Fach­wirtin – Bahn­betrieb

Eine Optimierung kann ein Neubau, ein Umbau oder auch ein Rückbau sein.

Optimal ausgestattet

Anke Zahn (35) sorgt für reibungslosen Zugverkehr: Sie plant die Infrastruktur und entscheidet, ob Gleise, Weichen oder Signalanlagen umgebaut werden.

Nach ihrer Ausbildung zur Eisenbahnerin im Betriebsdienst mit der Fachrichtung Fahrweg arbeitete Anke Zahn zunächst als Fahrdienstleiterin bei der Deutschen Bahn. „Irgendwann kam ich an einen Punkt, an dem mir das nicht mehr gereicht hat“, erinnert sie sich. Gemeinsam mit ihrem Vorgesetzten suchte sie nach einer Möglichkeit, sich beruflich weiterzuentwickeln – und wurde auf die Qualifizierung zur Fachwirtin aufmerksam.

Vielfältige Kenntnisse

Die Weiterbildung fand im firmeneigenen Trainingszentrum in Karlsruhe statt und dauerte zwei Jahre. Für die Qualifizierungsmaßnahme wurde Anke Zahn von ihrem Arbeitgeber freigestellt. Dieser übernahm auch die anfallenden Kosten.

Der Lehrgang war in einen theoretischen und einen praktischen Teil gegliedert. In der Theorie erwarb Anke Zahn zunächst allgemeine Kenntnisse in Betriebs- und Volkswirtschaftslehre und Rechnungswesen. Im Anschluss eignete sie sich handlungsfeldspezifische Qualifikationen in Bezug auf Betriebsführung, Trassenmanagement und Infrastrukturplanung an. Es ging etwa darum, wie man Kunden betreut, die Bahntrassen nutzen möchten, und wie man Trassen passend zur geplanten Nutzung konstruiert. Im Bereich Betriebsführung erfuhr Anke Zahn, wie man die Abläufe plant und überwacht und wie man Qualitätskontrollen durchführt – beispielsweise in Bezug auf die Auslastung einer Betriebsstelle oder auf Verspätungen, die auf einer Strecke auftreten. Sie lernte, wie man Schwachstellen in der Infrastruktur erkennt und behebt, entsprechende Konzepte erstellt und mit den Beteiligten wie Kommunen und Behörden abstimmt.

Im Praxisteil der Weiterbildung setzte sie die erworbenen Kenntnisse vor Ort an verschiedenen Stationen im Betrieb ein. Abschließend legte sie mehrere schriftliche Prüfungen ab, bearbeitete eine Fallstudie, erstellte und präsentierte ein Konzept für die Optimierung eines Bahnhofs.

Wünsche und Anforderungen abwägen

Durch die Weiterbildung änderte sich Anke Zahns Aufgabenbereich. Während sie als Fahrdienstleiterin für die sichere Durchführung von Zug- und Rangierfahrten verantwortlich war, kümmert sie sich mittlerweile um die Infrastruktur. Sie untersucht, ob Veränderungen im Bereich der Gleis- und Signal­anlagen oder auch in den Bahnhöfen nötig sind. „Eine Optimierung kann ein Neubau, ein Umbau oder auch ein Rückbau sein."

Die Fachwirtin muss die Wünsche der Kunden auf der einen und die betrieblichen, wirtschaftlichen und technischen Anforderungen auf der anderen Seite berücksichtigen. Um wirtschaftlich zu arbeiten, werden Optimierungen zumeist dann durchgeführt, wenn gleichzeitig etwas erneuert werden muss. Gibt es etwa für eines der alten mechanischen oder Relaisstellwerke keine Ersatzteile mehr, muss es durch ein neues, elektronisches Stellwerk ersetzt werden. Im Zuge dieser Modernisierung untersucht Anke Zahn, ob der jeweilige Bahnhof optimal genutzt wird – und entscheidet dann, ob Umbaumaßnahmen getätigt werden müssen. Ihr Konzept stimmt sie mit den beteiligten Fachbereichen ab und sorgt dafür, dass die entsprechenden Maßnahmen umgesetzt werden.

Weitere Aufstiegsmöglichkeiten, so die Fachwirtin, gebe es viele, vorerst sei sie mit ihren Aufgaben aber sehr zufrieden. „Ich möchte weiter in der Planung arbeiten, das macht mir viel Spaß.“

Informationen

Weitere Infos zu diesem Beruf finden Sie im BERUFENET:

http://bfi.plus/13602