Logistikkonzepte mit anschließender Angebotserstellung für den Kunden. Darüber hinaus führt er die Verhandlungen mit Subunternehmern, die er mit dem Transport der Fracht beauftragt.

Für die Erfüllung dieser Aufgaben stellen die Kenntnisse aus seiner Weiterbildung eine wichtige Grundlage dar. Empfehlenswert sei sie aber noch in einer weiteren Hinsicht: „Man schafft sich ein Netzwerk – was ein Grundstein in der Logistikbranche ist. So habe ich viel über Führungsqualitäten beziehungsweise über andere Lösungsansätze gelernt.“ Beständig das eigene Wissen erweitern gehört für den Betriebswirt zum Berufsleben, für die Zukunft hat er bereits weitere Qualifizierungen im Blick.

Informationen

Weitere Infos zu diesem Beruf finden Sie im BERUFENET:

http://bfi.plus/14465