Papier

Wichtig in diesem Bereich

  • handwerkliches Geschick
  • Beobachtungsgenauigkeit
  • Daueraufmerksamkeit
  • technisches Verständnis

Egal ob Notizblock, Verpackungsmaterial oder Kartons: Täglich nutzen wir Papierprodukte. Als Fachkraft in der Papierbranche beschäftigen Sie sich mit der Herstellung solcher Erzeugnisse.

Während einer Erkältung sind Papiertaschentücher unsere ständigen Begleiter, im Branchenbuch finden wir die nächste Apotheke, die Kopfschmerztabletten sind sicher in Pappe verpackt. Als Gebrauchs-, Verpackungs- und Schreibmaterial spielen Papier beziehungsweise Pappe auch im Zeitalter der digitalen Datenströme eine große Rolle.

Während einer Erkältung sind Papiertaschentücher unsere ständigen Begleiter, im Branchenbuch finden wir die nächste Apotheke, die Kopfschmerztabletten sind sicher in Pappe verpackt. Als Gebrauchs-, Verpackungs- und Schreibmaterial spielen Papier beziehungsweise Pappe auch im Zeitalter der digitalen Datenströme eine große Rolle.

Profis für viele Handgriffe

In der Herstellung und Verarbeitung von Papier wird je nach konkretem Aufgabenbereich mit unterschiedlichen Werkzeugen gearbeitet, gerade im Handwerk erfolgen viele Arbeitsschritte noch von Hand. Arbeiten Sie zum Beispiel in einer Buchbinderei, dann benutzen Sie etwa spezielle Messer, Falzbeine und Leimpinsel, um die Papierbögen zu verarbeiten. Und mit Punziereisen oder Metallstempel bearbeiten Sie die Ledereinbände. Möglicherweise schöpfen Sie das Papier auch selber und kolorieren die Blätter mit Färbemittel. Doch nicht nur im Handwerk, auch im Rahmen der industriellen Fertigung sollten Sie mit unterschiedlichen Werkzeugen umgehen können, etwa um Reparaturen an Maschinen durchzuführen.

Papierstaus lösen

Um Papierprodukte in großer Stückzahl herzustellen, werden in den Unternehmen moderne Anlagen eingesetzt. Arbeiten Sie beispielsweise in der Produktion von Verpackungsmitteln, dann bedienen, überwachen und warten Sie die Falz- und Schneidemaschinen und greifen bei Fehlern schnell ein. Verklemmt sich zum Beispiel eine Papierbahn in der Maschine, so lösen Sie den Papierstau nicht nur auf, sondern versuchen, die Ursache zu ermitteln und zu beheben. Mit automatisierten Systemen, die teils über eine Computersteuerung verfügen, können Sie problemlos umgehen und diese gemäß Produktionsplan einrichten. Da die Anlagen in vielen Unternehmen rund um die Uhr laufen, sind Sie möglicherweise auch den Schichtbetrieb gewohnt.

Volle Konzentration

In Deutschland werden jedes Jahr Millionen Tonnen Papier hergestellt. Vom Einweichen der Rohstoffe bis zum Aufwickeln der Papierrollen erfolgt die Massenfertigung maschinell. Das Arbeitstempo ist dabei hoch, Konzentration ist gefordert, um die jeweils gewünschte Qualität und Quantität zu erzielen sowie zugleich die Arbeitssicherheit zu gewährleisten. Weist die jeweilige Charge etwa Farbfehler auf oder stimmt der Trocknungsgrad nicht? Dann greifen Sie sofort ein. Auch über längere Zeiträume haben Sie kein Problem damit, die Konzentration hochzuhalten und so für reibungslose Arbeitsabläufe zu sorgen.

Mustergültige Qualität

Beim Zeitschriftendruck müssen viele Dinge stimmen: Abmessungen und Gewicht der Seiten, Farbgebung, Zuschnitt. Arbeiten Sie in einer Druckerei, dann kontrollieren Sie zum Beispiel die Qualität des angelieferten Papiers und überwachen den Druck. Sie erkennen kleinste Abweichungen zielsicher, korrigieren die Einstellungen der Maschinen und prüfen das Ergebnis erneut – so lange, bis genau die gewünschte Qualität erreicht ist. In der Papiererzeugung ist Ihr Qualitätsstreben besonders bei hochwertigen Spezialpapieren gefordert. Und im Handwerk brauchen Sie einen Blick für qualitative Details, wenn Sie hochwertige Bücher herstellen oder diese restaurieren.

Portrait von Thomas Müller

Thomas Müller

Der Trend geht zu mehr Steuerungstechnik und Automatisierung.

Interview mit Thomas Müller, Leiter Geschäftsbereich Berufliche ­Bildung / Technische Weiterbildung der Bildungsakademie Papier in Gernsbach

Herr Müller, welche Trends beeinflussen die Berufe in der Papierindustrie?
Thomas Müller: Der Trend geht klar weg von der Arbeit an der Maschine und hin zum Computer, zu mehr Steuerungstechnik und Automatisierung. Bereits heute kontrollieren nur noch drei bis fünf Mitarbeiter eine große Anlage. Da braucht der Einzelne ein großes Hintergrund- und Spezialwissen, um prozessorientiert arbeiten zu können. In der Folge werden in Zukunft deshalb immer weniger unqualifizierte Kräfte gebraucht, dafür aber mehr mathematisch-naturwissenschaftlich ausgebildete Mitarbeiter. Der Papiertechnologe ist deshalb auch der Beruf der Zukunft in der Papierindustrie.

Welche Weiterbildungen sind jetzt und in Zukunft wichtig?
Thomas Müller: Die klassische Weiterbildung führt in Voll- oder Teilzeitlehrgängen immer noch hin zur Industriemeister-Prüfung. Danach kann man dann bis zum Werkführer aufsteigen. Eine andere Möglichkeit ist, sich in Fachlehrgängen für den eigenen Arbeitsbereich zu spezialisieren und zum Beispiel mehr technisches Hintergrundwissen für eine ganz spezielle Produktionsanlage zu erwerben.

Wie finden Mitarbeiter heraus, welche Fortbildung zu ihnen passt?
Thomas Müller: Die Frage ist vor allem, ob man bereit ist, als Industriemeister große Verantwortung zu übernehmen, oder ob man lieber in einem kleinen Team eine wichtige Spezialfunktion ausübt, dafür dann aber auf mehr Gehalt verzichtet.

Die Arbeitswelt wandelt sich beständig. Auch der Schritt in die Selbstständigkeit kann eine Möglichkeit sein, sich an veränderte Anforderungen am Arbeitsmarkt anzupassen. In Bereichen wie der handwerklichen Buchbinderei ist die Gründung eines eigenen Betriebs durchaus möglich. In kapitalintensiven Industriebereichen wie der Papierherstellung sind die Hürden natürlich wesentlich höher. In jedem Fall unabdingbar sind kaufmännische Kenntnisse und eine gute Geschäftsidee. Gute Tipps auf dem Weg zum eigenen Unternehmen bietet das durchstarten Themenheft „Existenzgründung“, das kostenlos im BiZ oder unter dem folgenden Link erhältlich ist. Online informiert die Bundesagentur für Arbeit außerdem über wichtige Aspekte der Selbstständigkeit. Infos zur Selbstständigkeit Themenheft „Existenzgründung“

Titelseite des Themenheftes Existenz 2015
http://berufsfeld-info.de/durchstarten/holz-papier/papier-2