Museen, Restaurierung und Denkmal­schutz

Wichtig in diesem Bereich

  • handwerkliches Geschick
  • Sinn für Ästhetik
  • Beobachtungsgenauigkeit
  • räumliches Vorstellungsvermögen

Historische Bauwerke, Denkmäler, Kunst- und Alltagsgegenstände – wir sind umgeben von greifbarer Geschichte. Diese zu pflegen, zu bewahren und zu erhalten ist Ihre Aufgabe als Fachkraft.

Wenn sich das Mauerwerk einer Kirche angegriffen zeigt, sich die Farben einer Statue oder eines Bildes ablösen oder einzelne Teile eines Schmuckstückes abbrechen, dann muss schnell gehandelt werden. Als Fachkraft leiten Sie alle notwendigen Maßnahmen ein, damit ein historischer Schatz seine Betrachter und Betrachterinnen beziehungsweise Ihre Kunden auch morgen noch erfreut.

Wenn sich das Mauerwerk einer Kirche angegriffen zeigt, sich die Farben einer Statue oder eines Bildes ablösen oder einzelne Teile eines Schmuckstückes abbrechen, dann muss schnell gehandelt werden. Als Fachkraft leiten Sie alle notwendigen Maßnahmen ein, damit ein historischer Schatz seine Betrachter und Betrachterinnen beziehungsweise Ihre Kunden auch morgen noch erfreut.

Behutsame Handarbeit

Für Restaurierungsarbeiten nutzen Sie je nach Ihrem konkreten Arbeitsgebiet unterschiedliche Werkzeuge wie etwa Spachteln, Schaber und Kellen. Beschäftigen Sie sich mit alten Metallgegenständen oder Schmuck, dann gehören auch Schleif- und Poliermaschinen zu den häufig eingesetzten Arbeitsmitteln. Und wenn Sie Experte für die Wiederherstellung und Erhaltung von historischen Wand- oder Objektfarben sind, dann nutzen Sie verschiedene Pinsel und Farben. Um dem jeweiligen Objekt gerecht zu werden, greifen Sie dabei teils auf historische Handwerkstechniken zurück. In erster Linie geht es Ihnen nicht um das Ausleben der eigenen Kreativität, sondern vielmehr um die Herausarbeitung und Bewahrung der Kunstfertigkeit, die hinter einem historischen Objekt steht. Entsprechend behutsam gehen Sie mit Ihren Werkzeugen um und nehmen sich für die notwendige Handarbeit viel Zeit.

Stimmige Gestaltung

Sie verfügen über umfangreiche Kenntnisse im Hinblick auf die Ausgestaltung historischer Objekte, wissen etwa, wie Verzierungen und Farbgebung einer bestimmten Periode aussehen. Aufgrund dieser Kenntnisse können Sie bei Restaurierungsarbeiten sehr nahe an den Originalzustand herankommen. Teilweise kann es aber auch vorkommen, dass keine historischen Vorbilder existieren, an denen Sie sich orientieren können. In solchen Fällen ist Ihr eigenes Gespür für Form und Farbgebung gefordert, etwa wenn Sie bei Schmuckstücken Verzierungen oder einzelne Teile ergänzen müssen.

Schäden erkennen

Unabhängig davon, ob Sie auf wechselnden Baustellen Gebäudeteile oder einzelne Objekte in Ihrer Werkstatt restaurieren, begutachten Sie zunächst den gegenwärtigen Zustand. Sie erkennen so Schäden und können einschätzen, welche Arbeitsschritte mit welchen Werkzeugen durchzuführen sind und wie viel Zeit für eine komplette Wiederherstellung zu veranschlagen ist. Dabei fallen Ihnen auch kleinste Veränderungen auf: Sie erkennen beispielsweise, ob der Farbverlauf eines Objektes noch homogen ist oder sich um Nuancen von dem ursprünglichen Zustand unterscheidet.

Von der Skizze zum Objekt

Als Grundlage für die auszuführenden Arbeiten erstellen Sie teils Zeichnungen beziehungsweise Schadenskartierungen. Sie haben eine genaue Vorstellung davon, wie das jeweilige Objekt nach erfolgter Restaurierung aussehen soll. Wenn Sie sich in Ihrem Beruf hauptsächlich mit der Herstellung von tierischen Körpermodellen beziehungsweise der Restaurierung von historischen Präparaten beschäftigen, müssen Sie eine klare Vorstellung davon haben, wie ein lebensechter Eindruck erzielt werden kann.

Portrait von Frank Sprenger

Frank Sprenger

Es gibt ständig neue Entwicklungen bei der Bestandsaufnahme.

Interview mit Frank Sprenger, ­Geschäftsführer der Bundes­vereini­gung Restaurator im Handwerk e.V.

Herr Sprenger, welche Neuerungen gibt es in der Restaurierung?
Frank Sprenger: In der Restaurierung und Baudenkmalpflege gibt es ständig neue Entwicklungen, insbesondere bei der Bestandsaufnahme und Dokumentation. In den letzten Jahren hat sich hier einiges getan, zum Beispiel die digitale Bildentzerrung und Schadenskartierung. Aber auch beim Geräteeinsatz gibt es Neuerungen wie etwa die Mikrowellen- und Lasertechnik.

Durch welche Weiterbildungen kann man seine Arbeitsmarktchancen erhöhen?
Frank Sprenger: In diversen Handwerksberufen kann man sich als Geselle zur Fachkraft für Restaurierungsarbeiten fortbilden. Darüber hinaus gibt es noch Fachschulen, die eine Weiterbildung zum staatlich geprüften Techniker für Baudenkmalpflege und Altbauerneuerung anbieten. Nach bestandener Meisterprüfung kann in etwa 16 Berufen in Deutschland die Fortbildung zum geprüften Restaurator im Handwerk absolviert werden. Die Abschlussprüfung beinhaltet eine längere Projektarbeit.

Welche kürzeren Seminare gibt es, abgesehen von den großen Weiterbildungen?
Frank Sprenger: Hier gibt es eine Vielzahl von Fortbildungsmöglichkeiten, die durchschnittlich ein bis drei Tage dauern, zum Beispiel zu Fachwerkinstandsetzung, Stuck-, Marmorierungs- und Maserierungstechniken, zu Altbauphysik, digitalen Techniken für die Dokumentation, Möbelstilkunde, Lehmbau und vieles mehr.

Die Arbeitswelt wandelt sich beständig. Auch der Schritt in die Selbstständigkeit kann eine Möglichkeit sein, sich an veränderte Anforderungen am Arbeitsmarkt anzupassen. Um seinen eigenen Betrieb zu gründen, sind fachliches Know-how und betriebswirtschaftliches Wissen nötig. Entsprechende Kenntnisse können etwa im Rahmen der Meisterkurse für die einzelnen Handwerksberufe erworben werden. Gute Tipps auf dem Weg zum eigenen Unternehmen bietet das durchstarten Themenheft „Existenzgründung“, das kostenlos im BiZ oder unter dem folgenden Link erhältlich ist. Online informiert die Bundesagentur für Arbeit außerdem über wichtige Aspekte der Selbstständigkeit. Infos zur Selbstständigkeit Themenheft „Existenzgründung“

Titelseite des Themenheftes Existenz 2015
http://berufsfeld-info.de/durchstarten/kunsthandwerk-restaurierung-schmuck-2/museen-restaurierung-und-denkmalschutz