Schmuck

Wichtig in diesem Bereich

  • handwerkliches Geschick
  • Beobachtungsgenauigkeit
  • Kommunikationsstärke
  • Kreativität

Es geht um Ästhetik, um den strahlenden Glanz von Stücken, die als ewige Werte betrachtet werden. Als Fachkraft in der Herstellung, in der Reparatur und im Verkauf von Schmuck wissen Sie genau, was sich Ihre Kunden wünschen.

Gold bleibt Gold, und ein Diamant verliert nie einen gewissen Wert – nicht in materieller und auch nicht in ideeller Hinsicht. Ihre Aufgabe als Fachkraft ist es, aus den Rohmaterialien Schmuckstücke herzustellen, die den Geschmack einer breiten oder aber sehr exklusiven Käuferschaft treffen – je nachdem, ob Sie in der industriellen Fertigung tätig sind oder Auftragsarbeiten für Einzelstücke übernehmen.

Gold bleibt Gold, und ein Diamant verliert nie einen gewissen Wert – nicht in materieller und auch nicht in ideeller Hinsicht. Ihre Aufgabe als Fachkraft ist es, aus den Rohmaterialien Schmuckstücke herzustellen, die den Geschmack einer breiten oder aber sehr exklusiven Käuferschaft treffen – je nachdem, ob Sie in der industriellen Fertigung tätig sind oder Auftragsarbeiten für Einzelstücke übernehmen.

Mit Hammer und Stichel

Das Material, egal ob Edelmetall oder -steine, wird von Ihnen per Hand bearbeitet. Sie nutzen dafür die unterschiedlichsten Werkzeuge, etwa Hämmer, Zangen, Feilen und Stichel. Bei einzelnen Arbeitsschritten, beispielsweise beim Schleifen oder Polieren, kommen auch verschiedene Maschinen zum Einsatz, die Sie selbst einrichten, einstellen und instand halten. Bei der Bearbeitung zeichnen Sie sich durch Ihre ruhige Hand, Ihr sorgfältiges und konzentriertes Arbeiten aus, wodurch Sie Fehler weitestgehend vermeiden. Höchste Präzision ist bei vielen Ihrer Arbeitsschritte unabdingbar, denn schließlich tragen Sie die Verantwortung für teils sehr hohe Sachwerte. Häufig arbeiten Sie nicht zuletzt deshalb auch unter der Lupe.

Genau hinsehen

Sie haben ein Auge für die Qualität Ihres Ausgangsmaterials, können dessen Güte schnell ermitteln. So beurteilen Sie etwa Edelsteine treffsicher. Bekommen Sie ein Schmuckstück zur Reparatur, dann begutachten Sie dessen Zustand, finden mögliche Fehler oder Schwachstellen wie beispielsweise kleinere Unebenheiten auf der Oberfläche. Die präzise Analyse des Zustands ist eine wichtige Voraussetzung für eine hohe Qualität nach der Durchführung der Arbeiten – und dafür, dass das Schmuckstück Gefallen findet.

Beratungsqualität gefragt

Vor allem wenn Sie Einzelanfertigungen übernehmen oder alte Schmuckstücke behutsam wieder auf Vordermann bringen, gilt es, das gewünschte Ergebnis im Gespräch mit den Kunden abzuklären. Falls noch keine genauen Vorstellungen vorliegen, dann schlagen Sie verschiedene Gestaltungsalternativen vor und erläutern die jeweiligen Vorgehensweisen und die preislichen Unterschiede. Weil Sie gerne auf Menschen zugehen und sich durch eine ausgeprägte Servicementalität auszeichnen, schaffen Sie es, immer wieder neue Aufträge zu akquirieren.

Brillante Ideen

Unabhängig davon, ob Sie auf Einzelanfertigungen oder auf das Anfertigen von Mustern für die Serienproduktion spezialisiert sind – Sie entwickeln immer wieder neue Ideen für Schmuckstücke. Dabei verlassen Sie sich nicht nur auf Ihr ausgeprägtes Gespür für Ästhetik, sondern orientieren sich auch an dem Geschmack Ihrer potenziellen Käuferschaft sowie an Trends, die sich am Markt abzeichnen. In einem ersten Schritt skizzieren Sie meist Ihre Ideen, entwickeln diese schrittweise weiter und erstellen einen Entwurf. Sind Sie nicht ganz zufrieden mit dem Ergebnis, dann arbeiten Sie nach – solange, bis jedes Detail stimmig erscheint.

Portrait von Raphael Fischer.

Raphael Fischer

Individualschmuck wird nicht mehr so stark nachgefragt.

Interview mit Raphael Fischer, Aufsichtsratsvorsitzender der ­Europäischen Akademie der ­Juweliere Gold- und Silberschmiede, FBZ Ahlen

Herr Fischer, was gibt es derzeit Neues in der Branche?
Raphael Fischer: Anspruch und Kaufverhalten der Kunden haben sich geändert. Der Servicegedanke spielt eine immer größere Rolle, die Kunden erwarten kompetente und umfangreiche Beratung. Natürlich hat sich auch der Geschmack der Menschen geändert: Individualschmuck etwa wird von der breiten Masse nicht mehr so stark nachgefragt wie noch vor ein paar Jahren.

Was bedeutet das für die Fachkräfte?
Raphael Fischer: Zunächst muss man sagen, dass die Zahl der Auszubildenden zurückgegangen ist und damit auch die Zahl möglicher Gesellen und Meister. Beständige Fort- und Weiterbildung sind wichtiger denn je – aber nicht ohne Ziel. Zwar gibt es derzeit Bestrebungen, die Meisterprüfung direkt an die Ausbildung anzuschließen – vermutlich, um eine Arbeitslosigkeit zu umgehen. Ich empfehle jedoch, zunächst Berufserfahrung zu sammeln. So kann man wertvolles Wissen und Fähigkeiten erwerben, sie festigen und erweitern.

Welche Qualifikationen bieten sich zum Beispiel an?
Raphael Fischer: Im künstlerisch-gestalterischen Bereich werden etwa Seminare wie Schmuckzeichnen oder Schmuckgestaltung am PC angeboten. Im handwerklich-technischen Feld sind es etwa Seminare über Schmiedetechniken oder Metallgestaltung mittels Gravur, Niello oder Email. Ebenso bieten sich Qualifikationen zu kaufmännischen Themen an. Besonders hervorheben möchte ich die Fortbildungen mit Abschlusszertifikaten – zum/zur Fachberater/in, Diamantgutachter/in, Edelmetalltester/in, zum Gemmologen/zur Gemmologin oder die Weiterbildung zum/zur Restaurator/in im Gold- und Silberschmiedehandwerk. Auch der Nachweis der besonderen Sachkunde kann als Vorbereitung zur Tätigkeit als Sachverständige/r dienen. Allesamt sind es gute Möglichkeiten, um persönlich neue Arbeitsbereiche zu erschließen und wettbewerbsfähig zu bleiben.

Die Arbeitswelt wandelt sich beständig. Auch der Schritt in die Selbstständigkeit kann eine Möglichkeit sein, sich an veränderte Anforderungen am Arbeitsmarkt anzupassen. Unter Schmuckfachkräften ist es durchaus üblich, sich mit einer eigenen Werkstatt selbstständig zu machen. Eine solide Grundlage dafür ist beispielsweise eine Weiterbildung zum/r Gold- und Silberschmiedemeister/in, da hier auch kaufmännisches Fachwissen vermittelt wird. Gute Tipps auf dem Weg zum eigenen Unternehmen bietet das durchstarten Themenheft „Existenzgründung“, das kostenlos im BiZ oder unter dem folgenden Link erhältlich ist. Online informiert die Bundesagentur für Arbeit außerdem über wichtige Aspekte der Selbstständigkeit. Infos zur Selbstständigkeit Themenheft „Existenzgründung“

Titelseite des Themenheftes Existenz 2015
http://berufsfeld-info.de/durchstarten/kunsthandwerk-restaurierung-schmuck-2/schmuck-2